Schwarzwald und Vogesen

Von Zürich bis Sainte Marie aux Mines

Schweizer Bierwagen Am nächsten Morgen brechen wir zu einer kleinen Abenteuerreise auf, in deren Verlauf der Freilauf von Pauls Rad versagt. In einer Fahrradwerkstatt in Tiengen, wo man uns auch nicht helfen kann, reparieren wir den Freilauf, so dass es erst gegen 17 Uhr weiter geht. In der brüllenden Nachmittagssonne ist die Butter in einer meiner Satteltaschen geschmolzen, so dass ich diese weggießen kann. Gegen 20 Uhr und nach einem heftigen Anstieg erreichen wir die JH Schluchsee.
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Die JH ist sehr schön gelegen und gut ausgestattet, nur der Herbergsvater ist eine Katastrophe. So ein hochdekorierter JH-Veteran, ein Gruppenbegrüßer und Einzelwandererabtuer. Diese teuerste JH auf meinem Weg hat das am wenigsten hinreichende Frühstück. Und Nachschlag gibt es nur gegen Kleiner Ort in den Vogesen Bezahlung. Also beschwere ich mich - was ein Donnerwetter des Herbergsvaters nach sich zieht! Am Ende gibt er aber Klein bei und wir bekommen unsere Scheiben Brot ohne Zuschlag. Wenn das einer braucht, dann wir und nicht die Gruppen, die munter nachnehmen können.
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Wenn der Regen kommt, weiche ich gerne aus. Nach dem heißen Tag zuvor ist es kühl und es regnet Bindfäden. Paul möchte noch in der Gegend bleiben und so trennen wir uns. Ich fahre hinunter ins Rheintal und hinüber nach Breisach, wo ich auf die französische Seite wechsel. Ich übernachte in einem Privatquartier in Lauterbach und esse in Munster zu Abend, nicht ohne dem vorzüglichen Käse dieser Region meine Referenz zu erweisen. Die 150 km dieses Tages haben mich nur wenig weit nach Norden gebracht.
Gräberfeld am Col de Ligne*
«Einmal Pässe - immer Pässe!» lautet das Motto dieser Fahrt. Und so folge ich am nächsten Morgen den Schildern, die mich auf die Höhen der Vogesen führen sollen. Leider lässt die Qualität des Wetters zu wünschen übrig. So fahre ich bei leichtem Regen hinauf zum Col de Ligne und weiter zum Col du Bonhomme. Da die Pässe im Elsaß fast alle von Westen nach Osten führen, markieren sie am heutigen Tage die tiefsten Punkte meiner Fahrt über die Höhen. Immerhin erklimme ich zuletzt die Höhe 1070, bevor es in einer sehr schönen Abfahrt durch Wälder hinunter geht in den Bergbauort Ste. Marie aux Mines, wo ich wieder in der JH absteige. Es ist Bauernfest im Ort und ich trinke einige vins rouges vor dem Abendessen. Die JH ist bis 23 Uhr geöffnet, so dass es wieder etwas später wird.