Col d'Izoard

Ein Ruhetag mit 1100 Höhenmetern und 51 km

Refuge Napoléon am Col d'IzoardWenn es zwei Dinge gibt, die der Franzose über alles liebt, dann sind das Napoléon und die Tour de France. Der erste ist überall schon einmal gewesen, entweder als Kaiser oder als Flüchtling, hat die Staatskultur geprägt, das bürgerliche Gesetzbuch geschaffen und die Infrastruktur vorangetrieben. Und so verwundert es nicht, dass zahlreiche Häuser in den Bergen nach ihm benannt sind, einige wohl auch nach NapoléonIII.
Fausto Coppi && Louison Bobet*
Das zweite, dieses einmalige Großereignis, das als die erste Promotion eines Reiselandes gilt, weil es zu Zeiten ohne jeden Tourismus die Menschen einmal quer durch Frankreich führte, ist hier überall gegenwärtig. Nicht nur die vielen Farbmarkierungen auf der Straße, die die Namen der Protagonisten dieser schweren Radtour tragen, erinnern an die Touren der letzten Jahre.  Casse DeserteAuf dem Weg von der Passhöhe des Col d'Izoard nach Süden findet man am Rande jener Felslandschaft, die sich Casse Déserte nennt, ein Denkmal für zwei Radrennfahrer, die die Tour in den Nachkriegsjahren populär gemacht haben: Fausto Coppi und Louison Bobet. Und dass der Radsport hier populär ist, zeigt die Tatsache, dass Autofahrer anhalten, applaudieren und uns eine gute Fahrt wünschen.
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Die Abfahrt ist scheinbar das schönste an einer Passfahrt, aber da täuscht sich der Zuschauer. Denn nichts bietet einem Reisenden einen schöneren Blick auf die Landschaft als die Auffahrt zum Pass. Combes de Queyras Mit einer Geschwindigkeit unter 10 km/h hat man Zeit und Muße, die Umwelt aufzunehmen. Ein Blick auf die Straße erübrigt sich dabei fast: Das Rad torkelt von allein den Berg hinauf. Und schließlich kommt man nicht wegen der Abfahrten in die Alpen zum Radeln!
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Dieser Pass, den ich wenige Jahre später in anderer Begleitung und in der Gegenrichtung noch einmal fahren werde, hat es mir halt angetan. Allerdings gibt es landschaftlich wesentlich eindrucksvollere Pässe wie den Simplon (auf italienischer Seite), den Albula oder den schwarzen Kegel des Col de la Bonette. Sehenswertes gibt es aber auch hier: Die Combes de Queyras.