No­va Sto­ba

Die größ­te Stern­bar der Al­pen

Ein Ski­ge­biet be­steht nicht nur aus sei­nen Pis­ten, son­dern auch aus sei­nen Ort­schaf­ten und sei­nen Hüt­ten. Und da kom­me ich im­mer mehr von den gi­gan­ti­schen Ski­ge­bie­ten der Fran­zo­sen ab. Or­te wie Les Mé­nui­res, Flai­ne oder Avo­r­iaz mö­gen für den Fran­zo­sen prak­tisch und er­schwing­lich sein. Aber die­se Or­te kön­nen nur exis­tie­ren, weil der fran­zö­si­schen Spra­che - wie vie­len an­de­ren auch - ein Wort für Ge­müt­lich­keit fehlt. Um sich hier wohl zu füh­len, muß man ger­ne in klei­nen Ap­par­te­ments hau­sen und Knei­pen gut miss­en kön­nen. Es gibt zwar die ei­ne oder an­de­re Ge­le­gen­heit, ein Bier oder ei­nen Wein zu trin­ken, aber die Prei­se sind ab­schre­ckend.
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Zu die­sem Hor­rors­ze­na­rio gibt es aber ei­ne Al­ter­na­ti­ve - die Hüt­ten der Sil­vret­ta No­va. Wenn man Mit­tags warm isst, kann man sich das all­abend­li­che Su­chen nach ei­ner ge­eig­ne­ten Spei­se­wirt­schaft er­spa­ren. Und die Qua­li­tät steht hier auch noch in ei­nem ver­nünf­ti­gen Ver­hält­nis zum Preis. Der hal­be Li­ter Bier ATS 36.-, die Spaghet­ti für 80.-, die Gu­lasch­sup­pe für we­ni­ger als 50.- ÖSchi, das ist o.k. In St. An­ton ha­be ich für das Bier zur sel­ben Zeit be­reits Prei­se um 50.- be­zahlt!
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Links: Mit der No­va Sto­ba hat das Ski­ge­biet ei­ne der wirk­lich gro­ßen (1500 Sitz­plät­ze) und auch groß­ar­ti­gen Hüt­ten der Al­pen auf­zu­wei­sen. Die Zahl der Gäs­te er­for­dert ei­ne Men­ge an Or­ga­ni­sa­ti­on, was aber im­mer und über­all vor­züg­lich ge­löst scheint. In drei Eta­gen gibt es Platz für ein Be­die­nungs­re­stau­rant, ei­nes für Selbst­be­die­nung und ei­nen gro­ßen Saal für die Ski­schu­len. Hier ha­ben auch un­se­re Kin­der schon man­che Stun­de ge­ses­sen und zu Mit­tag ge­ges­sen. Au­ßen am Ein­gang kann man sein Bier oder sei­nen Schnapps auch an der The­ke der Stern­bar trin­ken, zu den neues­ten Hits und den äl­tes­ten Schnul­zen, prä­sen­tiert von ir­gend­ei­nem To­ni aus der DJ-Gon­del...
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Mein Lieb­ling, das Va­li­se­ra Hüs­li, ist in sei­ner Art ein Uni­kum. Ganz aus di­cken Holz­stäm­men ge­fer­tigt und aus­ge­schmückt mit ei­ner gro­ßen Zahl an al­ten Hand­werks­ge­gen­stän­den, ist die Hüt­te ein In­be­griff an Ge­müt­lich­keit. Der Ser­vice ist - ge­mes­sen an den vie­len Gäs­ten - op­ti­mal. Das Pub­li­kum ist nicht so ver­snobt und die Be­die­nung ist aus­ge­spro­chen freund­lich. Für je­den Ge­schmack ist ei­ne an­de­re Art von Hüt­te her­ge­rich­tet. So reicht die Pa­let­te vom bay­risch Blau Zur Brez'n bis zum Grün-Weiß-Rot der ita­lie­nisch da­her­kom­men­den Bel­la No­va. Was sie al­le ge­mein­sam ha­ben: Die Be­die­nung ist gut 1 und das Es­sen schmeckt vor­züg­lich!

1 In ein­schlä­gi­gen Fo­ren wie berg­fex.at, die auch von den Be­trei­bern der Ski­ge­bie­te be­ach­tet wer­den, kom­men in letz­ter Zeit Be­mer­kun­gen (nach ei­ge­nen An­ga­ben) lang­jäh­ri­ger Be­su­cher auf, die ei­nen deut­li­chen Qua­li­täts­ver­lust be­kla­gen. Das wä­re scha­de, denn die No­va galt uns in all den Jah­ren, die wir sie be­sucht ha­ben, als Re­fe­renz­stan­dard für Qua­li­tät in Ski­ge­bie­ten.