Süd­schwe­den

Die gro­ße Über­ra­schung die­ser Rei­se

Nebenstraße in SüdschwedenDass ich Süd­schwe­den so viel Raum wid­me, liegt dar­an, dass ich die un­spek­ta­ku­lä­re Fahrt durch die­ses Mit­tel­ge­bir­ge als ei­nen der klei­nen Hö­he­punk­te der Rei­se er­le­be. Ich hät­te nie ge­dacht, dass die­ses schon herbst­li­che Fleck­chen Er­de ei­nen so star­ken Ein­druck auf mich ma­chen wür­de. Ei­ner­seits über­trifft die Land­schaft mei­ne Er­war­tun­gen, an­de­rer­seits er­wei­sen sich die Stra­ßen als aus­ge­spro­chen ru­hig und in sehr gu­tem Zu­stand. Zwar ge­ra­te ich hin und wie­der auf nicht as­phal­tier­te Ne­ben­stra­ßen, aber die Qua­li­tät des Schot­ters Südschwedenist dann so, dass man kei­ne Angst um Rad und Spei­chen ha­ben muss.
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Vor al­lem ist die Ge­gend zwi­schen Os­kars­hamn und Trel­le­borg ei­ne rich­ti­ge Seen­land­schaft mit vie­len ver­streu­ten, klei­nen Sied­lun­gen, Südschwedenum die her­um zahl­rei­che Ba­de­plät­ze an­ge­legt sind, die sich her­vor­ra­gend zum Zel­ten und Ba­den eig­nen. Und so nut­ze ich bei Ru­da ei­nen sol­chen «Ba­de­plats» zum Über­nach­ten. Bei Tings­ryd fin­de ich hin­ge­gen nur ei­nen 4 m2 gro­ßen, frei­en Platz an ei­nem See - aber das reicht auch.
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Hält man sich auf den Ne­ben­stra­ßen, so ist der Ver­kehr fast zu ver­nach­läs­si­gen. Über­dies fah­ren die Schwe­den sehr dis­zi­pli­niert, so dass ich ei­ni­ge un­ge­stör­te Ta­ge er­le­ben darf. Ich bin nun schon sehr na­he an der Ern­te­zeit und kann mir über­all et­was Ver­pfle­gung vom Bau­me pflücken. Obsternte - es wird HerbstAuch Pil­ze sind noch ver­brei­tet: Bei ei­ner Rast in ei­ner Art Schloß­park fällt mir ein Bo­vist von der Grö­ße ei­nes Fuß­balls auf.
Südschweden*
Süd­schwe­den ist sehr nied­lich. Hier sind Wän­de be­son­ders weiß ge­tüncht, Bruch­stein­mau­ern be­son­ders auf­wen­dig aus­ge­fugt, die Far­men sind von Holz­gat­tern statt von Sta­chel­drahtzäu­nen um­ge­ben und die Parks er­in­nern ein we­nig an die Aus­s­tel­lungs­flä­chen ei­ner Gar­ten­schau. Grö­ße­re Häu­ser ha­ben hier Gar­ten­lau­ben und al­les wirkt lie­be­voll ge­pflegt.
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Mit die­sem Ein­druck ver­ab­schie­de ich mich von Skan­di­na­vi­en. In der Nacht des 53. Ta­ges fah­re ich das Rad auf die Nils Hol­ger­son der TT-Linie. Da­mit en­det nach 5200 km der we­sent­li­che Teil der Rad­tour zum Nord­kapp.