Rund um die Wal­lo­nie 2026

Ei­ne Fahr­rad­tour in Bel­gi­en und Nord­frank­reich

Vor­wort

In den Ge­schich­ten über die Fahr­ten nach Pa­ris ist die Aus­rüs­tung recht ge­nau be­schrie­ben, dort wird auch das Kühl­sys­tem für die bei­den Trink­fla­schen am Rad er­läu­tert. Auch wenn sich das Nach­fül­len aus ei­ner mit­ge­führ­ten Fla­sche per Schlauch auf die­ser Rei­se nicht be­wäh­ren wird, hal­ten die Hül­len aus Frot­tee­stoff das Was­ser selbst bei Tem­pe­ra­tu­ren um 35°C an­ge­nehm trink­bar, so­lan­ge man sie feucht hal­ten kann. Da nur Brauch­was­ser er­for­der­lich ist, be­kommt man es an Brun­nen oder di­rekt aus ei­nem Bach oder ei­nem der fran­zö­si­schen Kanä­le, wenn man es z. B. mit ei­nem Stück Stoff hoch­ho­len kann.

Die Be­la­dung ent­spricht sehr ge­nau der der bei­den Rad­tou­ren nach Pa­ris, al­ler­dings neh­me ich die klei­nen Pack­ta­schen wie­der nach vor­ne. Die Hal­te­rung der Len­ker­ta­sche ist mit ei­ner Ver­stre­bung aus Alu­mi­ni­um jetzt dau­er­haft ge­gen Ab­sen­ken ge­si­chert, egal wie schlecht der Stra­ßen­zu­stand ist. Der Cam­ping­gas­ko­cher C206 ist durch ei­nen Ko­cher von Pri­mus er­setzt wor­den, der durch ei­nen Schlauch ver­bun­den ist und des­sen Ven­til in der Kar­tu­sche sitzt. Da­her steht der Koch­topf sehr nied­rig, wes­halb das gan­ze Sys­tem nicht mehr so wa­cke­lig da­her­kommt wie das al­te.

Im fol­gen­den Text wer­de ich die Ab­kür­zung «Hm» oder «Δh» für Hö­hen­me­ter be­nut­zen. Im Ge­gen­satz zum Ski fah­ren ist hier «berg­auf» die Ziel­grö­ße.

Tag 1: Bonn - Cam­ping Frings­müh­le, Ahr­dorf, 70 km, 580 Hm

Mitt­woch, der ers­te Tag der Tour. Es ist sehr heiß und die Luft­feuch­tig­keit hoch. Ich fah­re trotz der War­nung vor Ex­trem­tem­pe­ra­tu­ren los, denn was ist die Al­ter­na­ti­ve? Re­gen? Dann doch lie­ber zu heiß als zu nass. Die Enst­schei­dung wird sich als gold­rich­tig er­wei­sen.

Wallonie 2026, neuer Ahrradweg, Tunnel bei Mayschoß Der Rad­weg an der Ahr war fünf lan­ge Jah­re prak­tisch nicht exis­tent, bis auf die Um­lei­tun­gen zwi­schen Bad Neu­e­nahr und der Mün­dung. Die zum Rhein­rad­weg ge­hö­ren­de Brücke hat­te man ziem­lich flott er­setzt, in­ner­halb von zwei Jah­ren. Im Rah­men der Pla­nung der Rad­tour las ich, dass ein wei­te­res Teil­stück bis zu mei­nem Start­ter­min frei­ge­ge­ben wür­de. Ein trif­ti­ger Grund, den An­fang der Rei­se auf die neue Tras­se zu le­gen.

Die­ser neue Ab­schnitt ist zwi­schen Der­nau und Rech noch ziem­lich pro­vi­so­risch, aber die 47er Be­rei­fung kommt mit je­der Art von Schot­ter gut zu­recht. Ein Bag­ger, der an dem Ab­schnitt ar­bei­tet, lässt mich nach kur­zer War­te­zeit pas­sie­ren, und die neu­en Stre­cken­ab­schnit­te ent­lang der Ei­sen­bahn sind ta­del­los as­phal­tiert und mar­kiert.

Wallonie 2026, neuer Ahrradweg, Ahrschleife bei Laach Die Ab­schnit­te auf der Bun­des­stra­ße be­wäl­ti­ge ich oh­ne Zwi­schen­fäl­le. Das ist nicht selbst­ver­ständ­lich we­gen der oft rück­sichts­lo­sen Fahr­wei­se der Au­to­fah­rer im Ahr­tal. Der schon im­mer feh­len­de und sehr läs­ti­ge Ab­schnitt bei Schuld soll im Zu­sam­men­hang mit den Bau­maß­nah­men an der Bahn­stre­cke eben­falls aus­ge­baut wer­den.

Am Nach­mit­tag rollt die Hit­ze­wel­le durchs Tal. Das Fah­ren wird müh­sam, aber ich kon­te­re die­se be­son­de­re An­stren­gung mit Mu­sik von mei­nem Stre­a­ming-Dienst und ei­nem recht gu­ten Laut­spre­cher, den ich mit ei­nem leich­ten Ka­ra­bie­ner­ha­ken an der Len­ker­ta­sche bau­meln las­se. Voll auf­ge­la­den kann ich da­mit prak­tisch den gan­zen Tag be­strei­ten. Auf den 70 Ki­lo­me­tern ver­brau­che ich 4½ Li­ter Was­ser, wei­te­re 3½ am Zelt, da­von 1 l Bit­bur­ger.

Wallonie 2026, neuer Ahrradweg, Bahnhof Altenahr Gu­te 10 km vor dem Ziel ge­hen mir dann doch die Kräf­te aus. Ich schlep­pe mich in den klei­nen Ort Ant­wei­ler, wo ich auf ei­ne Dorf­knei­pe tref­fe. Dort ist ge­ra­de ein Reu­zech im Gan­ge. Aber schein­bar wer­de ich als Ab­wechs­lung wahr­ge­nom­men, denn ei­ne freund­li­che Da­me or­ga­ni­siert Ver­pfle­gung, fri­sches Was­ser, so­wie zwei Bröt­chen mit Wurst und Kä­se. Ei­nes da­von es­se ich, ei­nes pa­cke ich ein für den Abend.

Der Cam­ping­platz Frings­müh­le ist schön an­ge­legt, hat gro­ße Stell­plät­ze, sau­ber und ge­pflegt. Zwei Stra­ßen ver­lau­fen in Hör­wei­te, ins­be­son­de­re Mo­tor­rad­fah­rer ner­ven mit ih­rem Lärm. Der Platz hat ei­nen klei­nen La­den, u. a. auch kal­te Ge­trän­ke. Ich kau­fe ins­ge­samt drei Fla­schen Bit. Da­nach ko­che ich erst­mals auf dem neu­en Pri­mus-Gas­ko­cher ei­nen Kaf­fee. In die­ser lau­war­men Nacht schla­fe ich zu­nächst auf dem aus­ge­roll­ten Schlaf­sack, ir­gend­wann in der Nacht krab­bel ich dann hin­ein. Am Mor­gen stel­le ich er­freut fest, dass ich gut ge­schla­fen und nicht ge­schwitzt ha­be.

Tag 2: Cam­ping Frings­müh­le - Cam­ping l'eau rou­ge, Spa Fran­cor­champs, 98 km, 680 Hm

Wallonie 2026, Venn-Querbahn, Grenze zu Belgien Ich stel­le den We­cker auf 6 Uhr täg­lich. Ich bin vor dem We­cker wach und star­te früh mit 3½ l Was­ser an Bord. Zu­nächst fah­re ich ein Stück al­te Ei­sen­bahn­tras­se, dann ein wil­des auf und ab über die Dör­fer bis zur Kyll, ab wo ich dem Kyll­rad­weg fol­ge, der bald auf ei­ner Ei­sen­bahn­tras­se (Venn-Quer­bahn) fort­ge­führt wird. Er wech­selt zwi­schen Rhein­land-Pfalz und Nord­rhein-West­fa­len hin und her, bis er schließ­lich an der bel­gi­schen Gren­ze naht­los in den RAVeL 45a über­geht. 17 km spä­ter trifft die­ser auf die Venn­bahn­tras­se, der ich we­ni­ge Ki­lo­me­ter bis Wai­mes fol­ge. Dort hat­te ich mich in Rich­tung Pa­ris ein­mal ver­fah­ren, jetzt muss ich die­sem Ab­schnitt in Rich­tung Sta­ve­lot fol­gen.

In Wai­mes fra­ge ich in ei­ner Apo­the­ke nach ei­nem Le­bens­mit­tel­la­den. Ich ge­he noch ein­mal rein mit ei­ner Was­ser­fla­sche und las­se sie fül­len. Die Ma­da­me hat Hu­mor: «Be­vor Sie um­fal­len und wir sie Wallonie 2026, Ostportal des Tunnels bei Stavelot ret­ten müs­sen, fül­le ich Ih­nen doch lie­ber die Fla­sche.» Da­nach fah­re ich zur Tank­stell­le und kau­fe ei­ne Fla­sche Rot­wein und ei­ne Co­la, Ori­gi­nal Tas­te, die ich zur Hälf­te vor Ort leer­trin­ke. Zu­letzt dre­he ich ei­ne über­flüs­si­ge Run­de im Ort, um wie­der auf die Tras­se zu kom­men.

Ich pas­sie­re in sen­gen­der Hit­ze Mal­me­dy und er­rei­che den Ei­sen­bahn­tun­nel vor Sta­ve­lot, wo es be­reits 25 m vor dem Ost­por­tal emp­find­lich käl­ter wird. Sehr an­ge­nehm. We­ni­ge hun­dert Me­ter nach dem Tun­nel ver­peilt Ko­moot dann die Ab­fahrt nach Spa, die hier spitz, halt ei­ner Wei­che gleich, ab­zweigt. Ich hat­te die Tras­se aber schon auf dem Schirm und ver­fah­re mich folg­lich nicht.

Gleich­mä­ßig steil an­stei­gend liegt sie bald sehr viel hö­her als der Cam­ping­platz, den ich für die Über­nach­tung hier aus­ge­sucht hat­te. Die ge­schot­ter­te Ab­fahrt in frei­em Fall hin­un­ter durch den Wald Wallonie 2026, Côte du Rhône am Camping l'eau rouge ist wie­der et­was für Spe­zia­lis­ten. Es gibt aber sonst nur ei­ne schma­le, stark be­fah­re­ne Haupt­stra­ße.

An der Re­zep­ti­on be­lügt man mich, man hät­te kei­nen Platz mehr frei. Erst als ich die Keu­le aus­pa­cke, die An­ga­be mei­nes Al­ters, weist man mir ei­nen Platz zu. Ei­ne Zelt­wie­se, wie man sie oft fin­det, gibt es hier nicht. Da an die­sem Abend zwei Plät­ze in mei­ner Nach­bar­schaft frei blei­ben, ist of­fen­sicht­lich, dass man noch auf Cam­ping­wa­gen mit meh­re­ren Gäs­ten pro Fahr­zeug spe­ku­liert hat­te. Der Hin­ter­grund dürf­te das an­ste­hen­de 24 Stun­den Ren­nen von Fran­cor­champs ge­we­sen sein. Der Lärm des Trai­ning ist oh­ren­be­täu­bend, en­det ge­gen 23 Uhr und star­tet ir­gend­wann nach Mit­ter­nacht er­neut. Ich wer­de zwar wach, schla­fe aber um­ge­hend wie­der ein. Da­ran dürf­te auch der Côte du Rhô­ne sei­nen An­teil ha­ben.

Tag 3: Cam­ping l'eau rou­ge - Cam­ping Les Mu­rets, Es­neux, 63 km, 715 Hm

Ich hat­te be­reits am Abend be­merkt, dass ich bei dem Ver­such, den Cam­ping­adap­ter in den Strom­kas­ten ein­zu­ste­cken, Wes­pen auf­ge­scheucht hat­te. Am nächs­ten Mor­gen will ich das Smart­phone ein letz­tes Mal auf­la­den, da ge­hen ur­plötz­lich zahl­lo­se Wes­pen auf mich los. Ich re­gis­trie­re zwei Wes­pen­sti­che, die aber ent­we­der ober­fläch­lich sind oder die ich ein­fach gut weg­ste­cke. Je­den­falls ge­be ich den Ge­dan­ken ans Auf­la­den auf. Der Fo­rums­la­der muss es halt wäh­rend der Fahrt tun, was in ei­ner Hü­gel­land­schaft we­gen der nied­ri­gen Ge­schwin­dig­kei­ten aber nicht gut funk­tio­nie­ren wird.

Dass ich bis zur Bahn­tras­se wür­de schie­ben müs­sen, war schon am Vor­abend klar; am En­de sind es aber nur zwei kur­ze Ab­schnit­te des An­stiegs, ei­ner we­gen lo­sem Schot­ter, der an­de­re ist zu steil. Da­nach geht es im Schat­ten bis Hock­ei mo­de­rat berg­auf. Ich pas­sie­re ei­nen wei­te­ren Cam­ping­platz, der an die­sem Frei­tag vor dem Ren­nen voll be­legt ist.

Nach der Pass­hö­he geht es in flot­ter Fahrt bis hin­un­ter nach Spa. Im Ort kau­fe ich bei ei­ner sehr freund­li­chen jun­gen Da­me zwei Croissants und ein Pain com­plet. Ich tref­fe hier auf den RAVeL Our­the, der schon bald nach dem Orts­aus­gang mit der ers­ten Stei­gung auf­war­tet. Bei Win­am­plan­che trennt sich der von mir nach Num­mern di­gi­ta­li­sier­te Weg vom RAVeL-Weg. Ich fah­re mei­nen Num­mern nach und kom­me bald nur noch durch Kur­ven­fah­ren über­haupt den Berg hoch. Auf der Hö­he tref­fe ich wie­der auf den RAVeL-Weg, der mich über die wei­te­ren Hö­hen be­glei­tet. Un­ter­wegs fra­ge ich an ei­nem Haus un­mit­tel­bar am Weg nach Was­ser, was mir ge­nug be­schert für den Tag.

An ei­nem Ge­höft kurz hin­ter Playe und der Durch­fahrt un­ter der Au­to­bahn E 25 hocke ich mich un­ter ei­nen Baum und ma­che Mit­tag. Der An­blick der nächs­ten Stei­gung zwingt mich zu ei­ner Pau­se. Da es hier oh­ne­hin kei­ne Bän­ke gibt, baue ich den Cam­ping­stuhl auf. Die schma­le Stra­ße ist zwar we­nig be­fah­ren, aber im­mer wie­der fah­ren Au­tos vor­bei. Nach mehr als ei­ner Stun­de ma­che ich mich wie­der auf den Weg. Der Auf­stieg ist steil, aber das Es­sen hat gut­ge­tan.

Bei Ri­va­ge tref­fe ich dann erst­mals auf die Our­the selbst. Da­nach geht es eben ent­lang des Flus­ses bis Es­neux, wo ich mich dann ent­gül­tig ver­fah­re. Der Bild­schirm ist we­gen der gro­ßen Hel­lig­keit des Ta­ges­lichts schwer ab­zu­le­sen, selbst im Schat­ten, und über die er­bärm­li­che Sprach­aus­ga­be von Ko­moot hat­te ich mich schon im Rah­men der Fahrt nach Pa­ris aus­ge­las­sen.

Am En­de er­rei­che ich nach über 700 Hö­hen­me­tern und bei Tem­pe­ra­tu­ren über 32°C den Cam­ping Les Mu­rets. Man kann ei­ne Piz­za be­stel­len und das Ju­pi­ler aus der Fla­sche ist kalt. Der Platz ist or­dent­lich ge­führt, es gibt ei­ne Stel­le zum Auf­la­den von Smart­pho­nes an der Re­zep­ti­on, da­zu ei­ne Art Kaf­fee­au­to­mat, so­wie ein­fa­che aber sau­be­re Du­schen.

Tag 4: Cam­ping Les Mu­rets - JH Liè­ge, 17 km, 35 Hm

Vor der Ab­fahrt wa­sche ich mei­ne Rad­kla­mot­ten an ei­nem da­zu vor­ge­se­he­nen Wasch­be­cken. Sie wer­den auf der Zel­trol­le be­fes­tigt und im Lau­fe des äu­ßerst kur­zen Ta­ges trock­nen. Die JH Liè­ge nimmt kei­ne Re­ser­vie­run­gen über Te­le­fon ent­ge­gen. Ent­we­der bucht man übers In­ter­net oder man fährt hin. Ich ent­schei­de mich für Letz­te­res, da die Her­ber­ge oh­ne­hin ge­nau auf dem ge­plan­ten Weg liegt.

Wallonie 2026, Anfahrt auf Liège/Lüttich Die Ein­fahrt in die Stadt er­folgt über Bel Île ent­lang der Maas. Die JH liegt im Zen­trum von Liè­ge, ein­ge­schlos­sen von der Maas (la Meu­se) und ei­nem Kanal, la Déri­va­ti­on, was sich mit Ab­zwei­gung oder Ablei­tung über­set­zen lässt. Die JH ist über die Pas­se­rel­le Sau­cy mit dem lin­ken Ufer der Maas ver­bun­den. Die An­fahrt er­folgt dank mo­der­ner Na­vi­gia­ti­on pro­blem­los. Eben­so ein­fach ist das Ein­che­cken. Das Fahr­rad wird durch die Ein­gangs­hal­le ge­scho­ben, in der sich ne­ben der Re­zep­ti­on auch ei­ne Bar be­fin­det. Die Hal­le ist zu­gleich Treff­punkt für Grup­pen und Ti­sche sor­gen da­für, dass man sich or­dent­lich ver­pfle­gen kann. Das Rad wird im Hof ab­ge­s­stellt oder über ei­ne Trep­pe in den Kel­ler ge­tra­gen.

Bel­gi­en hat acht Ju­gend­her­ber­gen. We­der für Na­mur noch für Liè­ge ist ein JH-Aus­weis er­for­der­lich. Ich zei­ge ihn trotz­dem vor, was mir über­ra­schen­der Wei­se ei­ne 10%-ige Er­mä­ßi­gung be­schert, so­dass ich letzt­lich für 28,90 Euro über­nach­te, Früh­stück in­be­grif­fen.

Wallonie 2026, Fenster der Kathedrale von Liège/Lüttich Der Tag hat­te echt gru­se­lig an­ge­fan­gen. Das Te­le­fon war in der Nacht aus­ge­fal­len, wes­halb ich ei­ne hal­be Stun­de zu spät auf­ge­stan­den war. Die Po­wer­bank des Gleich­rich­ters war eben­falls leer und der Rest des Kä­ses hat­te Bei­ne be­kom­men in Form von Ma­den, die ich vor dem Früh­stück erst ein­mal zur Sei­te schaf­fen muss­te ...

Nach mei­ner An­kunft um 11 Uhr la­de ich zu­nächst noch Uhr und Smart­phone auf. Da die Ver­gaa­be der Schlaf­plät­ze erst am frü­hen Nach­mit­tag er­folgt, ma­che ich mich auf den Weg in die Stadt. Die Ka­the­dra­le ist der ein­zi­ge küh­le Ort oh­ne Kli­ma­an­la­ge. Da der nächs­te Cam­ping­platz auf mei­ner ge­plan­ten Rou­te knapp 100 km ent­fernt ist, ist es klü­ger, die er­war­te­ten 37°C in der JH zu ver­brin­gen als mit be­la­de­nem Rad auf der Stra­ße. Tat­sächllich wird der Wert an die­sem Tag auch er­reicht. Das Be­son­de­re ist, dass die Tem­pe­ra­tur­spit­zen in die­sem Som­mer re­gel­mä­ßig erst ge­gen 18 Uhr auf­tre­ten. Als ich et­wa um die­se Zeit ein­kau­fen ge­he, ist kein Mensch auf der Stra­ße und der Un­ter­schied zwi­schen ge­kühl­tem Ge­schäft und drau­ßen enorm.

Wallonie 2026, Fenster der Kathedrale von Liège/Lüttich In der JH tref­fe ich auf ei­nen Fran­zo­sen, viel­leicht fünf Jah­re jün­ger als ich, der auch mit dem Rad un­ter­wegs ist. Er be­haup­tet, 30 kg Ge­päck da­bei zu ha­ben, was mei­ne Zu­la­dung um 5 kg über­tref­fen wür­de. Er ist je­den Mor­gen ge­gen 7 Uhr un­ter­wegs, oh­ne Früh­stück, um die küh­len Stun­den des Ta­ges zu nut­zen. Wir er­zäh­len ein we­nig und ich ver­ste­he ihn gut. Den Abend un­ter­ma­len wir mit der ei­nen oder an­de­ren Fla­sche Ju­pi­ler, die hier wie üb­lich 0,25 l ent­hält. An­ders als ich macht er je­den sechs­ten Tag ei­nen Ru­he­tag. Da­her tref­fe ich ihn am nächs­ten Mor­gen ent­spannt beim Früh­stück.

In so ei­ner Nacht wür­de ich na­tür­lich lie­ber im Zelt schla­fen. Ir­gend­wer aus dem Vierer­zim­mer hat an der Re­zep­ti­on ei­nen Ven­ti­la­tor orna­ni­siert, der die gan­ze Nacht über läuft. Wie­der sind es zwei jun­ge Hol­län­der, die mir übel auf­fal­len. Sie ha­ben ih­re Bet­ten vor dem Weg­gang in die Stadt nicht ge­macht und schla­fen auf der gum­mi­be­schich­te­ten Ma­tra­ze, weil sie da­zu, um 5 Uhr auf­tau­chend, we­der wil­lens noch in der La­ge sind. Als sie mir den Ven­ti­la­tor vor die Na­se stel­len, fau­che ich sie an. Das Ding wan­dert auf ei­nen der Schrän­ke. Dass es in Liè­ge kei­ne Nachtru­he gibt, hat­te ich ge­le­sen. Das stört mich nicht. Im Ge­gen­satz zu schlech­tem Be­neh­men.

In der Nacht reg­net es erst­mals hef­tig, be­glei­tet von Wind­böen, die mein Fahr­rad im Hof um­wer­fen. Da­bei kühlt es kaum ab. Trotz al­le­dem schla­fe ich er­staun­lich gut. Aus­ge­ruht bin ich ei­ner der ers­ten beim Früh­stück.

Tag 5: JH Liè­ge - Cam­ping Ber­gen­dal, Loon­beck, 90 km, 540 Hm

Sonn­tag. Ich früh­stücke aus­gie­big. Da ich we­gen mei­ner Er­kran­kung oh­ne­hin nicht es­sen kann oh­ne zu trin­ken, neh­me ich gleich zwei Tas­sen am Au­to­ma­ten und stel­le sie aufs Ta­blett. Der Kaf­fee ist gut, der Oran­gen­saft auch.

Wallonie 2026, Liège, Aufruf zur Kidical Mass Demo Kann man nicht an der Maas blei­ben, muss man in Liè­ge über­all steil den Berg hoch. In Rich­tung Aa­chen hat man ei­ne sen­sa­tio­nel­le Lö­sung im­ple­men­tiert, die der al­ten Bahn­tras­se folgt. Da­mit er­klimmt ein voll be­la­de­nes Tou­ren­rad die Hö­hen oh­ne Pro­ble­me. Nach Wes­ten hin hat man un­ter der E 25 in Hö­he der Auf­fahrt Liè­ge Cen­tre ei­nen Rad­weg an­ge­legt, der in nicht zu en­gen Ser­pen­ti­nen Hö­he ge­winnt. Ei­ne Trep­pe er­laubt Fuß­gän­gern ei­nen schnel­len Auf­stieg. Der Hö­hen­un­ter­schied von 20 m wür­de für den di­rek­ten Auf­stieg ei­ne 15%-ige Stei­gung be­deu­ten.

Am Be­ginn der Auf­fahrt tref­fe ich auf ei­nen ak­tu­el­len Auf­ruf für Ki­di­cal Mass De­mos in der Stadt. Von der De­mo in Rem­scheid im Vor­jahr ha­be ich noch ei­nen Auf­kle­ber auf dem Rad.

Nach die­ser er­freu­li­chen Er­fah­rung mit dem Rad folgt so­gleich ei­ne un­er­freu­li­che, dies­mal sind Wallonie 2026, Straßensperre es zwei über­aus un­ver­schäm­te Po­li­zis­tin­nen. Sie ha­ben auf der Rue Al­bert Char­let an ei­ner Brücke ei­ne Stra­ßen­sper­re ein­ge­rich­tet, aber nur mit «Ver­bot der Ein­fahrt». Ich dis­ku­tie­re mit ih­nen, ob man ein be­la­de­nes Rad nicht vor­sich­tig pas­sie­ren las­sen kön­ne, aber das ruft die für Frau­en ty­pi­schen Recht­ha­be­rei­ef­fek­te auf den Plan: «Wir sind die Po­li­zei, mit uns wird nicht dis­ku­tiert.»

Na, da ken­nen sie mich aber schlecht. Ich sa­ge ih­nen, dass ich mit ih­rem Vor­ge­setz­te spre­chen will, was sie au­gen­schein­lich rich­tig wü­tend macht. Dann ge­be ich an, dass ich un­ter die Brücke fah­ren müs­se, um den Bild­schirm ab­le­sen zu kön­nen, im Schat­ten. Das führt wie­der­um da­zu, dass sie mir den Weg ver­sper­ren. Ne­ben dem Po­li­zei­wa­gen gibt es Schat­ten, an dem Fahr­zeug kom­me ich nicht vor­bei, al­so lass­sen sie mich dort hin. Ich fra­ge sie, wo denn die Sper­re en­de. Sie möch­ten mir das doch bit­te auf der Kar­te zei­gen, da­mit ich den Be­reich um­fah­ren kann. «Bis da­hin, ir­gend­wo.» Die Che­fin der bei­den zeigt auf ei­nen Weg mit­ten im nächs­ten Ort. In­kom­pe­tenz mag ich be­son­ders. Im­mer­hin kann ich im Schat­ten ei­ne nur für das Fahr­rad zu­gäng­li­che Um­fah­rung er­ken­nen. Ich fol­ge dem Weg, an des­sen En­de ich den Po­li­zei­wa­gen in et­wa 200 m Ent­fer­nung un­ter der Brücke er­ken­nen kann.

Auf der Um­fah­rung kom­me ich der Lan­de­bahn des Flug­ha­fens Liè­ge bis auf we­ni­ge Me­ter na­he. Zu­nächst fol­ge ich Orts­stra­ßen. Dann lenkt mich mei­ne um­ge­plan­te Tour auf die N 3, an der ich un­glaub­li­che 24 km ent­lang fah­re. Der Rad­weg ist gut aus­ge­baut und oft meh­re­re Me­ter von der Fahr­bahn ge­trennt. Er ist sau­ber und der Wind ist nicht ge­gen mich. Und weil es Sonn­tag ist, gibt es auch kei­nen läs­ti­gen Last­kraft­ver­kehr. An ei­ner Tank­stel­le mit ei­nem gut aus­ge­stat­te­ten Shop kau­fe ich ein.

Für mei­ne Ge­duld wer­de ich dann doch noch be­lohnt. Auf dem Weg nach Sint-Trui­den be­ginnt hin­ter ei­ner Ka­ser­ne mit ei­nem Star­figh­ter als Aus­s­tel­lungs­sstück die Be­bau­ung ent­lang der Na­tio­nal­stra­ße. Die Häu­ser sind so­weit zu­rück­ge­setzt, dass man da­vor par­ken kann, oh­ne Rad­fah­rer zu be­hin­dern. Be­stimm­te Häu­ser ha­ben sehr of­fen­sicht­lich «Lauf­kund­schaft». Nicht nur dass ei­ni­ge der ein­ge­schos­si­gen Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser ein­deu­tig ero­ti­sche Na­men tra­gen, der zu Brus­tem ge­hö­ren­de Lui­kers­teen­weg, wie die N 3 hier heißt, ist als Rot­licht­vier­tel ge­lis­tet. Hin­ter gro­ßen Glas­schei­ben wer­ben spär­lichst be­klei­de­te Da­men um Frei­er.

Zwi­schen dem Orts­aus­gang von Sint-Trui­den und Tie­nen führt der Weg für mehr als 13 km über ei­ne al­te Bahn­tras­se. Dann schlie­ßen sich Ne­ben­stra­ßen an, die et­wa 10 km vor Sint-Joris-Weert an ei­nem Wald­weg en­den, der mit leich­tem auf und ab bis in den Ort führt, ein sehr schö­ner Weg durch den Wald. Aus dem Wald­schat­ten kom­mend fol­gen Ne­ben­stra­ßen und or­dent­li­che Feld­we­ge bis Loon­beek, teils ent­lang ei­nes Bachs. Die letz­ten 50 Hm vom Bach zum Cam­ping­platz Ber­gen­dal sind ex­trem, zu­letzt muss man ei­nen Hohl­weg be­zwin­gen, der sehr steil ist und nur in tro­cke­nem Zu­stand hin­rei­chend Griff bie­tet. Am Platz gibt es kal­te Ge­trän­ke aber kei­nen Al­ko­hol. Die Zelt­wie­se ist üp­pig groß und von al­tem Baum­be­stand um­ringt. Der Luft­ver­kehr des Flug­ha­fens Brüs­sel ist deut­lich wahr­nehm­bar.

Tag 6: Cam­ping Ber­gen­dal - Cam­ping De Ga­vers, 88 km, 515 Hm

Es ist der ein­zi­ge Mo­ment der drei­wö­chi­gen Rei­se, der vom Re­gen be­stimmt wird. Ich wa­che vor mei­nem We­cker auf, was oft pas­siert, et­wa ei­ne Vier­tel­stun­de frü­her, und hö­re ihn fal­len. Der ers­te Blick gilt folg­lich dem Re­gen­ra­dar, das ich für die Rei­se auf mei­nen ak­tu­el­len Stand­ort zu­grei­fen las­se. Das Re­gen­band ist klein und soll bis Punkt 7 Uhr vor­bei­ge­zo­gen sein. Ich bre­che da­her mit ei­ner Stun­de Ver­spä­tung auf.

Der ers­te Ab­schnitt wird von schlech­ten Stra­ßen und star­ken Stei­gun­gen ge­prägt. Der Lohn ist ei­ne von Stra­ßen­ver­kehr un­be­hel­lig­te Fahrt über Land. Ich hat­te die Tour über Lö­wen (Lou­vain) ge­legt, um al­le grö­ße­ren Städ­te in der Re­gi­on ein­mal zu se­hen. Beim Um­pla­nen der Rou­te hat­te ich über­se­hen, dass sich ei­ne Stich­stre­cke nach Lö­wen er­ge­ben hat­te. Ich ver­fah­re mich an dem ent­schei­den­den Kreis­ver­kehr. Als ich da­hin zu­rück­keh­re, be­haup­tet Ko­moot, ich sei zu­rück auf der Stre­cke und sol­le links ab­bie­gen. Die­se An­wei­sung über­springt die Stich­stre­cke nach Lö­wen und lenkt mich di­rekt auf den Rad­weg nach Brüs­sel. Als ich den Irr­tum be­mer­ke, bin ich schon drei Ki­lo­me­ter in Rich­tung Brüs­sel un­ter­wegs. Ich keh­re nicht mehr um.

Die An­fahrt auf Brüs­sel ist gro­tesk. Der Rad­weg ist per­fekt aus­ge­baut, neu, aber er folgt mit Kon­se­quenz der Au­to­bahn. Kurz­zei­tig ver­lässt er die­se und geht über Land. Am En­de ist man wie­der an der Au­to­bahn. Der Ab­stand be­trägt et­wa 30 m, aber nur da, wo der Rad­weg tiefer liegt als die Au­to­bahn, kann man in Ru­he fah­ren. An­sons­ten ist der Lärm ziem­lich hef­tig. Wä­re ich mei­nem ur­sprüng­li­chen Plan ge­folgt, hät­te ich nicht nur die Au­to­bahn ge­mie­den, ich hät­te auch Lö­wen und Kor­ten­berg ge­se­hen.

Die auf dem Rad­we­ge­sys­tem auf­bau­en­de Pla­nung von Ko­moot führt mich eher zu­fäl­lig an dem Ge­bäu­de vor­bei, in dem die EU-Kom­mis­si­on ih­ren Sitz hat. Ich ma­che dort ei­ne kur­ze Pau­se aber nur ein Sel­fie, das von so­zia­len Me­di­en völ­lig zu Recht nach 24 h wie­der ge­löscht und da­her hier auch nicht ge­zeigt wird. Da­nach fah­re ich in den Parc de Bru­xel­les/Wa­ran­de­park. Brüs­sel ist kon­se­quent zwei­spra­chig, was vor al­lem dann nervt, wenn die Na­vi­ga­ti­on al­le Stra­ßen­na­men zwei­mal auf­sagt, ein­mal Fran­zö­sich auf Deutsch und ein­mal Flä­misch auf Deutsch, bei­des nicht sehr über­zeu­gend.

Im Park tref­fe ich auf zwei deut­sche Mä­dels, die ihr Abi­tur ge­macht ha­ben und nun auf Eu­ro­parei­se sind. Der Park wird von ei­nem gro­ßen Spring­brun­nen do­mi­niert, der wäh­rend der Pau­se im Ge­gen­licht liegt und so auch ei­nem Fo­to­s­hoo­ting ent­geht. Ich kom­me recht gut aus der Stadt wie­der hin­aus, der ein­zig of­fen­sicht­li­che Um­weg ist ei­ner Bau­stel­le ge­schul­det. Ich ver­las­se Brüs­sel über An­der­lecht, pas­sie­re ei­ni­ge klei­ne­re Ort­schaf­ten, um dann der Ei­sen­bahn­li­nie von Scheep­dal bis kurz vor Den­der­leeuw zu fol­gen. Da­bei wech­selt die Ne­ben­stra­ße oder der Rad­weg im­mer wie­der die Sei­ten.

Wallonie 2026, Liège, Aufruf zur Kidical Mass Demo Der Cam­ping Re­a­me­rik in Den­der­hou­tem ist still­ge­legt. Das hat­te ich auf­grund feh­len­der Suchtref­fer und man­gels Te­le­fon­ver­bin­dung be­reits ver­mu­tet. Mit der Ge­las­sen­heit der Flie­ge auf mei­nem Dau­men neh­me ich die Rich­tungs­än­de­rung in kauf. Ich te­le­fo­nie­re mit dem Cam­ping De Ga­vers, der 27 km ent­fernt ist. Gro­ße Tei­le des Wegs sind Ne­ben­stra­ßen oder Rad­we­ge ent­lang ei­nes Flus­ses, Den­der, der ka­na­li­siert wirkt aber kein Kanal ist. So en­det die Fahrt nach dem Lärm der Au­to­bahn na­he Brüs­sel doch noch ir­gend­wie idyl­lisch. Al­ler­dings fin­det Goo­gle (das Pro­gramm nut­ze ich für al­le letz­ten Ki­lo­me­ter zum Ziel) bei der Zu­fahrt zum Cam­ping­platz wie­der ei­ne Art Ab­kür­zung, die mich auf ei­nen so en­gen Tram­pel­pfad führt, dass ich zwi­schen den Zäu­nen und Mau­ern mit der brei­ten Zel­trol­le kaum durch­kom­me.

Der Cam­ping­platz liegt an ei­nem aus­ge­dehn­ten Nah­er­ho­lungs­ge­biet, von dem er auch den Na­men über­nom­men hat, hat ei­ne schö­ne, gro­ße Zelt­wie­se in der Nä­he der sa­ni­tär­en An­la­gen, ist ge­pflegt, aus­ge­spro­chen freund­lich ge­führt und wird von ei­nem Shop flan­kiert, in dem ich Son­nen­cre­me kau­fe. Den Be­darf hier­für hat­te ich un­ter­schätzt.

Wie je­den Abend sen­de ich nach dem Ein­che­cken zu­erst mei­ner Frau den Stand­ort, da­mit sie die Tour ver­fol­gen kann und weiß, dass ich heil an­ge­kom­men bin. Spä­ter wer­den wir dann te­le­fo­nie­ren. An die­sem Abend bin ich nicht al­lein. Ein jun­ges Paar, er Fran­zo­se mit ei­nem Tou­ren­rad, sie Ame­ri­ka­ne­rin, kräf­ti­ge Fi­gur und ein Lie­gen­drad fah­rend, ge­sel­len sich zu mir. Sie hat je­den­falls Hu­mor. Als ich die bei­den dar­auf an­spre­che, dass er das ge­sam­te Ge­päck trans­por­tiert, ant­wor­tet sie un­um­wun­den und frei von Kom­ple­xen, dass sie mit ih­rem Kör­per­ge­wicht schon ge­nug zu kämp­fen ha­be. «Wir ha­ben das so ver­ab­re­det ...»

Tag 7: Cam­ping De Ga­vers - Cam­ping Mem­ling, Brüg­ge, 89 km, 320 Hm

Wallonie 2026, Camping De Gavers, Matraze aus Heu Ich hat­te am Vor­abend ge­se­hen, dass der Platz­wart die Zelt­wie­se nur ge­mulcht hat­te, das Gras lie­gen­ge­blie­ben und ge­trock­net war. Schon auf ei­ner der bei­den Tou­ren nach Pa­ris hat­te ich mir dar­aus ei­ne Heu­ma­tra­ze ge­baut, über der ich das Zelt auf­ge­baut hat­te. An die­sem Mor­gen stel­le ich vol­ler Ver­wun­de­rung fest, dass mich die Un­ter­la­ge in der Nacht eher ge­nervt als ge­pam­pert hat. Ich kann auf der 10 mm star­ken Iso­mat­te eben­so gut auf der nack­ten Wie­se schla­fen. Den Auf­wand brau­che ich al­so nicht mehr zu trei­ben.

An die­sem Mor­gen star­te ich spät, et­wa ge­gen 10 Uhr. Nach­dem ich mich beim Ver­las­sen des Plat­zes et­was schwer ge­tan hat­te, fol­ge ich dem von Ko­moot neu ge­plan­ten Weg in Rich­tung Gent. Zu­nächst sind die Ne­ben­stra­ßen we­nig be­fah­ren, dann folgt ab Ophas­selt und Gap­pen­berg die N 42c mit mehr Ver­kehr. Nach der Auf­fahrt auf die N 42 ist dann Schluss mit lus­tig, vor al­lem weil sie mit ih­ren viel zu schma­len Alibi-Fahr­rad­spu­ren und dem hef­ti­gen LKW-Ver­kehr ei­ne Zu­mu­tung für Rad­fah­rer dar­stellt. Be­son­ders un­er­freu­lich ist, dass mei­ne Fahrt­rich­tung berg­auf geht. Wer mit 8-10 km/h un­ter­wegs ist, emp­fin­det auch kur­ze Ab­schnit­te als lang.

Wallonie 2026, Gent, Belfried Ich set­ze an ei­ner Ab­zwei­gung ei­nen Weg­punkt auf das Zen­trum von Zot­te­gem. Die Na­vi­ga­ti­on lässt au­gen­blick­lich von der N 42 ab und folgt wie­der Ne­ben­stra­ßen, spä­ter Orts­stra­ßen. Heraus aus dem Ort geht es wei­ter nach Ele­ne, von wo Rad- und Wirt­schafts­we­ge der Ei­sen­bahn­li­nie Rich­tung Gent fol­gen. In den Ort­schaf­ten fah­re ich über­wie­gend auf der Stra­ße. Die­ser Ab­schnitt ist gut 10 km lang.

Wallonie 2026, Gent, Turm der Kathedrale Der nächs­te Ab­schnitt führt über Lem­berg und Me­rel­be­ke hin­ein nach Gent, meist auf Rad­we­gen, bis zur Schel­de. Ab dort taucht man in ei­nen Grü­strei­fen ein, der bis in den Vor­ort Le­de­berg reicht. Im­mer ent­lang der Schel­de und zu­letzt auf Lein­pfa­den von Kanä­len ge­lang man in die In­nen­stadt von Gent.

Der Groß­raum Gent hat et­wa 600.000 Ein­woh­ner. Die Stadt war ei­ne Zeit lang ei­ne der be­deu­tends­ten auf dem eu­ro­päi­schen Fest­land, be­grün­det durch den Tuch­han­del, spä­ter durch ei­ne frü­he In­dus­tria­li­sie­rung. Gent ist durch ei­nen Kanal mit dem nie­der­län­di­schen Ter­neu­zen ver­bun­den und hat so Zu­gang zur Nord­see und nach Ant­wer­pen.

Ich durch­que­re die In­nen­stadt von Gent und ma­che Rast auf ei­ner der zahl­rei­chen Bän­ke, die hier auf­ge­stellt sind. Der Tag ist un­ge­wöhn­li­ich dun­kel, was kei­ne plas­ti­schen Bil­der lie­fert. Hin­zu kommt das Grau der Fassa­den der wich­tigs­ten Mo­ti­ve der Stadt.

Wallonie 2026, Gent, Glockenturm einmal anders Ich ver­las­se Gent ent­lang des Gent-Brügge-Kanals und pas­sie­re so Aal­ter, Beer­nem und Oost­kamp. Das Wet­ter wird laut Wet­ter­be­richt erst mor­gen wie­der bes­ser, al­so pla­ne ich die di­rek­te An­fahrt auf den Cam­ping­platz Mem­ling, im Os­ten von Brüg­ge ge­le­gen.

Ge­gen 17 Uhr, im­mer noch am Kanal kurz vor Brüg­ge, tref­fe ich auf ei­nen jun­gen Mann, der sich sehr für mein Fahr­rad in­ter­es­siert und für mei­ne Rad­tou­ren. Ich er­zäh­le wäh­rend der Fahrt von der Tour und von frü­her, über das Ma­te­ri­al, die Ta­ges­leis­tung und die Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Er ist von den tech­ni­schen De­tails mei­nes Ra­des be­geis­tert, ins­be­son­de­re von der Küh­lung der Was­ser­fla­schen, ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal des Fahr­rads.

Am Stadt­rand von Brüg­ge hal­ten wir an und plau­dern noch ei­ne Wei­le. Er möch­te auch ger­ne Rad­tou­ren ma­chen, mit dem Rad das er ge­ra­de fährt, aber ich er­läu­te­re ihm, wor­an das schei­tern könn­te, vor al­lem an den feh­len­den An­löt­tei­len für Ge­päck­trä­ger. Ich wer­de nicht mü­de zu be­to­nen, dass ich vier Pack­ta­schen für wich­tig hal­te. Zum Ab­schied ge­be ich ihm den Link auf die Fahr­rad­sei­te per QR-Code. Au­to­ma­ti­sche Über­set­zer sor­gen da­für, dass die Sei­te zu­min­dest ziem­lich per­fekt ins Eng­li­sche über­tra­gen wird.

Wallonie 2026, Beschilderung der Radwege in Flandern Da ich über das Er­zäh­len die vor­ge­se­he­ne Ab­fahrt ver­passt ha­be, fah­re ich nun auf ei­ner al­ten Ei­sen­bahn­tras­se durch den Stadt­wald und Vor­or­te von Brüg­ge. Der Weg ist für mo­to­ri­sier­te Fahr­zeu­ge ge­sperrt und liegt im Schat­ten. Tat­säch­lich kommt ge­ra­de jetzt die Son­ne wie­der hin­ter den Wol­ken her­vor.

Ein­mal auf der rich­ti­gen Fähr­te er­rei­che ich den Cam­ping­platz Mem­ling oh­ne wei­te­re Be­son­der­hei­ten Ei­ne klas­si­sche Fahr­rad­wie­se gibt es nicht, da­für ei­ne klein­zel­li­ge Par­zel­lie­rung nur für Zel­te. Wer mit dem Au­to kommt und zel­ten will, muss den Wa­gen auf ei­ner na­he­ge­le­ge­nen Park­platz­flä­che ab­stel­len. Die Par­zel­len sind an die­sem Abend gut aber nicht voll be­legt.

Der Platz wird or­dent­lich ver­wal­tet, ist sau­ber und mit gu­ten Sa­ni­tär­an­la­gen aus­ge­stat­tet. Ei­nen La­den vor Ort gibt es nicht. Vom Zelt aus ist ge­nau ei­nen Ki­lo­me­ter ent­fernt ei­ne Art Cen­tre Com­mer­ci­al, wo ich Le­bens­mit­tel und ei­ne Fla­sche Wein kau­fe. Mit dem ab­ge­la­de­nen Rad und nur ei­ner Fahr­rad­t­a­sche ist das schnell er­le­digt.

Am Stell­platz tref­fe ich auf ein äl­te­res deut­sches Ehe­paar, das ei­nen Platz süd­lich von Gent sucht. Ich emp­feh­le De Ga­vers, aber ih­re Pla­nung ori­en­tiert sich streng an «land­schaft­lich schön», was über 120 km be­deu­ted. Sie zei­gen mir die Pla­nung, die ihr Sohn aus­ge­ar­bei­tet hat. Ko­moot führt sie da­zu vor dem Platz sehr weit nach Wes­ten, um dann den Platz über den idyl­li­schen Fluss Den­der von Nord­os­ten her an­zu­fah­ren.

Ich er­klä­re ih­nen auch, dass ich mei­ne Stre­cke durch Set­zen ei­nes Weg­punkts un­ter­wegs ak­tiv um­ge­plant hat­te, um der Na­tio­nal­stra­ße 42 zu ent­kom­men.

Tag 8: C. Mem­ling - Cam­ping Green­park, De Pan­ne, 93 km, 180 Hm

Heu­te gibt es viel zu se­hen. Wallonie 2026, Kruispoort Stadttor in Brügge Der We­cker klin­gelt an die­sem Mitt­woch­mor­gen um 6 Uhr. Nach kaum mehr als drei Stun­den bin ich un­ter­wegs, im Lau­fe der Fahrt wer­de ich ler­nen, die­se Zeit­span­ne zu ver­kür­zen. Bei strah­len­dem Son­nen­schein be­su­che ich Brüg­ge. Das Stadt­tor Kruis­poort ist vom Cam­ping­platz nur 2 km ent­fernt. Es liegt hin­ter ei­ner Zug­brücke. Ich neh­me mir die Zeit, ei­nen Bum­mel per Rad durch die Alt­stadt zu ma­chen.

Wallonie 2026, Gracht in Brügge Das Zen­trum von Brüg­ge wird von Kanä­len ring­för­mig um­schlos­sen. Durch die Stadt zie­hen sich Grach­ten, die man vom Boot aus er­kun­den kann. Es wer­den Füh­run­gen an­ge­bo­ten. Ähn­li­ches hat­te ich zu­vor in Gent ge­se­hen. Brüg­ge ist deut­lich klei­ner und kom­pak­ter als Gent. Ei­ne Run­de durch die Stadt ist schnell vor­bei. Das macht Brüg­ge at­trak­tiv für äl­te­re Gäs­te. Und ganz in die­sem Sin­ne spuckt ein pol­ni­scher Bus Fahr­gäs­te aus, die mir erst ein­mal vors Rad lau­fen.

Wallonie 2026, Gracht in Brügge Ich pas­sie­re im Sü­den den Park mit der Stadt­mau­er und kom­me schließ­lich auch zum Markt, der aber so mit Stän­den be­legt ist, dass ich dort kei­ne Fo­tos ma­chen kann. Ich nut­ze die Stadt­rund­fahrt auch zum Ein­kau­fen von Le­bens­mit­teln. Ich ha­be mir ei­nen «ewi­gen» Ein­kaufs­zet­tel an­ge­legt, auf dem al­les steht, was ich ge­brau­chen könn­te. Seit­her ver­ges­se ich deut­lich we­ni­ger als zu­vor.

Wallonie 2026, Windmühle am Kanal nach der Ausfahrt aus Brügge Brüg­ge ist über den Bou­de­wi­jn­ka­naal grad­li­nig mit dem Ha­fen von Zee­brüg­ge ver­bun­den. Wa­rum mich die Na­vi­ga­ti­on über Dam­me schickt, kann ich heu­te nicht mehr er­grün­den. Der Kanal ver­läuft nach Nord­os­ten und en­det oh­ne Ver­bin­dung am Schip­donk­ka­naal, dem man in Rich­tung Nord­wes­ten folgt. Der Au­to­ver­kehr wird auf dem an­de­ren Ufer ge­führt.

Wallonie 2026, Allée bei Oostkerke nahe Brügge Nach dem Wech­sel an den Schip­donk­ka­naal fin­det man sich auf ei­nem sen­sa­tio­nell neu­en Rad­weg wie­der, der so ge­ra­de zwi­schen die ex­trem ho­hen Bu­chen passt. Am Kool­ker­kes­teen­weg, der nächs­ten Brücke, ver­passt Ko­moot den Wech­sel auf die an­de­re Kanal­sei­te. So hopp­le ich sehr müh­sam et­wa 2,5 km über Wur­zeln und Stei­ne und teil­wei­se auch durch Sand wei­ter bis zur nächs­ten Que­rung.

Wallonie 2026, geöffnete Zugbrücken bei Zeebrügge Da­hin­ter ist die Welt wie­der in Ord­nung und der Rad­weg per­fekt. Er bringt mich di­rekt zum Fähr­ha­fen von Zee­brüg­ge. Hier wer­den Au­tos von und nach Fernost ver­la­den, ge­bracht und ge­holt von LKW und Ei­sen­bah­nen.

An die­ser Stel­le en­det dann auch ab­rupt der Rei­gen ro­man­ti­scher Fo­tos. Der Rad­weg wird mit vie­len Kreu­zun­gen und Kur­ven über die Zu­brin­ger­stra­ßen ge­lei­tet. Man wähnt sich hier in ei­nem In­dus­trie­ge­biet und nicht in ei­nem See­bad.

Da­zu passt, dass an der Isa­bel­lalaan die Zug­brücken oben sind, die u. a. auch den Zug­ver­kehr un­ter­bre­chen. Dass ich nur 7 Mi­nu­ten ge­war­tet ha­be, kann ich kaum glau­ben, Wallonie 2026, Warten vor geöffneter Zugbrücke bei Zeebrügge aber die GPS-Auf­zeich­nun­gen sind da un­be­stech­lich. Das hät­te auch viel län­ger dau­ern kön­nen, denn ich hat­te die ge­öff­ne­ten Zug­brücken auf der An­fahrt be­reits von Wei­tem be­ob­ach­tet.

Nach­dem die Zug­brücke den Weg fei­ge­ge­ben hat, fah­re ich wei­ter in Rich­tung Oos­ten­de. Mit dem Fahrtrich­tungs­wech­sel von Süd-Nord auf Ost-West dre­he ich so­zu­sa­gen «in den Wind», der in Böen stür­misch auf­frischt und gna­den­los von vor­ne kommt. Die Be­bau­ung schützt mich zwar hier und da, aber Ge­schwin­dig­kei­ten um 10 km/h, ei­nes Fahr­rads un­wür­dig, sind kei­ne Sel­ten­heit. Hat­te mich der Süd­west­wind am Kanal noch leicht vor sich her­ge­trie­ben, ste­he ich jetzt ge­fühlt auf der Stel­le. Die­ser Wind wird mich in den nächs­ten Ta­gen be­glei­ten.

Wallonie 2026, Anfahrt mit einer Personenfähre auf Oostende Die Städ­te hier ge­hen in­ein­an­der über, das Bild äh­nelt sich. Hoch­häu­ser in Strand­nä­he mit 5-8 Ge­schos­sen, ei­ne brei­te Pro­me­na­de, die sie ver­bin­det, und ei­ne Stra­ße auf der dem Strand ab­ge­wand­ten Sei­te. Die­se Art der Be­bau­ung bie­tet prak­tisch kei­nen Schutz bei Ge­gen­wind. Sie sind auch nicht be­son­ders an­sehn­lich.

Wallonie 2026, Warten vor geöffneter Zugbrücke bei Zeebrügge Bei Wen­dui­ne ma­che ich ge­gen 13 Uhr nach 40 km die ers­te Rast. Ich nut­ze ei­ne In­for­ma­ti­ons­ta­fel, die durch ein üp­pig di­men­sio­nier­tes Dach ge­schützt ist, um das Rad in den Schat­ten zu stel­len. Ich selbst hocke mich an ei­nem Zu­gang zu ei­ner Strand­bar auf ei­ne Be­ton­bank. Da die Son­ne fast im Ze­nit steht, pa­cke ich Le­bens­mit­tel un­ter die Bank. Die Spra­che um mich her­um ist ak­zent­frei­es Deutsch. Schein­bar ma­chen vie­le mei­ner Lands­leu­te hier Ur­laub.

Be­son­ders übel trifft mich der Wind bei Oos­ten­de. Wäh­rend der An­fahrt über den Strand schüt­zen mich ei­ne Mau­er und die Dü­nen. Da­nach bringt mich ei­ne Per­so­nen­fäh­re in die Stadt. Aber als ich in die Nä­he der zehn­ge­schos­si­gen Häu­ser­front kom­me, bricht die Ge­schwin­dig­keit ein. Wallonie 2026, Strandfront Oostende Ge­fühlt ist das erst ein­mal nicht so schlimm, weil auf der Pro­me­na­de we­gen des re­gen Trei­bens oh­ne­hin kei­ne ho­hen Ge­schwin­dig­kei­ten mög­lich sind, aber je wei­ter man sich von den be­leb­ten Punk­ten ent­fernt, um­so mehr spürt man den Wind­wi­der­stand.

15 km fol­ge ich dem gut aus­ge­bau­ten Rad­weg am Strand, dann geht es im Zick-zack hin­ter den Dü­nen ent­lang. Bei Nieu­poort-Bad lie­gen zwei gro­ße Cam­ping­plät­ze, aber ich tref­fe beim Wallonie 2026, Eisenskulptur am Ausgang von Oostende ers­ten nie­man­den an der Rez­p­ti­on an, der zwei­te be­ste­he fast nur aus fes­ten Quar­tie­ren und sei nur für Wohn­mo­bi­le, heißt es. Am En­de in­stal­lie­re ich mich dann auf dem Cam­ping Green­park, et­wa 10 km ent­fernt.

Ich tref­fe auf ein äl­te­res deut­sches Ehe­paar, das mir glaub­haft ver­si­chert, dass ich der ers­te Deut­sche sei, den sie hier sä­hen. Das mag sein, denn der Platz ist für den ty­pi­schen Strand­ur­lau­ber zu sehr zu­rück­ge­zo­gen und ver­mut­lich nicht kom­for­ta­bel ge­nug, mit eher klei­nen Stell­plät­zen. Da­für gibt es ei­ne Bar, die ich aber we­gen der fort­ge­schrit­te­nen Zeit, es ist nach 19:30 Uhr, nicht mehr auf­su­che. Die Zelt­wie­se liegt im Wald, der Bo­den müss­te drin­gend auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Ich fin­de auf ei­nem zwei­ten Are­al ge­ra­de noch ei­nen Platz oh­ne Stei­ne und Wur­zeln.

Tag 9: Cam­ping Green­park - Cam­ping des Noi­res Mot­tes, 93 km, 140 Hm

Ich wa­che auf und bin ver­wun­dert über die Tem­pe­ra­tu­ren. Den Kaf­fee set­ze ich im lang­är­me­li­gen Hend auf, mit dem ich dann auch star­te. Die Soln­ne wird sich erst ge­gen 13 Uhr zei­gen. Bis zur fran­zö­si­schen Gren­ze sind es nur 7 km, aber noch in Flan­dern tref­fe ich in dem klei­nen Ort Adin­ker­ke auf ei­nen gro­ßen Fahr­rad­la­den. Da seit kur­z­em die Brem­sen quiet­schen, kau­fe ich 4 neue Brems­gum­mies für 20 Euro, ein Preis, den ich auch zu Hau­se be­zah­le. We­nig spä­ter fah­re ich über die Gren­ze, was ich aber nur an der Art der Aus­schil­de­rung er­ken­nen kann.

Wallonie 2026, Beschilderung des Radwegs in Frankreich Stand der gest­ri­ge Nach­mit­tag noch im Zei­chen von Rad­we­gen am Strand, so spielt sich der heu­ti­ge Tag hin­ter den Dü­nen ab. Das er­zeugt ei­ne ei­gen­ar­ti­ge At­mo­sphä­re. Zu­sam­men mit den nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren könn­te ich ir­gend­wo un­ter­wegs sein. Nur der Sand­bo­den, der mich über­all um­gibt, und die Aus­schil­de­rung lie­fern Hin­wei­se auf den Stand­ort. Ich hat­te die Pla­nung dar­auf aus­ge­legt, ent­lang der Küs­te dem Eu­ro­vélo 4 zu fol­gen, der von Le Ha­vre über Bres­kens bis Kiew ver­läuft. Zwi­schen Bres­kens und Calais ist er mit dem Eu­ro­vélo 12 iden­tisch, der von Ber­gen bis zu den Shet­land In­seln die Nord­see um­run­det.

Wa­rum heißt es auf dem Schild «LA VÉLO MARITIME»? fra­ge ich mich, wo es doch «le vélo» heißt. Es könn­te die Ab­kür­zung für «La Vélo­rou­te de la Mer du Nord» sein. Tat­säch­lich ist es so, dass es sich um ein Kunst­wort han­delt wie «La Scan­dibéri­que», eben­falls weib­lich, die Be­zeich­nung für den Rad­weg Eu­ro­vélo 3. Und kor­rekt schreibt man: «La Vélo­ma­ri­ti­me», al­so ein Wort. Das Ge­schlecht die­ser Kunst­wör­ter ori­en­tiert sich an «vélo­rou­te», f.; dass man das Wort auf den Schil­dern trennt, ist al­lein tech­ni­scher Na­tur.

Das Wet­ter ist düs­ter und das Pro­blem mit den Brem­sen ist noch nicht ab­schlie­ßend ge­klärt. Der Wech­sel der Brems­klöt­ze bei Ma­gu­ra Fel­gen­brem­sen ist kei­ne Ra­ke­tentech­nik, aber man muss doch ei­ni­ges aus­ein­an­der­bau­en, und wenn es ein Pro­blem ge­ben soll­te, wür­de ich in Dun­ker­ke am ehes­ten Hil­fe be­kom­men. Al­so hocke ich mich in ei­ne Bus­hal­te­stel­le, wo ich sit­zen kann und im Fal­le ei­nes Fal­les ge­gen Re­gen ge­schützt bin. Zu­nächst es­se ich zwei pein au cho­co­lat, wie im­mer mit viel But­ter, au­ßen drauf­ge­schmiert. Da­zu et­was Was­ser und ein ¼ l Rot­wein, den Rest der Fla­sche fül­le ich wie im­mer in ei­ne lee­re Cola-Fla­sche.

Wallonie 2026, Grand-Fort-Philippe Da­nach la­de ich das Zelt und al­le vier Pack­ta­schen ab und de­mon­tie­re vor­ne und hin­ten die Trä­ger der Brems­sät­tel. Wenn ich kei­ne Luft ab­las­sen will, muss ich auch die Hin­ter­rad­ach­se lö­sen. Dann tau­sche ich nach und nach die Brems­klöt­ze. Am En­de zie­he ich al­le Schrau­ben wie­der fest. Passt. Bleibt noch die Rei­ni­gung der ver­sau­ten Fin­ger. Da­für hat­te ich be­reits Sei­fe raus­ge­legt und am Stra­ßen­rand, die Was­ser­fla­sche zwi­schen den Ober­schen­keln ballan­cie­rend und Was­ser her­aus­drückend, wa­sche ich die Hän­de.

Wallonie 2026, Admiral Ich fah­re bei bes­ser wer­den­dem Wet­ter nach Grand-Fort-Phil­ip­pe, vor­bei an Gri­ve­li­nes, ei­ner al­ten Fes­tung, und wei­ter nach Les Hut­tes d'Oye, wo die Stra­ße die Küs­te ver­lässt.

Zwar steigt die Stra­ße nicht an, al­les bleibt in der Ebe­ne, aber ei­ne Ku­rio­si­tät soll hier nicht ver­schwie­gen wer­den. Der Stra­ßen­ver­lauf folgt Ent­wäs­se­rungs­kanä­len, die sich mun­ter me­an­drie­rend in die Land­schaft ge­fres­sen ha­ben. Zum ge­fühlt ers­ten Mal fah­re ich ei­ne Ser­pen­ti­ne im Flach­land. Als Rad­fah­rer äu­ßert sich das so, dass der Bau­ern­hof, an des­sen Ein­fahrt un­zäh­li­ge Schmet­ter­lin­ge flo­gen (ei­nen Ad­mi­ral konn­te ich fo­to­gra­fie­ren), im­mer gleich nah er­scheint, ob­wohl man in­zwi­schen 2,5 km zu­rück­ge­legt hat.

Wallonie 2026, Rathaus von Calais Ich kom­me dann doch noch nach Calais. Der Fahr­rad­strei­fen der viel be­fah­re­nen Stra­ße ist üp­pig, fast ei­ne Fahr­spur breit. Ich fah­re über den auf der Fahr­bahn mar­kier­ten EV 4 in die Stadt. An ei­nem Mi­ni Car­re­four kau­fe ich Le­bens­mit­tel. Ich pas­sie­re die In­nen­stadt, fah­re zum Strand und über die Pro­me­na­de. Auf der D 940 ver­las­se ich Calais. Ein Irr­tum hin­sicht­lich der ge­plan­ten Rou­te, die ich am Cam­ping des Noi­res Mot­tes vor­bei­ge­hen wäh­ne, führt zu ei­nem al­ler­letz­ten Um­weg über Land mit den ein­zi­gen si­gni­fi­kan­ten Hö­hen­me­tern des Ta­ges, dann bin ich am Ziel.

Als ich den Platz er­rei­che ist die Re­zep­ti­on be­reits ge­schlos­sen. Die Vor­hut ei­ner or­ga­ni­sier­ten Grup­pe jun­ger Rad­fah­rer, zwei Mä­dels, ko­chen Abend­es­sen auf ei­ner In­duk­ti­ons­plat­te an der Zelt­wie­se. Sie zei­gen mir, wo ich zel­ten kann. Vom Es­sen wird spä­ter noch ein klei­ner Rest üb­rig blei­ben, mei­ne ers­te war­me Mahl­zeit seit dem Start. Mit ei­nem aus der Grup­pe un­ter­hal­te ich mich übers Rad­fah­ren: «Wir fah­ren mor­gen nach Rou­baix. Ken­nen Sie Pa­ris-Rou­baix?». Als ich mit «l'en­fer du nord» ant­wor­te, ist er sicht­lich be­ein­druckt.

Tag 10: Cam­ping des Noi­res Mot­tes - Cam­ping Mini-Park, 95 km, 720 Hm

Am mor­gen bre­che ich noch vor der Radler­grup­pe auf. Ich ver­ab­schie­de mich, wün­sche ih­nen ei­ne gu­te Fahrt und be­ge­be mich zur Re­zep­ti­on. Sie wird erst in ei­ner Stun­de öff­nen, dar­auf kann ich nicht war­ten. Der Wind hat et­was wei­ter auf Nord ge­dreht, auf Nord­west. Die Küs­te knickt hin­ter Calais nach Sü­den ab, so­dass ich mit dem Be­wusst­sein auf­bre­che, dass ich Sei­ten-, oft aber Rücken­wind ha­ben wer­de. 100 km soll­ten so zu schaf­fen sein.

Wallonie 2026, Markierung des Eurovélo 4 auf der Fahrbahn Zwar steht der Wind dies­mal güns­tig, aber viel­leicht hät­te ich mir das Hö­hen­pro­fil ge­nau­er an­schau­en sol­len (oder bes­ser doch nicht?), denn um die Rou­te De­par­te­men­ta­le 940 zu um­ge­hen, be­ginnt der Tag mit ei­nem Auf­stieg auf 130 m Hö­he. Das ha­be ich so nicht er­war­tet und es ist erst der An­fang. Der Eu­ro­vélo 4 ver­län­gert die Tour durch Bö­gen ins In­land, auch da, wo we­ni­ge Ki­lo­me­ter auf ei­ner Ne­ben­stra­ße hät­ten rei­chen sol­len.

Die D 940 ist die Küs­ten­stra­ße. Wei­ter im Lan­des­in­ne­ren ver­läuft die Au­to­bahn A 16. Ich be­fin­de mich seit Grand-Fort-Phil­ip­pe im Dé­par­te­ment Pas-de-Calais (62) mit der Prä­fek­tur Ar­ras. «Pas» steht hier für «Pas­sa­ge». Die D 940 wird uns noch be­geg­nen, sie wird mit der sel­ben Num­mer im Dé­par­te­ment Som­me fort­ge­setzt, wäh­rend sie zu Be­ginn, im Dé­par­te­ment Nord, die Num­mer 601 trägt.

Die An­stie­ge sind steil. Zwar kann ich mit der Über­set­zung 24:32 die meis­ten Stei­gun­gen ge­ra­de­aus hoch­fah­ren, aber da, wo die Stra­ße brei­ter ist, fah­re ich zwi­schen den Stra­ßen­rän­dern hin und her. Im Hin­ter­land ist ein stän­di­ges auf und ab nor­mal, da­her er­le­be ich ei­nen au­ßer­ge­wöhn­lich an­stren­gen­den Vor­mit­tag.

Wallonie 2026, Blick auf den Strand von Wimereux von Norden Kurz vor Bou­lo­gne-sur-Mer fällt mir ein äl­te­res deut­sches Ehe­paar auf, das mich vor der Ab­fahrt nach Wi­me­reux über­holt. Ich hal­te an und ma­che ein Fo­to vom Strand, den ich fälsch­li­cher Wei­se für den von Bou­lo­gne-sur-Mer hal­te. Nach ei­ni­gen klei­ne­ren Stra­ßen und ei­nem stei­len An­stieg aus dem Ort her­aus, tref­fe ich wie­der auf die D 940, die sich greif­vo­gel­ar­tig hin­un­ter nach Bou­lo­gne-sur-Mer stürzt. Das grenzt an frei­en Fall. Ich fah­re in der Mit­te der Spur, um Über­hol­ma­nö­ver von vor­ne her­ein aus­zu­schlie­ßen.

Un­ten an­ge­kom­men fah­re ich zum Strand und fol­ge der Pro­me­na­de. Dann pas­sie­re ich ei­nen Park, su­che ei­nen Le­bens­mit­tel­la­den, kau­fe ein und fah­re zu­rück zum Park. Ich ma­che ei­ne aus­ge­dehn­te Pau­se, es­se, trin­ke ei­nen ¼ l Rot­wein, fül­le den Rest in ei­ne Cola-Fla­sche und ver­tei­di­ge wäh­rend­des­sen mei­ne Nah­rungs­mit­tel ge­gen Mö­ven. Die Vie­cher sind nur mä­ßig agres­siv, da­her kann ich die Mit­tags­pau­se ge­nie­ßen.

Im Zen­trum von Bou­lo­gne-sur-Mer ver­liert sich dann vor­über­ge­hend die Spur der D 940. Aus der Stadt geht es steil hin­aus, aber erst nach Ou­treau, ei­nem Vor­ort, er­klim­me ich wie­der die 100 m-Mar­ke. Vor Écault ver­lässt Ko­moot noch ein­mal die D 119. Zu­nächst geht es ei­ni­ge Hö­hen­me­ter bergab, dann krab­be­le ich auf ei­ner Ne­ben­stra­ße berg­auf. Die Sen­ke hät­te ich mir spa­ren kön­nen, der Ge­winn an «berg­auf oh­ne Ver­kehr» ist ge­ring.

Ir­gend­wo hin­ter Écault tref­fe ich an ei­nem Kreis­ver­kehr wie­der auf das deut­sche Ehe­paar, das mir spä­ter er­zäh­len wird, dass es über le Ha­vre ent­lang der Sei­ne nach Pa­ris fah­ren will. Ich fol­ge den bei­den, die et­was jün­ger sind als ich, bis zum Cam­ping de la Pi­ne­de, wo­bei wir über wei­te Tei­le auf ei­nem Rad­weg der D 940 fah­ren. Die Da­me ge­steht: «Ich hat­te mir ei­ne Tour mit we­ni­ger Stei­gun­gen vor­ge­stellt.»

Wallonie 2026, Port de Plaisance Etaples Für mich ist der Tag noch nicht zu En­de. Ich will wei­ter, weil es für das vor­ge­se­he­ne Pen­sum zu früh ist. 20 km will ich noch drauf­le­gen. Bei Étap­les über­que­re ich die Mün­dung der Can­che mit ih­rem Yacht­ha­fen. Ich fah­re wei­ter bis Berck. Da­bei fal­le ich er­neut auf cam­ping.in­fo her­ein, des­sen Da­ten­bank nicht nur vie­le Lei­chen ent­hält, son­dern auch vie­le falsche Po­si­tio­nen. Als ich mich in der Hö­he mei­nes Zielorts wäh­ne, muss ich fest­stel­len, dass ich schon gut 2,5 km dar­an vor­bei­ge­fah­ren bin.

So lan­de ich letzt­lich auf dem Cam­ping Mini-Park, sehr freund­li­ich ge­führt mit gu­ten Sa­ni­tär­an­la­gen und ei­ner klei­nen Bar. Über 700 Hö­hen­me­ter sind ganz schön viel für ei­ne Rad­tour ent­lang der Küs­te.

Am Zelt schrei­be ich ei­ne E-Mail an den Be­sit­zer des Cam­ping Noi­res Mot­tes, dass ich zu früh auf­ge­bro­chen wä­re und noch be­zah­len wür­de, al­ler­dings erst nach mei­ner Rück­kehr nach Deutsch­land. Er sol­le mir die IBAN schi­cken und sa­gen, was es kos­tet und wel­che In­for­ma­tio­nen er von mir braucht.

Tag 11: Cam­ping Mini-Park - Cam­ping de l'Abî­me, Pic­quigny, 108 km, 150 Hm

Der Tag zer­fällt in zwei Tei­le, bis zum En­de des Mit­ta­ges­sens und da­nach. Am Mor­gen pas­sie­re ich Berck-Pla­ge, Grofflier und Wa­ben. Die Land­schaft hin­ter dem Deich spricht mich nicht an. Es ist sehr kühl und man­gels Son­ne auch düs­ter. Das wird sich erst nach Mit­tag än­dern.

Wallonie 2026, Le Pont à Cailloux Nach Wa­ben führt der Weg durch ei­ne Seen­plat­te, er wird ge­fäl­li­ger. Vie­le klei­ne Brücken über­span­nen hier die Sie­le. Un­ver­schämt ist, dass ein Schild, an je­der Brücke an­ge­bracht, for­dert, das Rad­fah­rer ab­stei­gen sol­len, weil das Holz glit­schig sein könn­te.

Bis le Pont à Cail­loux bleibt es bei dem Rad­weg durch ei­ne Art Marsch­land­schaft, da­nach wird er se­pa­rat ent­lang der D 532 ge­führt, die gut be­fah­ren ist. Die­ser Wallonie 2026, Saint Valery-sur-Somme Ab­schnitt en­det in Fort-Mahon-Pla­ge. Bis Cro­toy ist der Rad­weg dann wie­der recht ge­fäl­lig, bis er auf ei­ne klei­ne Rou­te dépar­te­men­ta­le trifft, auf die D 940 ein­mün­det. Ich fol­ge der D 940 auf ei­nem stra­ßen­na­hen Rad­weg bei re­gem Ver­kehr bis Saint Va­lery-sur-Som­me.

Wallonie 2026, Moules/Muscheln in Saint Valery-sur-Somme In Saint Va­lery-sur-Som­me schie­be ich das Rad durch das Zen­trum, das hier sehr tou­ris­tisch ist. Al­le Re­stau­rants sind um die Mit­tags­zeit voll be­setzt. In ei­ner Épi­ce­rie kau­fe ich ein, das Brot be­sor­ge ich in ei­ner Bou­lan­ge­rie un­weit des La­dens. Da­nach ma­che ich mich auf den Weg aus dem Ort.

Ich hat­te mir fest vor­ge­nom­men ei­ne Por­ti­on Mu­scheln zu es­sen, be­vor ich die Küs­te ver­las­se. Und tat­säch­li­che se­he ich bei der Wei­ter­fahrt ei­nen frei­en Platz in ei­nem Res­tau­rant. Ich se­he auch, dass Mu­scheln ser­viert wer­den. Al­so par­ke ich das Rad ein und be­stel­le Mu­scheln. Das Es­sen geht so, die Mu­scheln Wallonie 2026, Museumseisenbahn in Saint Valery-sur-Somme sind die kleins­ten, die ich je ge­ges­sen ha­be. Von der Côte d'Azur bin ich ei­ne an­de­re Qua­li­tät ge­wohnt. Beim Be­zah­len muss ich die Be­die­nung dar­auf hin­wei­sen, dass der Nach­tisch auf der Rech­nung fehlt. Da­bei war die Crè­me brûlée das Bes­te am Mit­ta­ges­sen.

Wie­der auf der Stra­ße ma­che ich ein Bild vom Ab­kup­peln der Dampf­lok ei­ner Mu­se­um­sei­sen­bahn. Ver­mut­lich wird die Lok mit Gas be­heizt, trotz der Koh­len auf dem Kes­sel.

Wallonie 2026, La Somme canalisée, Château bei Long Der Weg ent­lang der Som­me ver­lässt schnur­ge­ra­de den Ort, 13 km weit bis Ab­be­ville. Der Rücken­wind ist mäch­tig stark und treibt mich vor sich her. Hin­ter Ab­be­ville än­dert sich das Bild. Die ka­na­li­sier­te Som­me biegt im 90° Win­kel ab. Da­nach er­scheint der Ver­lauf na­tür­lich mit vie­len Win­dun­gen. We­ni­ge Ki­lo­me­ter von der Küs­te ent­fernt hat sich das Wet­ter voll­stän­dig ver­än­dert, es ist un­ein­ge­schränkt son­nig.

Als Or­te auf dem Weg blei­ben Pont-Remy und Long in Erin­ne­rung. Wallonie 2026, La Somme canalisée, natürlich wirkender Verlauf Der Cam­ping­platz von Pic­quigny, Cam­ping de l'Abî­me, ist schön an­ge­legt, der Cam­ping­wart ist freund­lich, die At­mo­sphä­re gut. Der Ort liegt fuß­läu­fig we­ni­ge Mi­nu­ten vom Platz ent­fernt. Mit Strom soll ich 12 Euro be­zah­len, 9 oh­ne Strom. Das ist mir dann doch zu we­nig, al­so bu­che ich Strom hin­zu. Am Stell­platz gibt es kei­nen Strom aber ei­nen Plas­tik­tisch mit zwei Stüh­len. Der Platz­wart be­sorgt mir ei­ne klei­ne Ka­bel­trom­mel. Die Ei­sen­bahn ver­läuft di­rekt am Platz, in der Nacht hat man sei­ne Ru­he.

Am Nach­mit­tag be­reits hat­te der Be­sit­zer des Noi­res Mot­tes geant­wor­tet, dass er wis­sen müs­se, wo ich auf dem Platz ge­zel­tet ha­be und wie lan­ge. Nach mei­ner Ant­wort kommt we­nig spä­ter, dass ich nichts be­zah­len müs­se. Der Auf­wand ei­ner nach­träg­li­chen Abrech­nung er­scheint ihm wohl zu hoch.

Tag 12: Cam­ping de l'Abî­me - Cam­ping Port de Plai­sance, Péron­ne, 82 km, 190 Hm

An die­sem Sonn­tag fah­re ich ei­ne schnel­le Tour mit früh(er)em Start ge­gen 8:30 Uhr, be­güns­tigt durch ei­nen ste­ten Rücken­wind. Vor der Ab­fahrt wa­sche ich So­cken, Fahr­hemd und Rad­ho­se und be­fes­ti­ge sie auf der Zel­trol­le.

Wallonie 2026, La Somme canalisée, Anfahrt auf Amiens Der Rad­weg ent­lang der Som­me bie­tet an ei­ner ein­zi­gen Stel­le ei­nen Blick auf die frei­ste­hen­de Ka­the­dra­le von Amiens, bei der An­fahrt von Wes­ten. Da­nach sind Bäu­me oder Be­bau­ung im Weg. Das bei be­deck­tem Him­mel auf­ge­nom­me­ne Fo­to zeigt die­se Si­tua­ti­on. Für ein bes­se­res Fo­to hät­te ich ins Zen­trum fah­ren müs­sen, wo­von ich ab­se­he.

Auch in der Stadt selbst bleibt der Weg stets an der Som­me, die hier meh­re­re Sei­ten­ar­me hat. Auf ei­ni­gen Ab­schnit­ten herrscht re­ges Trei­ben auf dem Was­ser, meist sind es Frau­en, die Ru­der­boo­te fah­ren, Zwei­er und Vie­rer oh­ne Steu­er­mann.

Amiens ist die Prä­fek­tur des Dé­par­te­ment Som­me (80), ei­ne Stadt mit 130.000 Ein­woh­nern. Die zweit­größ­te Stadt ist Ab­be­ville mit 22.000. Das Dé­par­te­ment ge­hört zur Re­gi­on Hau­tes-de-Fran­ce und ist wie so oft, aber nicht im­mer, nach dem Fluss be­nannt.

Wallonie 2026, La Somme canalisée, Roquette Frères Un­ge­fähr ei­ne Stun­de hin­ter Amiens tref­fe ich bei Vec­que­ment auf ei­ne In­dus­trie­an­la­ge, die Be­woh­ner der Re­gi­on Köln/Bonn un­wei­ger­lich an Wes­se­ling er­in­nert. Nur der Ge­ruch un­ter­schei­det die bei­den Stand­orte von­ein­an­der. Wäh­rend Wes­se­ling pe­tro­che­mi­sche In­dus­trie be­her­bergt, ist hier die Agra­r­in­dus­trie am Werk, na­ment­lich Ro­quet­te Frères, die im Werk von Vec­que­ment Kar­tof­fel­pfann­ku­chen her­stel­len. Der Ge­dan­ke ver­söhnt mich et­was mit dem An­blick, auch wenn ich mich selbst nicht zu den Kun­den die­ses Pro­dukts zäh­le.

Wallonie 2026, La Somme canalisée, seltsame Skulptur bei Corbie We­nig spä­ter se­he ich ei­ne selt­sa­me Skulp­tur am Kanal auf dem Ufer von Cor­bie, für de­ren Her­kunft und Ver­wen­dung es kei­ne Hin­wei­se gibt. Wi­ki­me­dia Com­mons lis­tet zwar 11 Bil­der zu Skulp­tu­ren, weiß aber auch nichts zu der auf dem Fo­to zu sa­gen.

Be­reits ge­gen 11:40 Uhr gön­ne ich mir ei­ne aus­gie­bi­ge Pau­se bei Sailly-Lau­ret­te im Schat­ten von Bäu­men di­rekt an der Som­me. Es ist ein net­ter Rast­platz, an dem sich ein fran­zö­si­sches Paar auf ei­ne wei­te­re Bank hockt. Ich hat­te die bei­den kurz zu­vor am Kanal an­geln se­hen, ein in Frank­reich weit ver­bei­te­ter Sport. Da sie kei­nen Fisch bra­ten, muss ich ver­mu­ten, dass sie mit ih­ren Be­mü­hun­gen kei­nen Er­folg hat­ten.

Wallonie 2026, Gare de Foissy, Eisenbahnmuseum Am frü­hen Nach­mit­tag er­rei­che ich das Ei­sen­bahn­mu­se­um von Fois­sy. Man kann dort zahl­rei­che äl­te­re Fahr­zeu­ge be­stau­nen, klei­ne­re Ex­po­na­te ste­hen drau­ßen, an­de­re in ei­ner gro­ßen Hal­le. Die Dampf­lok auf dem Fo­to steht zur Ab­fahrt be­reit. Den Schie­nen der Schmal­spur­bahn fol­ge ich noch ei­ne gan­ze Wei­le, bis sie vor Cap­py in ei­nem Tun­nel ver­schwin­den. Der Kar­te nach rei­chen sie bis zur End­hal­te­stel­le von Dom­pi­er­re.

Bei Suzan­ne ver­lässt der Weg kurz­zei­tig die Som­me. We­nig spä­ter er­rei­che ich Feuillères, wo ich mich fra­ge, ob ich nicht auf dem Cam­ping Sta­tion ma­chen soll. Am En­de ent­schei­de ich mich da­ge­gen und für wei­te­re 7 km. Um 15 Uhr er­rei­che ich den Cam­ping Port de Plai­sance in Pe­ron­ne. Die Re­zep­ti­on ist ein we­nig ver­peilt. Ob­gleich be­setzt, öff­net sie erst um 16 Uhr. Im­mer­hin kann ich fra­gen, was ich ma­chen soll: «Su­chen Sie sich ei­nen Platz und kom­men sie um 16 Uhr wie­der!»

Der Platz ist ge­fäl­lig, bie­tet hier und da Schat­ten, liegt fuß­läu­fig zum Ort und hat ei­nen klei­nen La­den, wo ich Wein, Sü­ßes und Chips er­ste­he. Strom ist un­mit­tel­bar in der Nä­he, Trink­was­ser auch. Am spä­ten Nach­mit­tag kau­fe ich ei­ne Brat­wurst mit Frit­ten, die recht gut sind, Mayo­nai­se und Senf zum Mit­neh­men. Da­zu trin­ke ich den kurz zu­vor ge­kauf­ten Rot­wein. Trotz des oft be­deck­ten Him­mels sind die frisch ge­wa­sche­nen Kla­mot­ten fast tro­cken. End­gül­tig ge­trock­net wer­den sie auf dem Zelt­dach.

Tag 13: Cam­ping Port de Plai­sance - Cam­ping au bord de l'aisne, Gui­gni­court, 146 km, 595 Hm

Wallonie 2026, La Somme canalisée, Frachtkahn Es soll der längs­te Tag wer­den, den die (neue) Uhr auf­ge­zeich­net hat. Und es wird auch ei­ner der span­nens­ten der gan­zen Tour. Der Tag be­ginnt be­deckt und kühl, die Hit­ze­wel­le ist vor­über. Das Zelt trock­net nicht ab, ich rol­le es feucht ein, nicht zum ers­ten Mal. Um 8:20 Uhr bin ich un­ter­wegs. Ich ha­be nur we­ni­ge Me­ter bis zum Lein­pfad und set­ze die Tour fort. Erst­mals se­he ich ein Fracht­schiff auf der Som­me. Nach ei­ni­gen Ki­lo­me­tern Wallonie 2026, Canal du Nord bei Rouy trennt sich bei Rouy die ka­na­li­sier­te Som­me vom Canal du Nord. Ei­ne ein­fa­che An­zei­ge­ta­fel weist den Schif­fern den Weg.

Der Kanal be­ginnt idyl­lisch, we­nig spä­ter tref­fe ich dann auf um­ge­stürz­te Bäu­me, von de­nen ei­ner noch den Weg ver­sperrt. Im­mer­hin kann ich mit dem Rad drun­ter her­krab­beln oh­ne es ab­zu­la­den. An an­de­ren Stel­len hat man be­reits den Fahr­weg Wallonie 2026, umgestürzter Baum am Canal du Nord frei­ge­räumt. Da der Kanal spä­ter in ei­nem Tun­nel ver­schwin­det, kann man ihm oh­ne­hin nur bis zur D 186 fol­gen, die durch Er­cheu führt. Die höchs­te Hö­he er­reicht man bei la Pan­ne­te­rie, der Auf­stieg ist harm­los.

Wallonie 2026, Straßensperre auf der Zuwegung zum Tunnelportal am Canal du Nord Na­türlch hat­te ich mir vor dem Ver­las­sen des Kanals die Fra­ge ge­stellt, ob man zum nörd­li­chen Tun­nel­por­tal durch­fah­ren kann. Die Ant­wort lau­tet: «Ja, aber bes­ser nicht. Ei­ne Spur gibt es, aber ...»

Ich be­schlie­ße mit mir, auf die D 186 ab­zu­bie­gen und mir die Si­tua­ti­on von der Sei­te her an­zu­schau­en. Denn kurz vor dem Ge­höft la Pan­ne­te­rie, ich be­fin­de mich in­zwi­schen auf der D 545, gibt es ei­nen Stich­weg in Rich­tung Tun­nel­por­tal. Die Dar­stel­lung in Ko­moot lässt dar­auf schlie­ßen, dass es sich um ei­nen Feld­weg han­delt, aber tat­säch­lich er­weist er sich als nicht mehr als ei­ne Schlep­per­spur am Feld­rand, ge­ra­de noch als sol­che er­kenn­bar. Ich hop­pe­le Wallonie 2026, Sackgasse für Fahrräder am Tunnel des Canal du Nord über die­se Spur, das Rad wankt bei je­dem Me­ter, den ich zu­rück­le­ge. Den Len­ker um­klam­me­re ich mit fes­ter Hand, auch wenn die Pack­ta­schen vor­ne den Träg­heits­ten­sor be­stim­men und ein Um­schla­gen sehr un­wahr­schein­lich ma­chen.

Nach ei­ner Links­kur­ve, die aus der Kar­te nicht er­sicht­lich ist, führt Wallonie 2026, Tunnelportal Baum am Canal du Nord scharf rechts ein mä­ßig stei­ler Wald­weg hin­un­ter zum Tun­nel. Be­reits vor lan­ger Zeit um­ge­stürz­te Bäu­me ver­sper­ren den Weg. Ich las­se das Rad an die­ser Stra­ßen­sper­re zu­rück. Ich klet­te­re über die Bäu­me und tref­fe dann auf das ei­gent­li­che Hin­der­nis, ei­ne stei­le Trep­pe hin­un­ter zum Por­tal. Hier hät­te ich auf je­den Fall ab­la­den müs­sen.

Na­tür­lich muss ich auch ei­nen Blick in die Tun­nel­röh­re wer­fen. Wa­rum se­he ich kein Licht am En­de des Tun­nels? Nun, be­trach­tet man das Bild Wallonie 2026, Blick in den Tunnel des Canal du Nord bei la Panneterie in der Ver­grö­ße­rung, stellt man fest, dass ge­ra­de in die­sem Mo­ment ein Last­kahn den Tun­nel am Süd­por­tal ver­lässt.

Die Bil­der dürf­ten Sel­ten­heits­wert ha­ben, zu­min­dest in ei­ner pri­va­ten Samm­lung. Dass ich sie am längs­ten Tag der Rei­se auf­neh­me, weiß ich da na­tür­lich noch nicht.

Ich hop­pe­le nun wie­der zu­rück zur Stra­ße, nach­dem ich das Rad aus dem Hohl­weg hin­auf aufs Feld ge­scho­ben ha­be. Ei­ne gu­te hal­be Stun­de ist ver­gan­gen. Die Um­fah­rung geht weit über das Tun­ne­len­de hin­aus, so­dass ich erst in Hö­he von Frétoy-le-Château an den Kanal zu­rück­fin­de. Wei­te­re 13 km fol­ge ich ihm.

Wallonie 2026, Canal Lateral à l'Oise Bei No­y­on, ge­nau­er ge­sagt bei Pont-l'Évêque, fah­re ich zu­nächst am Kanal wei­ter, wo­bei mich auf der Zu­fahrt hin­un­ter von der Schleu­se ei­ne im Schat­ten lie­gen­de Brems­schwel­le fast vom Rad wirft. Dann wen­de ich, ver­pas­se aber das Zen­trum von No­y­on, das ich be­reits ein gu­tes Stück zu­vor pas­siert hat­te. Der Plan sah vor, dort Le­bens­mit­tel für den Rest des Ta­ges ein­zu­kau­fen und na­tür­lich Wein für das Mit­ta­ges­sen. Al­so wechs­le ich nach ei­nem kur­zen In­ter­mez­zo auf Orts­stra­ßen an den Canal la­te­ral à l'Oi­se, den ich von den bei­den Fahr­ten Wallonie 2026, Canal Lateral à l'Oise nach Pa­ris, 2024 und 2025, ken­ne. Ich fah­re aber nur bis Ma­ni­camp, um süd­lich von Laon und Se­dan in Rich­tung Lu­xem­burg zu ge­lan­gen. Da­zu muss ich zum Eu­ro­vélo 3 wech­seln.

Hier kom­me ich in das Tal der l'Ai­let­te, die vom Canal de l'Oi­se à l'Ais­ne be­glei­tet wird. Lei­der gibt es ent­lang die­ses Kanals kei­nen durch­ge­hen­den Lein­pfad (Che­min de Hala­ge), wes­halb ich den Weg über die Dör­fer fah­ren muss. Trotz­dem lie­gen die Ort­schaf­ten im­mer noch im Tal, wes­halb Stei­gun­gen hier mo­de­rat sind.

Wallonie 2026, Kornernte bei Pierremande Vor Pier­re­man­de, wo das Fo­to von der Kor­nern­te ent­steht, schickt mich Ko­moot wie­der über ei­nen Feld­weg, der der Zu­fahrt zum Tun­nel­por­tal gleicht, al­ler­dings sieht man die bei­den Spu­ren deut­lich, der Schot­ter ist arg grob. In der Fer­ne se­he ich die D 1 und den Ver­kehr dort. Al­so bei­ße ich in den sau­ren Ap­fel und fah­re den Feld­weg.

Die dar­an an­schlie­ßen­de Ne­ben­stra­ße ist ru­hig. Sie führt mich in den klei­nen Ort Champs, der ei­nen deut­schen Sol­da­ten­fried­hof aus dem ers­ten Welt­krieg be­her­bergt. Coucy-le-Château-Auf­fri­que um­fah­re ich auf ei­ner ehe­ma­li­gen Wallonie 2026, deutscher Soldatenfriedhof bei Champs Bahn­li­nie, al­ler­dings ist der Zu­stand des Wegs frag­wür­dig. An ei­ner Stel­le stür­ze ich fast im Sand, nur die Stur­heit der vor­de­ren Pack­ta­schen hält das Rad noch in der Spur. Zu­dem wer­de ich von ei­nem lär­men­den Quad über­holt.

Die zwei­te Hälf­te des We­ges ist dann ori­gi­nal Schlep­per­spur auf Wie­se, wo­bei ich bei zwei par­al­le­len Spu­ren die falsche, schlech­te­re wäh­le. Das kann man am An­fang nicht im­mer er­ken­nen. Die nächs­te Qu­er­stra­ße er­rei­che ich nach 1½ km. Dort bre­che ich das Ex­pe­ri­ment «Wirt­schafts­weg» ab.

Was­ser ha­be ich ge­nug. Von den ins­ge­samt 4 Li­tern trin­ke ich drei, auch weil ich in ei­nem Car­re­four bei Anizy-le-Château zwei Fla­schen Co­la zum ak­tu­el­len Pro­mo­tion­preis kau­fe, von de­nen ich ei­ne vor Ort trin­ke. Nicht nur Mars gibt ver­brauch­te Ener­gie so­fort zu­rück. Zwi­schen­durch es­se ich ein Snickers, was mich am Fah­ren hält.

Hin­ter dem Ort ver­su­che ich noch ein­mal, ei­nem Vor­schlag von Ko­moot ent­lang des Kanals zu fol­gen. Aber der «Sin­gle Trail» sieht un­be­fahr­bar aus, al­so keh­re ich um.

Voll ver­pflegt er­rei­che ich nach leich­ten An­stie­gen um 18 Uhr den Cam­ping du Lac am See von Mo­n­amp­teuil. Der Platz ist ge­schlos­sen. Ich konn­te ihn te­le­fo­nisch nicht er­rei­chen, über Goo­gle Maps nicht an­steu­ern und bin da­her nicht wei­ter über­rascht. Ich hat­te mich be­reits in­ner­lich auf ei­ne Fahrt durch die Nacht ein­ge­stellt.

Wallonie 2026, gekochte Siedewürstchen Un­weit des Sees fin­de ich ei­ne Bank im Schat­ten. Ich ma­che bei km 110 die ers­te Pau­se. Das ist auch ein No­vum. Die Tem­pe­ra­tur hat be­reits am frü­hen Nach­mit­tag die 30° Mar­ke ge­knackt, was mich aber nicht ge­stört hat­te, weil die Fahrt ent­lang der Kanä­le we­nig Kraft kos­tet und Rücken­wind auch ir­gend­wie Flü­gel ver­leiht.

Bei die­ser Pau­se ko­che ich vier «Frank­for­ter», die ich im Car­re­four er­stan­den hat­te, in mei­nem Kaf­fee­was­ser­topf. Zwei der Würst­chen plat­zen auf, weil sie nur sie­den dür­fen, nicht ko­chen (das weiß ich heu­te), ein un­ver­sehr­tes neh­me ich für abends mit.

Vom Rast­platz aus te­le­fo­nie­re ich mit Gui­gni­court, die mir sa­gen, dass nach 22 Uhr nichts mehr geht. Al­so räu­me ich ein und ma­che mich ge­gen 19:00 Uhr auf den Weg. 35 km sind noch zu fah­ren.

Wallonie 2026, am Lac de l'Ailette Zu mei­nem Er­stau­nen und zur Be­för­de­rung mei­nes Fort­kom­mens sind die Stei­gun­gen mo­de­rat. Teil­wei­se folgt die Tour ei­ner al­ten Ei­sen­bahn­tras­se. Bei Cha­mouil­le bleibt der Weg ein Stück weit am Ufer des Lac de l'Ai­let­te. Der Rad- und Fuß­weg ist dort üp­pig aus­ge­baut, breit und gut zu fah­ren. Ab­schnit­te im Sumpf sind mit ei­nem brei­ten Steg über­baut. Da­nach steigt der Weg wie­der an.

Wallonie 2026, Radweg am Lac de l'Ailette Bei Neu­ville-sur-Ailet­te er­rei­che ich mit gut 100 m den höchs­ten Punkt des heu­ti­gen Ta­ges. Da­nach taucht die Rou­te in ei­nen Wald ein, den sie auf dem wirk­lich wun­der­schö­nen, sehr ebe­nen Che­min du Roi durch­quert. In die­sem Wald fal­len zu al­lem Über­fluss Brem­sen über mich her, die be­kannt­lich auch Funk­ti­ons­wä­sche durch­boh­ren, da hilft nur (di­cke­re) Be­klei­dung. Das hat­te ich be­reits vor ei­ni­gen Jah­ren in der Nä­he von Col­lo­bri­ères, im Hin­ter­land von Wallonie 2026, Kühles Stella Artois am Camping von Guignicourt Saint Tro­pez, Côte d'Azur, aus­pro­biert. Ich weiß, dass man auch bei 30° im­mer noch so fah­ren kann. Das Hemd be­hal­te ich da­her an.

Von Co­be­ny, wo der Wald auf­hört, fol­ge ich der D 62, ei­ner sehr schö­nen Ne­ben­stra­ße. Von klei­ne­ren Zwi­schen­an­stie­gen ab­ge­se­hen ist die Ten­denz fal­lend. So kom­me ich an die­sem sehr war­men Abend im lang­är­me­li­gen Hemd zum Cam­ping­platz. Es ist 3 vor 9. Bis 21 Uhr kann man ein­che­cken und Ma­da­me lobt mich da­für, ei­ne Stun­de her­aus­ge­fah­ren zu ha­ben. So kom­me ich noch da­zu, ein großes, küh­les Bier zu trin­ken. Am Zelt es­se ich das Würst­chen, trin­ke Wein und lee­re die zwei­te Fla­sche Co­la. Um Mit­ter­nacht bin ich ge­duscht und im Bett. Ein wun­der­ba­rer, er­leb­nis­rei­cher Tag.

Tag 14: Cam­ping au bord de l'aisne - Cam­ping à la fer­me, Neu­ville-Day, 70 km, 210 Hm

Pünkt­lich um 9 Uhr ver­las­se ich den Cam­ping­platz und fah­re Ein­kau­fen im Ort. Wallonie 2026, Kornspeicher am Canal des Ardennes Ei­ne Frau ver­si­chert mir glaub­haft, dass es im Ort kei­nen Bä­cker mehr gä­be, al­so kau­fe ich auch das Brot und die zwei pain au cha­co­lat im Su­per­markt, der gut aus­ge­stat­tet ist. Dann pa­cke ich ein und ver­las­se Gui­gni­court auf der D 925. An die­sen Ab­schnitt er­in­ne­re ich mich gut, auch weil die Al­ter­na­ti­ve zur Haupt­stra­ße drin­gend ei­nes Aus­baus be­darf.

Die De­par­te­ment­stra­ße ist re­la­tiv schmal und gut fre­quen­tiert, der Rad- und Fuß­weg ne­ben der Stra­ße hat aber lei­der ei­ne sehr zer­zaus­te Ober­flä­che Wallonie 2026, Hausboot auf dem Canal des Ardennes mit vie­len faust­großen Stei­nen. Auch ei­ni­ge der Drän­gel­git­ter sind un­nö­tig eng. Wen will man hier vom Fah­ren ab­hal­ten? Die Tou­ren­rad­fah­rer?

Der Tag heu­te wird sich vor al­lem am Canal des Ar­den­nes ab­spie­len, den ich an der Brücke bei Neuf­châtel-sur-Ais­ne er­rei­che. Der Ort liegt ge­nau auf der Gren­ze zwi­schen den Dépar­te­ments Ais­ne (02), Prä­fek­tur Laon, und Ar­den­ne (08), Prä­fek­tur Char­le­ville-Mézières, wes­halb der Canal La­te­ral à l'Ais­ne ab hier Canal des Ar­den­nes heißt. Er ist für sei­ne Stau­stu­fen be­rüch­tigt, die das Ni­veau von 57 m bei Gui­gni­court auf 165 m bei le Ches­ne an­he­ben. In Frank­reich ist die­ser Ab­schnitt als «la Vallée des Éclu­ses», Tal der Schleu­sen, be­kannt.

Auch am Canal des Ar­den­nes ist die Zeit der Schleu­sen­wär­ter ab­ge­lau­fen. Da­mit die au­to­ma­ti­schen Schleu­sen er­ken­nen, dass nun ein Vor­gang an­steht, Wallonie 2026, Vorrichtung zum automatischen Schleusen dreht man ei­nen her­un­ter­hän­gen­den Schlauch um sei­ne Längsach­se. Auf an­de­ren Kanä­len dient die un­gleich mo­der­ne­re Funk­tech­nik da­zu, ei­nen Vor­gang an­zu­for­dern. Viel­leicht geht das heu­te auch hier elek­tro­nisch, aber selbst ei­ne Su­che auf den Sei­ten der Was­ser­stra­ßen­ver­wal­tung, vnf, be­ant­wor­tet die­se Fra­ge nicht.

Das heu­ti­ge Ziel liegt bei Neu­ville-Day, wo der Kanal hin­ter der Schleu­se be­reits die Hö­he 100 er­klom­men hat. Viel­leicht ist es dem ei­nen oder an­de­ren zu lang­wei­lig, ei­nen gan­zen Tag an ei­nem Kanal ent­lang zu fah­ren. Für mich ist das Er­ho­lung pur. Hat man das ton­nen­schwe­re Rad ein­mal an­ge­fah­ren, rollt es vor sich hin. Nur an Schleu­sen und manch­mal an Brücken muss man berg­hoch, dann al­ler­dings oft un­nö­tig steil.

Wallonie 2026, Vorrichtung zum automatischen Schleusen An we­ni­gen Stel­len ver­lässt der Weg den Kanal, so zwi­schen Am­bly-Fleu­ry und Gi­vry, wo man die Si­tua­ti­on am Hö­hen­pro­fil er­ken­nen kann. Am höchs­ten Punkt pas­siert man ei­ne Kir­che auf frei­em Feld, wo man ras­ten kann, bei Re­gen auch ge­schützt un­ter ei­nem fes­ten Dach. Der Weg ist au­to­frei.

An die­sem Tag steht die Son­ne hoch und es ist warm. Ge­gen Mit­tag ha­be ich das Pro­blem, ei­nen schat­ti­gen Platz für ei­ne Pau­se zu fin­den. Bän­ke gibt es ge­nug, aber oh­ne Schat­ten. An der Schleu­se bei Gi­vry ras­te ich da­her, nach 2025, zum zwei­ten Mal an der­sel­ben Stel­le.

Das Por­tal cam­ping.in­fo hat ein mas­si­ves Qua­li­täts­pro­blem. Das zeigt sich auch beim Cam­ping à la fer­me/ru­ral de Cou­tel, wie so oft. Die Koor­di­na­ten sind falsch, der Platz liegt nicht am Kanal son­dern auf dem Berg. Man fin­det ihn un­ter der Be­zeich­nung «Cam­ping de la Croix Vil­liè­re». Vom Kanal aus­ge­hend gibt es zwei Ein­bahn­stra­ßen, ei­ne hoch, ei­ne bergab. Fährt man ge­gen die Ein­bahn­stra­ße, ist die Stei­gung ge­rin­ger. Der nor­ma­le Weg ist mör­de­risch steil.

Der Platz ist ein­fach, sehr preis­wert und hat gu­te, sau­be­re Sa­ni­tär­an­la­gen. 10 Euro kos­tet mich die Über­nach­tung, weil ich Strom mit­bu­che, sonst wä­ren es 7. Ran­da­lie­ren­de Gäs­te dürf­te man hier eher nicht an­tref­fen. Das Am­bien­te ist ru­hig, die Stra­ße am Platz auch. Es gibt zwei Zelt­wie­sen. Die un­te­re ist eben, die obe­re, schö­ne­re ist et­was ge­neigt. Ich fin­de trotz­den ei­ne ebe­ne Stel­le. An der Re­zep­ti­on wer­den Pro­duk­te der Re­gi­on ver­kauft. Ich neh­me ei­nen Cid­re Doux, der nur 2% Al­ko­hol hat, und es­se zu Abend in mei­nem Cam­ping­stuhl. Um 22 Uhr krie­che ich in den Schlaf­sack.

Tag 15: Cam­ping à la fer­me, Neu­ville - Day-Cam­ping Trin­tigny, 91 km, 745 Hm

Der Mitt­woch be­ginnt um 5:45 Uhr. Um 8 Uhr bin ich ab­fahr­be­reit. Ich will das Rad lang­sam zu den Sa­ni­tär­an­la­gen fah­ren, um die Fla­schen zu fül­len. Ich be­mer­ke nicht, dass ei­nes der bei­den Gum­mies reißt, mit dem ich die Zel­trol­le be­fes­ti­ge. Was ich be­mer­ke ist, dass der Frei­lauf nicht mehr funk­tio­niert und die Ket­te vor­läuft. Ein Teil des Gum­mi­zugs hat sich zwi­schen Rit­zel und Spei­chen ge­klemmt und das ver­hin­dert den Frei­lauf. Ich brau­che 15 Mi­nu­ten für das Ent­fer­nen des Gum­mies und die Re­pa­ra­tur des Zugs. Die En­den sind noch vor­han­den.

Wallonie 2026, Rinder suchen Schatten bei Chémery-sur-Bar Die Ver­spä­tung nervt, denn heu­te geht es über die Hö­hen. Es ist ein schö­ner Mor­gen. Nach stei­ler Ab­fahrt fol­ge ich dem Canal des Ar­den­nes für knapp 30 km bis Ché­mery-sur-Bar. Im­mer noch ha­be ich den Wind im Rücken. Und ich fah­re in die rich­ti­ge Rich­tung, denn der Auf­stieg nach Bul­son, der ers­ten Berg­wer­tung des Ta­ges, ist deut­lich leich­ter von hier als von Ha­rau­court, wo die Stei­gun­gen ge­wal­tig sind.

Ich über­win­de zwar die Hö­hen oh­ne Pro­ble­me, die Ab­fahrt kann ich aber nicht so recht ge­nie­ßen, weil ich das Rad nicht mit vol­lem Speed den Berg hin­un­ter­lau­fen las­sen kann. Ich muss zu sehr in die Brem­sen grei­fen.

Von Ha­rau­court nach Re­milly-Ail­li­court gibt es ei­nen Fuß- und Rad­weg, der den Na­men auch ver­dient. Er ist breit, gut as­phal­tiert und liegt oft im Schat­ten. Bis Dou­zy gibt es zu­nächst ei­nen Rad­weg ent­lang der D 4, dann muss man auf die Fahr­bahn.

In Dou­zy ma­che ich ei­nen Ab­ste­cher in den Ort und kau­fe ein. Bei dem Bä­cker dort war ich auch schon ein­mal. Ei­ne Épi­ce­ry sorgt für al­le wei­te­ren Le­bens­mit­tel. Da­zu er­ste­he ich ei­nen Ker­zen­an­zün­der, da­mit ich von den Streich­höl­zern zum An­zün­den des Gas­bren­ners we g­kom­me.

Wallonie 2026, Eulenbrücke bei Messingcourt In­dem ich zur ge­plan­ten Rou­te zu­rück­keh­re und mir die äu­ßerst un­an­ge­neh­me D 8043 er­spa­re, ei­ne ehe­ma­li­ge Rou­te Na­tio­nal, emp­fin­de ich die Stre­cken­füh­rung von Dou­zy nach Mes­sing­court ent­spann­ter als 2025, ob­gleich der Rest der Stre­cke ab Pou­ru Saint Re­my mit der von da­mals iden­tisch ist. In Mes­sing­court ma­che ich Rast am Bach, tau­che die Kühl­tü­cher ins Was­ser und ho­le den Cam­ping­stuhl her­vor. We­gen der be­son­de­ren Form der Durch­läs­se tau­fe ich die Brücke «Eu­len­brücke».

Wallonie 2026, Brücke über den RAVeL-Weg Ligne 165A Von mei­nem Rast­platz bis zum RAVeL-Weg Lig­ne 165A sind es nur noch we­ni­ge Me­ter. Die al­te Bahn­stre­cke nach Sainte-Céci­le ist vor­bild­lich aus­ge­baut. Sie steigt sanft an, so­dass ich die mehr als 100 Hö­hen­me­ter, die sie da­bei über­win­det, kaum be­mer­ke. Bei Sainte-Céci­le will mich Ko­moot wie­der auf ei­ne Na­tio­nal­stra­ße schi­cken, die N 83, aber das ver­ei­te­le ich durch Set­zen ei­nes Weg­punkts auf die Rue de Chas­se­pi­er­re. Da­für be­zah­le ich mit deut­lich mehr Hö­hen­me­tern.

Für den Cam­ping les Ca­b­ret­tes, des­sen Zelt­wie­se gut be­legt zu sein scheint, ist es noch zu früh, ich wer­de ei­nen Platz wei­ter­fah­ren, der dann den Weg nach Re­mich am nächs­ten Tag um 20 km ver­kür­zen soll. Erst­mals kom­me ich so durch den Ort Chas­se­pi­er­re. Im Ort tref­fe ich ei­ne flä­mi­sche Fa­mi­lie. Ma­da­me spricht gu­tes, aber auch sehr har­tes Fran­zö­sisch oh­ne Na­sal­lau­te. Wir un­ter­hal­ten uns ein paar Mi­nu­ten über un­se­re Ur­lau­be. Fla­men spre­chen kaum Fran­zö­sisch, die Wal­lo­nen kein Flä­misch. Ich ken­ne das von der Schweiz.

Von Chass­pi­er­re steigt die Stra­ße steil hin­auf, ich fah­re kreuz und quer. An der «ers­ten Mög­lich­keit links» geht es wei­ter berg­auf, al­ler­dings nicht mehr so steil. Hier bin ich mich auf Wirt­schafts­we­gen. Bis Flo­ren­ville blei­be ich auf ei­ner Ne­ben­stra­ße. Der Ort hat ei­nen net­ten und be­leb­ten Kern, den ich aber schon nach we­ni­gen Mi­nu­ten durch­fah­ren ha­be. Es fol­gen 3 km auf ei­ner Ne­ben­stra­ße, dann zweigt der RAVeL L 625 ab, der zu­nächst nach ei­ner wei­te­ren, übelen Schot­ter­stre­cke aus­sieht. Der Zu­stand bes­sert sich aber und die Spur wird stre­cken­wei­se über ei­ne sehr schö­ne Bahn­stre­cke mit neu­en, hel­len und brei­ten Be­ton­plat­ten durch ei­nen Wald ge­führt.

Ab Ja­moig­ne fah­re ich auf ei­nem Rad­weg ent­lang der N 83, der oft 2-3 m von der Stra­ße ent­fernt ist, durch ei­nen brei­ten Grün­strei­fen ge­trennt. Die Stra­ße be­stä­tigt, was vie­le sa­gen, mit de­nen ich re­de: Bel­gi­en ist schmut­zig, hier fliegt al­les aus dem Au­to in den Stra­ßen­gra­ben oder auf den Rad­weg, wenn es ei­nen gibt. In der Stadt ist das schlimm, auf dem Land stört es noch mehr.

Für den Cam­ping Trin­tigny muss man ein­mal durch den klei­nen Ort. Der 4-Sterne-Platz liegt nord­öst­lich auf ei­nem an­sehn­li­chen Are­al. Wallonie 2026, Abendessen am Camping de Chênefleur Die Stell­plät­ze sind groß, die Sa­ni­tär­an­la­gen aus­rei­chend und in ge­pfleg­tem Zu­stand, am Abend bil­den sich kur­ze Schlan­gen vor den Du­schen. Je­der Platz ist mit Was­ser- und Stro­man­schluss aus­ge­stat­tet. Er kos­tet mich 26,50 Euro.

Der Platz hat ein klei­nes Res­tau­rant mit nor­ma­len Prei­sen. Ich be­stel­le mir was mit Hühn­chen, ein Wie­ner­schnit­zel will ich nicht. Die Frit­ten sind o.k, das Ge­mü­se auch. Beim Bier hat man ei­ne Aus­wahl, Ju­pi­ler ist al­ler­dings nicht dar­un­ter. An den Na­men des Biers, das ich trin­ke, kann ich mich nicht mehr er­in­nern, es ist trink­bar und kühl. Beim Es­sen fal­len mir zwei Hol­län­der auf, die sich mit ih­ren Nach­barn un­ter­hal­ten. Ich spre­che am nächs­ten Mor­gen mit ih­nen. Sie fah­ren nach Re­mich, so wie ich, sind aber zü­gi­ger un­ter­wegs. Ich wer­de sie dort wie­der tref­fen.

Tag 16: Cam­ping Trin­tigny - Cam­ping Mo­sel­la, Re­mich, 86 km, 680 Hm

Am nächs­ten Mor­gen ver­ab­schie­de ich mich von den Hol­län­dern, die lan­ge vor mir auf­bre­chen. Zu den Toi­let­ten müs­sen sie an mei­nem Platz vor­bei. Ich früh­stücke wie im­mer aus­gie­big, das ma­che ich zu Hau­se so, das ist hier nicht an­ders. Mit ei­nem Auf­bruch um 8:35 Uhr bin ich dann aber doch recht früh.

Wallonie 2026, Chausée Romaine Ich fah­re noch nicht lan­ge, als ich am Orts­ein­gang von Étal­le auf ei­nen In­ter­mar­ché tref­fe. Ich hal­te an und kau­fe ein. Ich «si­che­re» mir so­zu­sa­gen mein zwei­tes Früh­stück.

Hin­ter Étal­le be­ginnt die al­te Rö­mer­stra­ße, die Chausée Ro­mai­ne, de­ren Fahr­strei­fen mit Be­ton­plat­ten aus­ge­legt sind, ab Sam­pont wird sie zu ei­ner Ne­ben­stra­ße der N 83, die bald auf die Haupt­stra­ße trifft. Ab da fah­re ich auf ei­nem Rad­weg an oder ent­lang der N 83, die mich zu­nächst nach Ar­lon trägt.

Je­der Tag hat sei­ne Be­son­der­hei­ten, sein Mot­to, so auch die­ser. Der Pri­mus-Kocher hat mir das Kaf­fee­ko­chen leich­ter ge­macht. Dass man sei­ne Kar­tu­schen aber nir­gend­wo be­kommt, hat mir das Gerät ein we­nig ver­lei­det. Sehr wahr­schein­lich führt De­c­ath­lon die­ses Mo­dell, aus­pro­biert ha­be ich es nicht. Man muss das im In­ter­net re­cher­chie­ren. Ich fra­ge im­mer mal wie­der an ei­nem Su­per­mar­ché, aber die sind de­fi­ni­tiv zu klein. Al­so be­traue ich mei­ne Bo­den­sta­ti­on mit der Su­che nach Händ­lern.

Wallonie 2026, Primus Gaskartusche Das Er­geb­nis sind drei Händ­ler in Lu­xem­burg, von de­nen nur ei­ner in der Nä­he der ge­plan­ten Tour liegt, da­für dann aber auch mit­ten drauf, in ei­nem Ein­kaufs­zen­trum weit im Sü­den von Lu­xem­burg Stadt, aber nur 30 m von der Rou­te ent­fernt, auf der an­de­ren Stra­ßen­sei­te. Trotz­dem fra­ge ich in Ar­lon an ei­nem Bri­co­mar­ché, fin­de dort aber nur die C 206.

In Ar­lon er­rei­che ich mit 410 m die größ­te Hö­he die­ses Ta­ges. Bis Au­tel­bas fah­re ich auf Wirt­schafts­we­gen, bis Klein­bet­tin­gen auf Ne­ben­stra­ßen. Der Na­me lässt er­ah­nen, dass ich da die Gren­ze zu Lu­xem­burg pas­siert ha­be.

Ich fah­re auf ei­nem sehr stei­len Wirt­schafts­weg in den Wald und ma­che un­weit der Kup­pe Rast auf frei­em Feld, ei­ner Bank im Schat­ten. Bis zu mei­nem Zwi­schen­ziel, dem Shop­ping Cen­ter Clo­che d'Or am Bou­le­vard Raiff­ei­sen, fah­re ich auf Wirt­schafs­we­gen, klei­nen Ne­ben­stra­ßen oder Rad­we­gen ent­lang gro­ßer Stra­ßen.

Ich er­rei­che das gro­ße, mo­der­ne Ge­bäu­de, schie­be das Rad über den Be­hin­der­ten­auf­gang nä­her ans Ge­bäu­de und par­ke es in ei­ner Ni­sche, wo es nie­man­den stö­ren kann, auch nicht bei ei­ner Eva­ku­ie­rung, und schlie­ße es ab. So­fort stürzt sich je­mand von der Sé­cu­rité und ver­langt, dass ich das Rad auf ei­nen Fahr­rad­park­platz fah­re. Lan­ge nach den Po­li­zis­tin­nen fan­ge ich ei­ne zwei­te Dis­kus­si­on an. Da er das Rad nicht schie­ben kann, ver­sucht er es weg­zu­tra­gen.

Ich be­schlie­ße nach viel zu lan­gem hin und her, das Rad vor dem Por­tal auf dem Fuß­weg zu par­ken und schie­be es zu­rück. In die­sem Mo­ment er­scheint ein Kran­ken­wa­gen vor dem Ge­bäu­de, den der Typ von der Sé­cu­rité of­fen­sicht­lich ein­wei­sen soll­te. Er lässt von mir ab und läuft zum Wa­gen, wäh­rend ich das Rad auf dem Bür­ger­steig ne­ben ei­nem über­großen Ab­fall­ei­mer ein­par­ke. Da kann es nie­man­den be­hin­dern.

Der nicht ge­ra­de ober­schlaue Si­cher­heits­frit­ze weist den Kran­ken­wa­gen ein, den er auf dem Bür­ger­steig ab­stel­len will, un­weit vom Ab­fall­ei­mer. Da­bei über­se­hen so­wohl er als auch die jun­ge Fah­re­rin das Schild «Fuß­weg», ob­wohl die Frau am Steu­er dar­um her­um­fah­ren muss. Nur Zen­ti­me­ter be­vor der Auf­bau mit dem Schild kol­li­diert, viel­leicht ei­nen Dau­men breit, kann ich den Kran­ken­wa­gen stop­pen, der zu­rück­setzt.

Ich ver­schwin­de im Ge­bäu­de und be­kom­me tat­säch­lich ei­ne Kar­tu­sche Pri­mus Gas, zwar die teu­ers­te Va­ri­an­te, Win­ter­gas (??). Die Kar­tu­sche muss aus dem La­ger her­an­ge­schafft wer­den. Sie hält bei mei­ner Nut­zung et­wa 8-9 Ta­ge.

Ich ver­las­se die Stadt über He­s­pe­ran­ge und Al­zin­gen. Hin­ter dem Ort tref­fe ich auf ei­ne Stra­ßen­sper­re, ex­pli­zit auch für Fahr­rä­der. Ei­ne Um­lei­tung se­he ich nicht aus­ge­schil­dert, al­so fah­re ich wei­ter. Ein zwei­tes Schild be­tont er­neut ein strik­tes Ver­bot der Durch­fahrt. Trotz­dem fah­re ich wei­ter, muss dann aber er­ken­nen, dass we­gen der Stra­ßen­ar­bei­ten hier kein durch­kom­men ist. Ich veer­su­che ei­ne Um­fah­rung durch den Wald, aber die exis­tiert nur noch auf der Kar­te. Al­so keh­re ich um.

Ich fin­de trotz­dem noch ei­ne sehr gu­te Ab­kür­zung mit ei­nem klei­nen Stück Feld­weg am En­de, aber da bin ich prak­tisch schon an der Ne­ben­stra­ße nach Has­sel, die ziem­lich gut fre­quen­tiert ist. Über ei­ne we­nig be­fah­re­ne Ne­ben­stra­ße er­rei­che ich Fils­dorf und schließ­lich Dal­heim, wo er­neut die fürs Fahr­rad schö­ne­re Stra­ße in Rich­tung El­lan­ge ge­sperrt ist. Da­für muss man neid­los an­er­ken­nen, dass der Zu­stand der Stra­ßen im Land Lu­xem­burg der bes­te der ge­sam­ten Tour ist.

Von El­lan­ge bis Scheu­er­berg nut­ze ich die pis­te cy­cla­ble Jan­ge­li, dann er­rei­che ich Re­mich, wo ich mich ein letz­tes Mal ver­fah­re. We­nig spä­ter über­que­re ich in dich­tem Be­rufs­ver­kehr die Mo­sel­brücke und schwen­ke nach links her­un­ter zum Cam­ping Mo­sel­la.

Wallonie 2026, Moselbrücke bei Remich Der Cam­ping­wart zeigt mir nach dem Check-In, so heißt ei­ne An­mel­dung heu­te, die Ge­ge­ben­hei­ten, al­so die Sa­ni­tär­an­la­gen und die Zelt­wie­se. Dort tref­fe ich be­reits auf die Hol­län­der. Nach ein paar Wor­ten mit ih­nen fährt ein Eis­wa­gen vor­bei. Ich gön­ne mir ei­nes für 4,50. Da es sehr warm ist und das Hörn­chen ver­gleichs­wei­se klein, kip­pe ich das gan­ze Kon­strukt kopf­über in ei­ne mei­ner Kaf­fee­tas­sen. So es­se ich Eis im Be­cher mit Hörn­chen.

Die Zelt­wie­se ist ein ziem­li­cher Acker. Zu­nächst bin ich sehr von der ebe­nen Par­zel­le un­ter Bäu­men an­ge­tan, dann su­che ich ver­zwei­felt ei­nen mög­lichst gleich­mä­ßi­gen Un­ter­grund für das Zelt. Schließ­lich wer­de ich fün­dig und baue das Zelt so­gleich auf. So wird es im­mer spä­ter.

Wallonie 2026, Camping Mosella, Bitburger am Zeltplatz Da ich auf der deut­schen Sei­te kei­nen La­den fin­de, ei­ne Tank­stel­le wür­de sich we­gen der Prei­se in Lu­xem­burg oh­ne­hin nicht hal­ten, fah­re ich über die Mo­sel­brücke ins Nach­bar­land und kau­fe an ei­ner Tank­stel­le ein, dar­un­ter zwei Büch­sen Bit­bur­ger. Der ein­zi­ge Wein, der mir zu­sagt, hat kei­nen Jahr­gang, al­so las­se ich die Fin­ger da­von.

Nach Abend­es­sen und Du­schen wird es lang­sam dun­kel, deut­lich frü­her als im Wes­ten Frank­reichs, wo ich 4° wei­ter west­lich war. Nach er­folg­lo­sen Ver­su­chen, den Ster­nen­him­mel zu fo­to­gra­fie­ren, krab­be­le ich ir­gend­wann im Schein der Ta­schen­lam­pe ins Zelt.

Tag 17: Cam­ping Mo­sel­la - Cam­ping Wei­er­wei­ler Müh­le, 62 km, 929 Hm

Ich ver­las­se den Platz ge­gen 8 Uhr, wer­fe den Schlüs­sel für die Sa­ni­tär­an­la­gen in den Brief­kas­ten und fol­ge den An­ga­ben der Na­vi­ga­ti­on. Zur Ehren­ret­tung von Kom­moot muss ich sa­gen, dass sich die fol­gen­den, teils Wallonie 2026, Blick von Der Moselbrücke Remich dra­ma­ti­schen Sze­nen auf We­gen ab­spie­len, die das Pro­gramm nicht ge­plant hat. Ich hat­te mir in den Kopf ge­setzt, den Saar­land­rad­weg zu fah­ren. Die zu­ge­hö­ri­ge GPX-Datei la­de ich mir von ei­nem der Por­ta­le ei­ner Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on her­un­ter.

Gut, dass ich es ge­macht ha­be, so kann ich die wohl schwie­rigs­ten Pas­sa­gen aus ei­ge­ner Er­fah­rung be­ur­tei­len. Schon nach we­ni­gen Ki­lo­me­tern bie­ge ich auf ei­ne Stra­ße ein, die mit ei­nem der be­rüch­tig­ten Stei­gungs­schil­der be­ginnt: «Die­se Stra­ße steigt 250 Me­ter auf 5 km». Ku­ri­os ist, dass man den Rad­weg auf die lin­ke Sei­te des Auf­stiegs ge­legt hat, im­mer­hin mit Dop­pel­mar­kie­rung und akus­ti­schem Über­fahr­schutz. Die mä­ßi­ge Stei­gung von nur 5% er­laubt ein ge­ra­des Hin­auf­fah­ren.

Bei Tet­tin­gen-Butz­dorf, die Stra­ße hat noch nicht die Hälf­te hin­ter sich, geht es auf Ne­ben­stra­ßen durch die Ort­schaft. Da­nach folgt ei­ne Ne­ben­stra­ße, die nur ei­ne Spur breit ist aber be­fah­ren wird. Die Au­tos müs­sen halt in den Gra­ben. Wallonie 2026, Aussicht vom Saarlandradweg an der B 406 Ein Mäh­dre­scher mit Ket­ten­an­trieb vor­ne über­holt mich am Berg. Von der Mo­sel, wo man sich auf der Hö­he 140 m be­fin­det, klet­te­re ich bis zur B 406 260 Hö­hen­me­ter bergan.

Ent­lang der Bund­stra­ße gibt es zu­nächst ei­nen Wirt­schafts­weg, dann geht es für 150 m auf die Fahr­bahn. An der Kreu­zung mit der B 407 en­det die B 406, al­ler­dings ist die sich an­schlie­ßen­de L 177 nach Or­scholz kei­nen Deut bes­ser. Die­sen fast 7 km lan­gen Ab­schnitt, bei dem sich Stei­gun­gen und Ge­fäl­le per­ma­nent ab­wech­seln, muss man ir­gend­wie über­ste­hen. Er ge­hört auch nicht zum Saar­land­rad­weg, der die­se Pas­sa­ge um­fah­ren hät­te, al­ler­dings auf Kos­ten der Aus­sicht auf die Saarschlei­fe. Was soll das?

Wallonie 2026, Saarschleife bei Mettlach Bei Or­scholz zwei­ge ich zum Aus­sichts­punkt «Saarschlei­fe» ab. Zu­nächst ha­be ich Pro­ble­me den Punkt zu fin­den, weil es wie­der ziem­lich bergab geht. Zu­dem gibt es ei­nen al­ter­na­ti­ven, kos­ten­pflich­ti­gen Baum­gip­fel­pfad, der zu ei­nem un­gleich hö­he­ren Aus­sichts­punkt auf ei­nem Turm führt, al­les auf­wän­dig in­sze­niert, aber für mei­ne Rad­tour über­di­men­sio­niert.

Ich fas­se mir ein Herz und fah­re den Berg hin­un­ter. Hin­ter ei­ner Kur­ve kom­me ich dann an ein Stein­ge­bäu­de mit Ter­ras­se und Mau­er. Die Aus­sicht wird frei­ge­hal­ten, in­dem Bäu­me ge­fällt und Sträu­cher ge­schnit­ten wer­den. Ich ma­che ein Fo­to von der Schlei­fe, pos­te es und tre­te den Rück­weg an.

Wallonie 2026, Saarlandradweg, Abfahrt nach Taben-Rodt Ich fah­re von Or­scholz nach Wei­ten, wo dann das ei­gent­li­che Dra­ma auf der Ab­fahrt nach Ta­ben-Rodt sei­nen Lauf nimmt. Zu­nächst steigt der Weg noch ziem­lich steil um 45 m auf die Hö­he 420 m an, dann fällt er auf ei­ner Län­ge von 4,3 km mit durch­schnitt­lich 4% ins Tal. Da­run­ter sind ei­ni­ge sehr stei­le Ab­schnit­te. Dann folgt ein Hin­weis­schild mit der An­ga­be, dass nun 12% Ge­fäl­le fol­gen. Mein Pro­gramm wird aus den Da­ten spä­ter 16% be­rech­nen.

Hät­te ich den so­ge­nann­ten «Rad­weg» in der Ge­gen­rich­tung be­fah­ren, wä­re ich hier mit Ge­päck nicht hoch­ge­kom­men. Ei­ne Frech­heit!

Wallonie 2026, idyllische Saar An der Saar ist der Weg na­tür­lich eben und per­fekt, glaubt man, aber er ist ge­schot­tert und in schlech­tem Zu­stand. Tie­fe Schlaglö­cher er­for­dern vol­le Auf­merk­sam­keit, die man ger­ne der Land­schaft ge­wid­met hät­te. Ich fol­ge ihm bis zu ei­ner Ka­pel­le, in de­ren Schat­ten ich Mit­tags­pau­se ma­che, und wei­ter bis Mett­lach.

Nach ei­ner kur­zen und stei­len Stei­gung am Orts­aus­gang von Mett­lach geht es über ei­nen Wald­weg ent­lang der Sport­stät­ten bis zur L 375, die er­täg­lich steil auf die Hö­hen führt. Nach et­wa 2 km zweigt ein Rad­weg ab, der nach Haus­bach führt. Vor dem Ort liegt ei­ne klei­ne Pass­hö­he, 335 m, so­dass es bei ste­tem auf und ab bleibt.

Wallonie 2026, Saarlandradweg, Schloss Münchweiler Hin­ter Haus­bach sind noch ein­mal 100 Hm zu über­win­den, be­vor der Weg nach Los­heim am See sanft ab­fällt. Da­ran än­dert sich nichts mehr bis Münchwei­ler. Kurz vor dem klei­nen Ort rutscht mir das Fahr­rad vor ei­ner Brücke über den Los­hei­mer Bach ab. Beim Her­un­ter­schal­ten springt die Ket­te über, was das Rad an der kur­zen, stei­len Auf­fahrt zur Brücke zum Ste­hen bringt. Ich sprin­ge ab und hal­te es mit ei­ner Hand fest. Ich brau­che bei­de Hän­de, um es wie­der auf den Weg zu zie­hen.

Wallonie 2026, Campingplatz Weierweiler Mühle Von Münchwei­ler zum Cam­ping Wei­er­wei­ler Müh­le sind es nur noch vier Ki­lo­me­ter, aber auf den vor­letz­ten zwei da­von fah­re ich über 60 Hö­hen­me­ter, am En­de sind es 929. Vor 40 Jah­ren hat­te ich schon ein­mal 2.700 Hm auf dem Ta­cho, aber für die Rech­nung der Neu­zeit, die im Früh­jahr 2025 mit der GARMIN Ins­tinct 2X So­lar be­gann, ist das ein neu­er Re­kord.

Der Cam­ping­platz Wei­er­wei­ler Müh­le ist nur be­dingt auf Ta­ge­stou­ris­ten ein­ge­stellt. Ich hat­te an­ge­ru­fen, ob ich kom­men könn­te, und hat­te ei­ne Zu­sa­ge be­kom­men. Der Platz hat ei­ne klei­ne Knei­pe, aber oh­ne Bier vom Fass, da­für ei­ne ge­müt­li­che Ter­ras­se in ei­nem sen­sa­tio­nel­len Am­bien­te. Man sitzt ober­halb der Mühl­tei­che mit schö­nem Aus­blick. Es­sen gibt es auch nicht, aber man reicht mir den Flyer ei­nes Piz­za­diens­tes. Ich zah­le et­wa 12 Euro für die Über­nach­tung.

Ich be­kom­me ei­nen net­ten Platz auf der Wie­se zwi­schen Bar (hier be­fin­den sich auch Sa­ni­tär­an­la­gen) und Mühl­teich zu­ge­wie­sen. Es tref­fen dann noch wei­te­re Per­so­nen ein, al­le mit Kenn­zei­chen der Re­gi­on.

Wallonie 2026, Pizza Party Da ich auch für den nächs­ten Tag kein Brot mehr ha­be, wäh­le ich als For­mat für die Quat­tro Sta­gio­ni «Par­ty», 30 mal 60 cm². Ich es­se die Hälf­te am Abend, den Rest packt man mir in Alu­fo­lie ein für den nächs­ten Mor­gen. Ich ha­be noch am nächs­ten Mit­tag et­was da­von. An­de­re Gäs­te be­kom­men auch Hun­ger und be­stel­len ei­ne wei­te­re, gro­ße Fuh­re. Ich sit­ze in amüsan­ter Run­de und es­se krank­heits­be­dingt lang­sam.

Zu­sam­men mit den bei­den Bier nach der An­kunft ver­til­ge ich an die­sem Abend 9 Fla­schen Bit. Nach­dem die an­de­ren Gäs­te ge­ges­sen ha­ben und auf­bre­chen, schließt die Bar. Das Zei­chen für mich, eben­falls schla­fen zu ge­hen.

Tag 18: Cam­ping Wei­er­wei­ler Müh­le - Cam­ping Bo­stal­see, 48 km, 629 Hm

Um 8:30 Uhr bin ich be­reit zum Auf­bruch. Ich fül­le die Was­ser­fla­schen, be­rei­te die Küh­lung vor und si­che­re die Auf­hän­gung der Len­ker­ta­sche mit Splin­ten. Wallonie 2026, Saarlandradweg, Steigungshinweis Den ers­ten Schreck jagt mir ein Schild ein, das ei­ne um­ge­rech­net fast 9%-ige Stei­gung an­kün­digt. Am En­de ist al­les halb so wild, da die Stei­gung hin­auf nach Weis­kir­chen we­ni­ger als 7% be­trägt. Sie fühlt sich auch so an.

Ges­tern hat­te ich am Cam­ping Bo­stal­see an­ge­ru­fen und ge­fragt, bis wann ich an­kom­men kön­ne. Aber ich ha­be gut dar­an ge­tan, nicht so­weit zu fah­ren, denn dann wä­ren noch ein­mal 620 Hö­hen­me­ter da­zu ge­kom­men, wie­der auf ab­surd stei­len Stre­cken. In Weis­kir­chen wei­che ich von der ge­plan­ten Stre­cke ab, weil ich in Thai­len Bar­geld ab­he­ben will, 200 Euro. Der Um­weg ist klein, der Nut­zen groß, denn ei­ni­ge Cam­ping­plät­ze und Bars las­sen Kar­ten­zah­lun­gen erst ab ei­nem ge­wis­sen Be­trag zu.

Der mitt­le­re Stre­cken­ab­schnitt ist mas­siv steil. Vie­le Pas­sa­gen schaf­fe ich nur, weil ich kreuz und quer über die Stra­ße fah­re. Da­bei ho­le ich fast ei­nen Strom­rad­fah­rer vom Rad, der sich am Ran­de vor­bei quet­schen muss. Sei­ne Frau kommt dem Sturz noch nä­her. Wie däm­lich muss man sein, die Si­tua­ti­on der­art falsch ein­zu­schät­zen? Klin­geln hät­te ge­nügt. Kein Wun­der, dass von de­nen so vie­le ver­un­glücken.

Wallonie 2026, Saarlandradweg, Talsperre Nonnweiler Ich fol­ge dem Prims­rad­weg vom In­dus­trie­ge­biet Lock­wei­ler West bis zur Tal­sper­re Nonn­wei­ler. Die­ser gut 15 km lan­ge Ab­schnitt ge­hört zu den ent­spann­te­ren des Ta­ges, auch wenn der Auf­stieg zum Damm ei­ne der steils­ten Stei­gun­gen des Nach­mit­tags ist. Teil­wei­se auf Wirt­schafts­we­gen durch die Flus­sau­en ge­führt, fühlt sich die Stei­gung stets mo­de­rat an.

Man ver­lässt die Tal­sper­re auf ei­nem Wald­weg mit star­kem An­stieg zum Park­platz am Kel­ten­park, um dann mit ei­ner Sen­ke bei Schwar­zen­bach zum Sin­nen­berg auf­zu­stei­gen, meist auf Wirt­schafts­we­gen. Hier er­reicht der Weg die Hö­hen 580 m. Bis zum Bo­stal­see, wo ich auf den Na­herad­weg tref­fe, geht es von dort mit ei­nem mitt­le­ren Ge­fäl­le von 4,5% ber­gab.

Wallonie 2026, Saarlandradweg, Bostalsee Der See ist ein gro­ßer Frei­zeit­park und an die­sem Sams­tag bei bes­tem Wet­ter und ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren gut be­sucht. Ich fol­ge ei­nem Schot­ter­weg bis zum Cam­ping­platz, der bei cam­ping.in­fo mit 5 Ster­nen no­tiert ist. Der Chef, der sehr hilfs­be­reit ist und sich um sei­ne Gäs­te küm­mert, zwin­kert mit dem Au­ge, als ich ihn nach sei­nem 5. Stern fra­ge.

Der Cam­ping­platz Bo­stal­see ist groß und fle­xi­bel hin­sicht­lich der Auf­nah­me von Ein­zel­wan­de­rern. Es gibt kein Tor und kei­ne Dusch­mar­ken, aber ei­ne Kar­te mit 10 Euro Pfand als Zu­gang zu den Du­schen. Die Stell­plät­ze sind hin­rei­chend eben, vor al­lem die Zelt­plät­ze, die es als Par­zel­len oder auf ei­ner gro­ßen Zelt­wie­se gibt. Strom ist am Platz und im Preis von 26,50 Euro in­be­grif­fen, Was­ser in der Nä­he. Die Sa­ni­tär­an­la­gen sind sau­ber, mo­dern und in der Zahl üp­pig be­mes­sen.

Es gibt kein Res­tau­rant aber ei­ne Art Frit­ten- und Würst­chen­stand mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten und kal­ten Ge­trän­ken. Ich ha­be be­reits ein ein­fa­ches Abend­es­sen hin­ter mir und trin­ke ein Bit, oder zwei. An die­sem Tag über­schrei­tet die Zahl der Ki­lo­me­ter erst­mals die 1500er Mar­ke. Die Tour ist da­mit die längs­te seit 1993. Und noch lie­gen mehr als 270 km vor mir.

Tag 19: Cam­ping Bo­stal­see - Cam­ping Na­he­müh­le, 76 km, 580 Hm

Der Sonn­tag be­ginnt mit ei­ner Ka­ta­stro­phe. Beim Ver­las­sen der Par­zel­le stel­le ich fest, dass der Frei­lauf nicht mehr funk­tio­niert. Dies­mal ist es de­fi­ni­tiv die Mecha­nik. Ich baue das Hin­ter­rad vor den Sa­ni­tär­an­la­gen aus, kann aber nicht er­ken­nen, was ich wo re­pa­rie­ren kann. Wallonie 2026, Bostalsee, Haus auf dem Kopf Zwar be­kom­me ich hin, dass der Frei­lauf bei star­ker Span­nung der Ket­te ei­ne Um­dre­hung er­laubt, aber auch nicht mehr. Das Fah­ren oh­ne Frei­lauf be­deu­tet, dass die Ket­te die Pe­da­le un­ent­wegt be­wegt. Wenn ich nicht schnell ge­nug tre­ten kann, muss ich brem­sen. An die­sem Tag wird mir auch nie­mand hel­fen kön­nen. We­gen des Re­pa­ra­tur­ver­suchs kom­me ich spät los. Im­mer­hin kann ich mir die Hän­de wa­schen.

Die 76 km bis zum nächs­ten Cam­ping­platz wer­den ei­ne Tor­tur. Im­mer wie­der ver­ges­se ich, dass ich un­ent­wegt här­ter tre­ten muss als sich das Rad be­wegt. Trotz ei­ni­ger Zwi­schen­fäl­le brin­ge ich das Rad bis ins Ziel. Ei­ne ge­ris­se­ne Ket­te oder ein ab­ge­ris­se­ner Ket­ten­wer­fer wä­ren das En­de der Rad­tour.

Un­weit des Bo­stal­sees tren­nen sich in Noh­fel­den Saar­land- und Na­herad­weg. Wer nun glaubt, dass mit dem Er­rei­chen der bei Bin­gen in den Rhein mün­den­den Na­he die Zeit der stei­len Stei­gun­gen vor­bei sei, irrt. Der Rad­weg über­win­det zwi­schen Noh­fel­den und Neu­brücke 50 Hm bei ei­ner Län­ge von 1,6 km bis zum höchs­ten Punkt. Der steils­te Ab­schnitt weist 6% auf.

In Neu­brücke kau­fe ich ei­ne Co­la an ei­ner Tank­stel­le, die Hälf­te trin­ke ich vor Ort. Den Zu­cker wer­de ich in kür­zes­ter Zeit ver­brannt ha­ben, denn der Weg steigt als­bald wie­der an hin­auf zur Kreis­stadt Bir­ken­feld, von dort wei­ter bis zur B 41 bei Schmiß­berg. Hier an­ge­kom­men hat man fast 100 Hm über­wun­den. Da­nach gibt der Weg die ge­won­ne­nen Hö­hen­me­ter sehr schnell wie­der ab. Die Ab­fahrt nach Elch­wei­ler ist ziem­lich steil. Die Brem­sen kom­men nicht zur Ru­he.

Wallonie 2026, Blick auf die Rilchenbergkaserne, Idar-Oberstein Zwi­schen Bur­bach und Kron­wei­ler fol­ge ich zu­nächst der B 41 auf ei­nem Rad­weg, dann der L 173. Ab Kron­wei­ler geht es durch den Wald, as­phal­tiert aber auch wie­der 50 Hm steil berg­auf.

Der letz­te stei­le An­stieg für heu­te liegt zwi­schen Ham­mer­stein und Idar-Ober­stein, et­wa 70 Hm. Vom höchs­ten Punkt der Stre­cke hat man ei­nen schö­nen Bli­ick auf die Ril­chen­berg­ka­ser­ne jen­seits der Na­he. Die stei­le Ab­fahrt führt mich di­rekt zum Bahn­hof von Idar-Ober­stein. Dort ma­che ich ei­ne kur­ze Rast, pa­cke aber nichts aus au­ßer ei­nem Snickers, das den größ­ten Hun­ger stillt.

Wallonie 2026, Felsenkirche über Idar-Oberstein Hin­ter Idar-Ober­stein wird es dann tat­säch­lich eben und die Ten­denz fal­lend. Bis zum Ta­ges­ziel macht das 100 Hm aus. Der Weg folgt Wirt­schafts­we­gen, Orts- und Ne­ben­stra­ßen so­wie Rad­we­gen an Haupt­stra­ßen. Für ei­nen Fluss­rad­weg sind mir die ro­man­ti­schen, am Fluss ge­führ­ten Ab­schnit­te ent­schie­den zu kurz. Die Be­bau­ung ent­lang der Rou­te reißt prak­tisch nicht ab.

Der Cam­ping­platz Na­he­müh­le liegt gut ei­nen Ki­lo­me­ter vor Mon­zin­gen. Er bie­tet ei­nen klei­nen Ver­pfle­gungs­punkt, der aber nur ge­öff­net ist, wenn es sich lohnt, wenn ge­nug Gäs­te am Platz sind. Die Sa­ni­tär­an­la­gen sind sau­ber, die Du­schen sind die bes­ten der Tour mit Ar­ma­tu­ren, die ich so nur von zu Hau­se ken­ne, mit Über­kopf- und Hand­du­sche. Sie ar­bei­ten oh­ne Dusch­mar­ken.

An die­sem Aben gibt es noch küh­le Ge­trän­ke, ich neh­me mir drei Kir­ner Pils mit ans Zelt. Die Zelt­wie­se ist groß. Et­wa 50 m ent­fernt steht ein VW-Bus T3 mit Cam­ping­aus­stat­tung und fes­tem Hoch­dach. Der Fah­rer, Hans, lädt mich auf ein Glas Wein an den Bus ein. Ich neh­me mir et­was zu es­sen mit. Es wird ein net­ter Abend. Als ich von dem de­fek­ten Frei­lauf er­zäh­le, sagt er: «Wenn mir so et­was pas­sie­ren wür­de, wä­re die Tour zu En­de und ich sä­ße im nächs­ten Zug. Da bist Du an­ders ge­strickt.»

Tag 20: Cam­ping Na­he­müh­le - Wei­ler, 54 km, 380 Hm

Vom Cam­ping­platz fah­re ich nach So­bern­heim, wo ich beim Rad­ser­vice Jung vor­stel­lig wer­de. Nach Ab­la­den und Aus­bau des Hin­ter­rads stellt der Chef fest, dass der Frei­lauf er­setzt wer­den muss. Vor Ort geht das Wallonie 2026, letzte Bergwertung auf dem Naheradweg nicht. Al­so la­de ich auf und fah­re wei­ter.

Be­vor ich Bad Kreuz­nach er­rei­che, steht hin­ter dem Nie­dertha­ler Hof noch ei­ne Berg­prü­fung auf dem Pro­gramm. Der Weg ist steil aber we­nig be­fah­ren, so­dass ich mit «Me­an­drie­ren» gut klar­kom­me. Die Ab­fahrt ist an­spruchs­voll oh­ne Frei­lauf, da der größ­te Gang nicht reicht, um mit­zu­tre­ten. Al­so bin ich viel mit der Brem­se un­ter­wegs.

Wallonie 2026, Saline in Bad Kreuznach Zwi­schen Nie­der­hau­sen und Bad Kreuz­nach ver­dient sich der Rad­weg sei­nen Na­men. Erst­mals geht es für län­ge­re Zeit durch die Na­heau­en. Von Bad Müns­ter am Stein-Ebern­burg ver­su­che ich Freun­de an­zu­ru­fen, um sie auf ei­nen Kaf­fee zu be­su­chen, aber es geht nie­mand ans Te­le­fon. We­gen des Pro­blems mit dem Frei­lauf hat­te ich nicht frü­her an­ru­fen wol­len. Ich selbst bin ver­wun­dert, dass ich es bis hier ge­schafft ha­be.

Der ka­put­te Frei­lauf be­hin­dert mich, aber ir­gend­wie schaf­fe ich es, die be­son­de­ren An­for­de­run­gen an das Fah­ren zu ver­in­ner­li­chen. Es kommt im­mer sel­te­ner da­zu, dass die Ket­te auf­läuft.

Wallonie 2026, Brückenhäuser in Bad Kreuznach In Bad Kreuz­nach kau­fe ich et­was zu trin­ken in ei­nem grö­ße­ren Kiosk, un­mit­tel­bar hin­ter der Brücke mit den Brücken­häu­sern. Da­nach fol­ge ich der Na­he auf Ne­ben­stra­ßen, die an der Pfingst­wie­se in ei­nen Rad­weg auf der Deich­kro­ne über­ge­hen.

Bis Bret­zen­heim ist der Weg eher un­an­sehn­lich, bis Müns­ter-Sarms­heim geht es dann wie­der über Wirt­schafts­we­ge, vor­bei an Lan­gen­los­heim und Gen­sin­gen. Bei Grols­heim und Die­ters­heim führt der Weg mit­ten durch den Ort. Un­an­ge­nehm ist nur die Pas­sa­ge über die Na­he­brücke, aber die kann ich dem Na­herad­weg nicht an­krei­den.

Wallonie 2026, Aufstieg von Münster-Sarmsheim nach Weiler Ca. 8 km vor Wei­ler las­se ich Goo­gle die Rou­te be­rech­nen. Über die Tal­stra­ße in Müns­ter-Sarms­heim führt der aus Mit­teln der EU mit­fi­nan­zier­te Weg hin­auf auf die Hö­hen. Nach ei­ni­gen hun­dert Me­tern biegt man rechts ab auf ei­ne Schot­ter­pis­te, dann scharf links. Schließ­lich er­ken­ne ich den Weg wie­der, den wir vor Jah­ren, zu Fuß von Rüm­mels­heim kom­mend, ge­nom­men hat­ten und der durch die Krebs­bach führt. Ge­gen 16 Uhr er­rei­che ich Wei­ler.

Tag 21: Wei­ler bei Bin­gen - Bonn, 141 km, 240 Hm

Ich hat­te mir fest vor­ge­nom­men, die Tour nicht über drei Wo­chen aus­zu­deh­nen. Da ich be­reits 20 Ta­ge un­ter­wegs bin, muss ich fol­ge­rich­tig die letz­ten 140 km an ei­nem Tag fah­ren. Das Wet­ter ist an die­sem Diens­tag wie­der ge­gen mich. Gro­ße Hit­ze um 32°C und star­ker Ge­gen­wind Wallonie 2026, Mäuseturm/Bingen bei Niedrigwasser am spä­ten Nach­mit­tag bis 40 km/h las­sen Bö­ses ah­nen. Zu­dem ist für Ko­blenz ein Ge­wit­ter an­ge­kün­digt. Auf der Ha­ben-Lis­te steht, dass ich den Weg schon sehr oft ge­fah­ren bin.

Ich ste­he früh auf, früh­stücke gut, schmie­re Bro­te für die Fahrt und ver­ab­schie­de mich von der Ver­wandt­schaft. Kurz vor 8 Uhr bin ich be­reits un­ter­wegs. We­gen der Bau­stel­le am neu­en Kreis­ver­kehr in Bin­ger­brück und der To­tal­sper­rung der Stra­ße nach Wei­ler fah­re ich durch die Müh' und über die Dru­sus­brücke zur Na­he­mün­dung. Dass ich drei Wo­chen oh­ne Re­gen auf Tour war, zeigt ein­drucks­voll das Bild vom Mäu­se­turm in Bin­gen, wo man mehr Land als Was­ser sieht.

Wallonie 2026, Mineralwasser am Rhenser Brunnen Wie im­mer er­set­ze ich am Brun­nen der Rhen­ser Mi­ne­ral­was­ser den In­halt der Was­ser­fla­schen ge­gen Mi­ne­ral­was­ser oh­ne Koh­len­säu­re, das per­ma­nent und sehr lang­sam aus ei­nem klei­nen Hahn fließt, hier ein Archiv­bild. Am Brauch­was­ser­brun­nen da­ne­ben tau­che ich al­le Tü­cher ins Was­ser und ver­schaf­fe den Fla­schen so wei­te­re zwei Stun­den Küh­lung. Kur­ze Zeit spä­ter er­rei­che ich den Ko­blen­zer Bier­gar­ten im Sü­den der Stadt. Die Braue­rei be­gann 1689 in der Alt­stadt von Ko­blenz. Sie wur­de 1885 ver­legt und war seit­her als «Braue­rei an der Kö­nigs­bach» be­kannt. Aus je­ner Zeit Wallonie 2026, Biergarten an der Koblenzer Brauerei stam­men noch vie­le Bier­glä­ser. Da Zu­cker schnel­ler in den Blut­kreis­lauf ge­langt als Koh­len­hy­dra­te, neh­me ich meist Nuss­ecken da­zu, oder ei­nen Ku­chen, wenn es die­se nicht gibt.

Ich hal­te die Pau­se kurz und bin so in der La­ge, dem Re­gen in Ko­blenz nach Nor­den zu ent­kom­men. Ich ma­che noch ei­nen wei­te­ren Halt in Bad Brei­sig für ein großes Glas Bit­bur­ger, am Rand des Re­gen­ge­biets. Nach Sü­den hin ist der Him­mel fins­ter. Von hier aus ha­be ich noch 35 km vor mir, die ich we­gen des Ge­gen­winds, der ge­gen Abend wie vor­her­ge­sagt mäch­tig auf­frischt, nicht oh­ne ei­ne wei­te­re But­ter­brot­pau­se un­ter die Rä­der neh­me.

Nach 1.800 km und 10.000 Hö­hen­me­tern bin ich ge­gen 21 Uhr wie­der zu Hau­se. Das Rad geht am Tag da­nach zur Re­pa­ra­tur. Es wird auf ein kom­plett neu­es Hin­ter­rad her­aus­lau­fen nach nur 45.000 km Lauf­leis­tung.