Highlander Teil II
Übersetzen am Loch Voil und weiter zum Ben More
Wenn man kein Boot dabei hat, wird man in den Highlands schon mal schwimmen müssen.
Die meisten Bäche sind so schmal, dass man sie nicht als Hindernis empfindet, aber
der River Voil ist hinreichend breit und tief, um ihn nicht mehr durchwaten
zu können. Ich habe keine Ahnung, wie ich hier übersetzen soll, und so trolle ich
am Ufer entlang, zumal mir meine Karte signalisiert, dass es eine Fuhrt
unterhalb des Sees geben soll. Auf diese Weise treffe ich dann auf ein Nudisten
Camp mit «back to nature» Philisophie, was aber den angenehmen Effekt hat, dass
sie ein Boot zur Hand haben und mich übersetzen.
Nachdem ich den Fluss hinter mir habe, biege ich auf einem Feldweg in ein kleines
Tal ein. Eine ältere Dame begegnet mir in einem Fahrzeug. Sie kurbelt die Scheiben
herunter: «Don't frighten the deer!», ruft sie mir zu - ein Satz, den man hier öfter zu
hören bekommt.
Das passt besser in eine Zeit, als das Hochland noch dicht bewaldet war. Es ist wohl das
Trauma der Briten, dass sie ihre Wälder den gescheiterten Weltreichträumen geopfert
haben. Während Deutschland zu Zeiten dieser Reise noch zu über 30% bewaldet ist, ist es
nur 8% der Fläche Großbritanniens. Aufwändig eingezäunte Areale zur Wiederaufforstung
mit Monokulturen von Nadelholz begleiten mich auf meinem Weg. An diesen Stellen ist
Feuer machen nicht nur verboten, sondern auch nicht ratsam.