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Pistenlängen: Der «tanupiki»-Wert

«Kein Pistenkilometer ist so kurz, wie der, der mittels GPS bestimmt wurde!», könnte man meinen, wenn man die Ergebnisse betrachtet, die wir am Matterhorn, Arlberg, in Grindelwald, den 3 Vallées und dem Skiverbund Paradiski nachgemessen haben. Unsere Faustformel lautet:

 «Die Summe der unter gewöhnlichen Bedingungen tatsächlich nutzbaren Pistenkilometer
beträgt höchstens 75% der Angabe der Bergbahnen.»


Wenn ich in Zukunft den Begriff «tanupiki» benutze, wissen Sie, was ich meine. Mittlerweile haben wir zahlreiche Skigebiete vermessen und die Faustformel passt. Allein Skigebiete, die wir immer wieder und dann auch extrem sorgfältig und bis in den letzten Winkel hinein vermessen, kommen mit den unter gewöhlichen Bedingungen fahrbaren Skirouten auf diesen Wert. Für die Trois Vallées konnten wir 420 von 600 Pistenkilometern nachmessen. Dazu waren mehrere Besuche notwendig, da wir nur in sehr seltenen Fällen gesperrte Pisten fahren. Mehr als 50% der Nominalgröße ist mit einem 6-Tage Skipass kaum zu erreichen.

Offensichtlich sah sich Ischgl bereits genötigt, zur Berechnung der Pistenlängen eine aufwändig produzierte Erklärung zu veröffentlichen. Auf unserer Seite, die sich mit Ischgl beschäftigt, gibt es einen Verweis auf die Quellen sowie, wie sollte es anders sein, Anmerkungen von unserer Seite zum Thema der Vermessung von Skigebieten. Fazit: Auch der Herr Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen bestätigt, dass von 238 Pistenkilometern bei unserer Art der Aufmessung nur noch 172 (ca. 72%) verbleiben.

Da alle Bergbahnen alpenweit etwa den gleichen Maßstab anlegen, sind die Relationen zwischen den Skigebieten nach wie vor durchaus vergleichbar. Dass es einen Unterschied gibt zwischen der redundanzfreien Vermessung eines Skigebiets und der von den Betreibern angegebenen Länge ist nicht weiter verwunderlich. Viele kleine Pistenstummel, die man als zügiger Abfahrer nicht nutzt, gehen ebenso in die Rechnung ein wie die Doppelzählung gemeinsam genutzer Streckenabschnitte getrennt ausgewiesener Pisten. Wird ein Hang so breit präpariert, dass er Platz für zwei Pisten bietet, so haben wir dies selbstverständlich nicht berücksichtigt, sondern eine Trassenführung in der Mitte angehalten. Daher kommen wir für Ischgl geschätzt nicht über 145 km hinaus, tatsächlich gemessen haben wir bisher 129.

Messungenauigkeiten haben praktisch keinen Einfluss auf das Endergebnis. Die meisten Fehler fallen durch Differenzbildung heraus. Allein ein deutlicher Höhenfehler macht sich auf die Schrägstrecke bemerkbar, würde aber im Zweifel immer mehr Pistenkilometer ausweisen als zu wenig. Zudem deckt unser Auswerteprogramm diese Fehler sehr schnell auf. Wir führen GPS-Empfänger auch nicht mehr hängend an einem Träger des Rucksacks mit, sondern auf diesem aufliegend in Kopfhöhe. Seither sind Differenzen von mehr als 10 Meter in der Höhe eher selten und die an der seltsamen Geometrie leicht erkennbaren, groben Messfehler gehören bis auf wenige Ausnahmen der Vergangenheit an. An der Messanordnung jedenfalls kann man unsere zum Teil erstaunlichen Ergebnisse nicht festmachen!