Dres­den

Stadt­füh­rung am Abend

Dresden Ei­ne Füh­rung durch das abend­li­che Dres­den bringt uns durch die Gär­ten des Zwin­gers und vor­bei an der Re­si­denz und der Hof­kir­che
auf die Brühl­sche Ter­ras­se. Un­se­re Rei­se­lei­te­rin hält ei­nes der be­rühm­tes­ten Bil­der der Zeit­ge­schich­te hoch, das in kei­nem Ge­schichts­buch feh­len darf, der Blick von der Hof­kir­che auf das zer­stör­te Dres­den nach den Luft­an­grif­fen vom 13. Fe­bru­ar 1945. Im Vor­der­grund die Sta­tue Al­le­go­rie der Gü­te auf dem Rat­hau­sturm.
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Die Hof­kir­che selbst legt Zeug­nis da­von ab, wie we­nig Re­li­gi­on und wie viel die Gier nach Macht zählt. Der Sohn Au­gust des Star­ken, Fried­rich Au­gust II, ließ die­se ka­tho­li­sche Kir­che im streng pro­tes­tan­ti­schen Sach­sen heim­lich pla­nen, da er sie für die glaub­haf­te Kon­ver­si­on zum Ka­tho­li­zis­mus be­nö­tig­te, un­ab­ding­ba­re Voraus­set­zung für die Er­lan­gung der pol­ni­schen Kö­nigs­wür­de, die er un­ter dem Na­men Au­gust III aber eher glück­los trug. Ein im In­ne­ren der Kir­che an­ge­leg­ter Pro­zes­si­ons­gang er­zählt von der be­son­de­ren Si­tua­ti­on der Ka­tho­li­ken in Dres­den, die ei­ne öf­fent­li­che Pro­zes­si­on nicht zuließ. Heu­te ist die Hof­kir­che die Ka­the­dra­le des Bis­tums Dres­den-Mei­ßen. 78 Sta­tu­en schmücken die Ba­lus­tra­de der Kir­che.
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Links: Der Turm des ehe­ma­li­gen Land­tags und heu­ti­gen Ober­lan­des­ge­richts mit der Hof­kir­che im Hin­ter­grund. Vom Auf­gang zur Brühl­schen Ter­ras­se hat man ei­nen schö­nen Blick auf Re­si­denz, Hof­kir­che, Thea­ter­platz und Sem­pe­ro­per.
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Der Na­me geht auf Graf Hein­rich von Brühl zu­rück, der das Ge­län­de, das ur­sprüng­lich als Schutz­wall ge­gen die El­be ge­dacht war, auf­kauf­te und nach sei­nen Vor­stel­lun­gen be­bau­te. Die meis­ten Ge­bäu­de wur­den aber schon um die Wen­de des vor­vo­ri­gen Jahr­hun­derts ab­ge­ris­sen, weil Platz für den neu­en Land­tag ge­schaf­fen wer­den muss­te.
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Lei­der kom­men wir an die­sem Abend nicht auf die Ca­ro­la­brücke, von der aus man den schöns­ten Blick auf die Alt­stadt ha­ben soll. Es ist Him­mel­fahrts­tag und auf der ge­gen­über­lie­gen­den Sei­te des Flus­ses, dem Kö­nigs­ufer, ist die Po­li­zei da­mit be­schäf­tigt, Kra­wall­ma­cher zu dis­zi­pli­nie­ren, meist be­trun­ke­ne Ju­gend­li­che. Am nächs­ten Mor­gen be­rich­tet n-tv von 25 Fest­nah­men.