Pla­nung der Rei­se­rou­te

Ko­moot, Graph­Hop­per und an­de­re Quel­len

In Ar­beit

Vor­wort

1980 hat­te ich mei­ne ers­te Rad­tour un­ter­nom­men und 1992 mei­ne vor­läu­fig letz­te. Ein­ma­lig un­ter­bro­chen von ei­ner 540 km lan­gen Tour im Som­mer 2006, las­se ich die­se wun­der­ba­re Tra­di­ti­on erst 2024 wie­der auf­le­ben mit ei­ner Fahrt nach Mais­se, 60 km süd­lich von Pa­ris.

Hat­te ich bis da­hin die Rou­ten­pla­nung noch auf der Shell Ge­ne­ral­kar­te oder der Car­te Mi­che­lin auf­ge­setzt, bei­de im Maß­stab 1:200.000, so er­folgt die Pla­nung heu­te kom­plett di­gi­tal. Selbst als Backup schlep­pe ich kein ana­lo­ges Kar­ten­ma­te­ri­al mit, statt­des­sen füh­re ich ein zwei­tes Smart­phone mit, das ak­tu­ell ge­nug ist, um die gän­gi­gen Na­vi­ga­ti­ons­pro­gram­me aus­zu­füh­ren. Wa­rum Pa­pier nicht voll­stän­dig ver­schwun­den ist, wer­de ich spä­ter er­läu­tern.

Aus­wahl der Rei­se­rou­te

Das Wet­ter ist der ent­schei­den­de Fak­tor ei­ner sol­chen Rei­se, dicht ge­folgt von der Rei­se­rou­te selbst. Wer vie­le Ki­lo­me­ter im dich­ten Ver­kehr mit­schwim­men muss, ist als­bald da­von ge­nervt, auch wenn ei­ne sol­che Rou­te viel­leicht be­son­ders kurz ist und we­ni­ger Hö­hen­me­ter zu über­win­den sind. Wer auf ei­ner Rad­tour zel­ten will, muss zu­dem die La­ge von Cam­ping­plät­zen ent­lang der Rou­te im Au­ge be­hal­ten, da­mit nicht die ei­ne Etap­pe be­son­ders kurz aus­fällt, die nach­fol­gen­de da­für ei­ne un­ge­bühr­li­che Kraft­an­stren­gung er­for­dert.

Bei der Aus­wahl ei­ner op­ti­ma­len Rou­te hel­fen drei we­sent­li­che Quel­len:

  • Emp­feh­lun­gen von Rad­fah­rern, die die ge­wünsch­te Stre­cke be­reits ge­fah­ren sind.
  • Por­ta­le, die Rad­we­ge mehr oder we­ni­ger nach The­men und/oder Re­gi­on ord­nen.
  • Pla­nungs­pro­gram­me wie Goo­gle Maps, Graph­Hop­per oder Ko­moot.
  • Wir set­zen vor­aus, dass al­le Da­ten als GPX-Datei vor­lie­gen, meist nur die rei­ne Fahr­stre­cke, sel­ten mit Weg­punk­ten (Points of In­te­rest, POIs), die die Cm­ping­plät­ze oder zu­min­dest die Ort­schaf­ten ent­lang der Rou­te re­prä­sen­tie­ren.

    Emp­feh­lun­gen an­de­rer Rad­fah­rer

    Ent­schließt man sich, den Emp­feh­lun­gen an­de­rer Rad­fah­rer zu fol­gen, muss man sich über ei­ni­ge Din­ge im Kla­ren sein. Auf­ge­zeich­ne­te Rad­tou­ren ent­hal­ten imm­mer Feh­ler, die durch falsches Ab­bie­gen, durch Um­we­ge zum Ein­kau­fen oder durch un­ge­schick­te Rou­ten­wahl des Vor­aus­fah­ren­den be­dingt sind. Man erbt dann auch die Feh­ler in des­sen Pla­nungs­pro­gramm. Ich ver­su­che da­her, die von mir ge­fah­re­nen Stre­cken, d. h. die ge­spei­cher­ten GPX-Datei­en, in ei­nem ge­eig­ne­ten Pro­gramm zu be­rei­ni­gen und von un­be­fahr­ba­ren Ab­schnit­ten zu be­frei­en. Eben­so ent­fer­ne ich Ab­ste­cher zu Ge­schäf­ten und zu Cam­ping­plät­zen.

    Zu­dem muss man sich die Emp­feh­lun­gen un­ter dem Aspekt an­schau­en, ob sie zum ei­ge­nen Fahr­ver­mö­gen pas­sen und die We­ge so­wie de­ren Stei­gun­gen für das ei­ge­ne Kön­nen, die Be­la­dung und die kleins­te Über­set­zung über­haupt ge­eig­net sind.

    Scheint al­les per­fekt, hat die Vor­ge­hens­wei­se den Ch­ar­me, dass man kei­ne Ab­schnit­te zu ei­ner Rou­te zu­sam­men­fü­gen muss.

    Por­ta­le, die Rad­we­ge ku­ra­tie­ren

    Es gibt zahl­rei­che Por­ta­le, die Rad­we­ge ku­ra­tie­ren. Von de­nen, die im we­sent­li­chen Emp­feh­lun­gen an­de­rer Rad­fah­rer auf­grei­fen, se­hen wir hier ab. Viel­mehr be­trach­ten wir sol­che, die of­fi­zi­el­le Rad­we­ge füh­ren. Die­se er­hält man z. B. über die Frem­den­ver­kehrs­ver­ei­ne (Stich­wort «Ahr­rad­weg») oder über Or­ga­ni­sa­tio­nen, die Rad­fern­wan­der­we­ge hos­ten. Ich be­schrän­ke mich hier geo­gra­fisch auf den Wes­ten, al­so Wal­lo­nie und Nord­frank­reich, weil ich dort mei­ne Er­fah­run­gen ge­sam­melt ha­be.

    Ein wich­ti­ges Por­tal ist das der Eu­ro­vélo-Rad­we­ge. Die­se We­ge er­lau­ben Fern­rei­sen kreuz und quer durch Eu­ro­pa, auf oft gut aus­ge­schil­der­ten We­gen, teil­wei­se auch ana­log do­ku­men­tiert (Bü­cher oder was­ser­fes­te Hef­te), nicht im­mer per­fekt ge­führt, al­so nicht aus­schließ­lich auf Rad­we­gen oder we­nig be­fah­re­nen Ne­ben­stra­ßen, aber im­mer­hin über­wacht und mit ei­ner Finan­zie­rung durch die EU ver­se­hen, wes­halb sie sich per­ma­nent wei­ter­ent­wi­ckeln. Al­lein der Eu­ro­vélo 3 ist über 5.000 km lang. Von Aa­chen nach Pa­ris ist er äu­ßerst hilf­reich aber nicht al­ter­na­tiv­los.

    RAVeL-Wege (Ré­seau Au­to­no­me des Voies Len­tes, das «e» dient nur der Aus­spra­che) er­gän­zen in der Wal­lo­nie das An­ge­bot. Sie fol­gen oft al­ten Ei­sen­bahn­tras­sen, sind meist, aber längst nicht im­mer, as­phal­tiert, und ver­lau­fen über Land auf Ne­ben­stra­ßen, wie z. B. der RAVeL Our­the, der von Spa aus über wei­te Stre­cken und weit ent­fernt von der Am­blè­ve (f.), teils sehr steil, zur Our­the (f.) führt und die­se erst ab Ri­va­ge be­glei­tet. Die­ses Netz wie­der­um wird er­gänzt durch so­ge­nann­te Pré-RAVeL-Wege, Wirt­schafts­we­ge, die auf ih­re Um­wand­lung war­ten. Folgt man nicht der in­ter­ak­ti­ven Kar­te son­dern dem Menü­punkt «Itinérai­res», be­kommt man ei­ne Lis­te der wich­tigs­ten Rou­ten mit kur­zer Be­schrei­bung. Deutsch ge­hört nicht zu den Spra­chen aber Eng­lisch.

    In Flan­dern kann man nach Kno­ten­punk­ten pla­nen. Al­ler­dings ist die Sei­te da­ten­recht­lich frag­wür­dig, weil man 50 An­bie­ter­in­ter­es­sen ein­zeln aus­schal­ten muss. Das Netz um­fasst die Be­ne­lux-Staa­ten, Tei­le Nord­west­deutsch­lands u. a. das Rad­we­ge­netz Rhein­land mit Bonn ganz im Sü­den, die Re­gi­on Ber­lin, Tei­le Dä­ne­marks so­wie die Som­me im Be­reich der Mün­dung. Man klickt auf An­fangs- und End­punkt und be­kommt ei­ne Rou­te zum Down­load. Man kann auch Punkt für Punkt vor­ge­hen, was m. E. zu bes­se­ren Er­geb­nis­sen führt. Op­tio­nen für die Rou­ten­wahl ha­be ich nicht ge­fun­den. Die Desktop­ver­si­on ist nie­der­län­disch, egal wel­che Spra­che man ein­stellt.

    Al­len Por­ta­len ge­mein­sam ist, dass man die Da­ten für ei­ne län­ge­re Rad­tour zu­sam­men­füh­ren muss.

    Pla­nen und fah­ren mit Ko­moot

    Ko­moot hat sich als qua­si Stan­dard zur Rad­tou­ren­pla­nung eta­bliert. Ins­be­son­de­re Rück­schrit­te bei Goo­gle Maps ha­ben da­zu ge­führt, dass man das Pro­gramm nur noch «auf den letz­ten Me­tern» zur Fahr­rad­na­vi­ga­ti­on ein­set­zen kann. Ko­moot selbst hat ei­ni­ge Ei­gen­ar­ten, die man ken­nen soll­te.

    Zu­nächst muss man sich kos­ten­pflich­tig re­gis­trie­ren, da­mit man die Na­vi­ga­ti­on nut­zen kann. Zwar löst die Re­gis­trie­rung selbst noch kei­ne Kos­ten aus, aber die Nut­zung des Kar­ten­ma­te­ri­als in der Ko­moot-App schon. Ak­tu­el­le Ta­ri­fe muss man er­mit­teln. Ich be­sit­ze ein Welt-Paket, was für mei­ne Be­lan­ge aus­reicht. Ob man die Pre­mi­um­ver­si­on be­nö­tigt, muss man selbst ent­schei­den.

    Die Rou­ten­pla­nung kennt ver­schie­de­ne Op­tio­nen. Die­se fin­det man un­ter Tou­ren→Ein­stel­lun­gen (Zahn­rad)→Tour­typ

    • Bes­te
    • We­ni­ger Hö­hen­me­ter
    • Ru­hig
    • Land­schaft­lich
    • Kür­zes­te
    • Tech­nisch

    Tourenplanung mit Komoot Einstellungen gehen mit dem Spei­chern ver­lo­ren, so­dass man sie mit je­der Pla­nung neu aus­wäh­len muss. Mit der Aus­wahl än­dert sich dann aber auch so­fort das Er­geb­nis. Stan­dard ist die Ein­stel­lung «Bes­te». Was das be­deu­tet, muss man lei­der von Fall zu Fall prü­fen. Sie ist na­tür­lich nicht die bes­te Wahl im Sin­ne der ei­ge­nen Be­lan­ge. Da­her ha­be ich mir an­ge­wöhnt, min­des­tens zwei Va­ri­an­ten zu er­mit­teln, die ich in ei­ner Da­tei zu­sam­men­spie­le und auf ge­ne­rel­le Taug­lich­keit und Kom­bi­nier­bar­keit un­ter­su­che.

    Die Gra­fik zeigt das Er­geb­nis für die Stre­cke Bonn→Rem­scheid-Len­nep Bhf., rot für die Op­ti­on «Ru­hig» und blau für «Land­schaft­lich». Ich ha­be das Bei­spiel ge­wählt, weil es deut­lich die Schwä­chen der Wort­wahl do­ku­men­tiert.

    Als bes­te Stre­cken­füh­rung hat sich für mich im Lau­fe der Jah­re ei­ne Rou­te her­aus­ge­bil­det, der die Op­ti­on «Ru­hig» am nächs­ten kommt. Tat­säch­lich fah­re ich zwi­schen dem Bayer­werk und Opla­den Bhf. ei­ne cle­vere­re Stre­cke durch die Parks. Da­nach geht es auf die Bal­kan­tras­se, der ich bis zum Ziel fol­ge. Die­se Rou­te emp­fin­de ich als ru­hig und land­schaft­lich reiz­voll. Sie mi­ni­miert zu­gleich die An­zahl an Am­peln.

    Die Op­ti­on «Bes­te» ver­läuft weit­ge­hend so wie «Ru­hig», lie­fert aber: 78,5 km, 4:50 h, 500 m An­stieg. Da­bei wird der lan­ge Rhein­bo­gen bei Weiß und Sürth ab­ge­schnit­ten.

    Die Op­ti­on «Kür­zes­te» schießt den Vo­gel ab. Sie führt ent­lang der Maus­pfa­de, die ei­ne we­sent­li­che Ver­bin­dung für Kraft­fahr­zeu­ge par­al­lel zur Au­to­bahn dar­stel­len. Das Fah­ren dort ist nur we­gen der gut aus­ge­bau­ten Rad­we­ge mög­lich, wo­bei die­se im­mer wie­der von Am­peln un­ter­bro­chen wer­den. Zu­dem ist man bis Oden­thal stets in Köl­ner Vo­r­or­ten un­ter­wegs und der An­stieg von Al­ten­berg nach Ble­cher ist steil, der Rad­weg ent­lang der Ge­gen­fahr­bahn eng. Im letz­ten Ab­schnitt kürzt sie so­gar Tei­le der Bal­kan­tras­se ab, was ich selbst un­ter Zeit­druck nicht tun wür­de. Mit 64 km ist sie hin­sicht­lich Län­ge tat­säch­lich nicht mehr zu un­ter­bie­ten.

    Die Op­ti­on «Land­schaft­lich» ver­läuft ähn­lich der kür­zes­ten Rou­te, nutzt aber u. a. Wald­we­ge durch den Kö­nigs­forst. Man durch­quert Re­frath und Ber­gisch Glad­bach. Am En­de ver­lässt sie die Bal­kan­tras­se für ei­nen Ab­ste­cher zur Seng­bachtal­sper­re, was die über­große An­zahl an Hö­hen­me­tern er­klärt.

    Tourenplanung mit Komoot Zuletzt habe ich mir noch Ab­schnit­te in Bel­gi­en und Nord­frank­reich an­ge­schaut. Zwi­schen Lüt­tich und Aa­chen hat der Eu­ro­vélo 3 ent­lang ei­ner al­ten Ei­sen­bahn­li­nie den für be­la­de­ne Tou­ren­rä­der gru­se­li­gen Auf­stieg von der Maas auf die Hö­hen des Ho­hen Venns ent­zau­bert. Es ist ein wun­der­schö­ner Weg durch den Wald (im Bild grün), weit ge­schwun­gen aber leicht zu fah­ren, land­schaft­lich reiz­voll. Es ist für Ko­moot ein ge­fun­de­nes Fres­sen, bei Hom­bourg die auf­fäl­ligs­te die­ser Kur­ven ab­zu­schnei­den. Kei­ne der sechs Op­tio­nen fährt sie aus. Die Op­ti­on «Land­schaft­lich» kann sich so­gar rüh­men, ei­ne be­son­ders stei­le Lö­sung an­zu­bie­ten.

    Die Op­ti­on «Bes­te» schnei­det auf der Venn­bahn je­de Men­ge Kur­ven ab. Da­bei spart sie et­wa 20 km ge­gen­über der Bahn­tras­se, fügt aber knapp 200 Hö­hen­me­ter hin­zu. Oh­ne ei­nen ak­tiv ge­setz­ten Zwi­schen­punkt folgt auch hier kei­ne der Op­tio­nen die­ser tou­ris­tisch wohl­be­kann­ten Tras­se.

    Manch­mal hört man den Aus­druck «ko­moo­tet», was so­viel be­deu­tet wie hin­sicht­lich der Stre­cken­füh­rung «hin­ters Licht» ge­führt zu wer­den. Bei Sen­lis war mir das 2024 pas­siert. Da­mals hat­te ich Rou­te mit der Stan­dar­d­op­ti­on ge­plant und war letzt­lich auf ei­ner vier­spu­ri­gen Über­land­stra­ße un­ter­wegs. Ruft man die­sen Ab­schnitt heu­te mit «Bes­te» auf, wird man weit­räu­mig aber sinn­voll von Sen­lis zur Por­te de la Vil­let­te ge­führt. Da hat sich was ge­tan.

    Ko­moot kennt wei­te­re Op­tio­nen, die durch­aus eher ein Är­ger­nis als ei­ne Hil­fe dar­stel­len. So kann man zur Pla­nung zwar Cam­ping­plät­ze zu­schal­ten, nach wel­chen Kri­te­ri­en die­se an­ge­zeigt wer­den, bleibt aber rät­sel­haft. Oh­ne Än­de­rung des Maß­stabs er­schei­nen hier und da ei­ni­ge Plät­ze, an­de­re sieht man hin­ge­gen erst, wenn man den Maß­stab so weit ver­grö­ßert hat, dass man wis­sen muss, dass man an die­ser Stel­le da­nach sucht. In der vor­lie­gen­den Form ist die Op­ti­on schlicht­weg un­brauch­bar.

    Zur Na­vi­ga­ti­on be­nö­tigt man die Ko­moot-App. Sie er­for­dert den Zu­griff auf Kar­ten­ma­te­ri­al und funk­tio­niert im üb­ri­gen auch nur, wenn man sie ent­we­der mit ei­nem per­ma­nent ein­ge­schal­te­ten Bild­schirm be­treibt oder sie in den Ein­stel­lun­gen des Smart­pho­nes ex­pli­zit «vom tie­fen Stand­by» aus­schließt. An­sons­ten geht die Ver­bin­dung zum GPS ver­lo­ren, was ins­be­son­de­re ei­ne feh­ler­haf­te Sprach­füh­rung nach sich zieht.

    Die Sprach­füh­rung ist so ziem­lich das Schlech­tes­te, was man auf dem Markt fin­det. Ab­ge­se­hen da­von, dass die App «weg» und «Weg» nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann, fin­den sich je­den Tag un­zäh­li­ge Stel­len, an de­nen das Pro­gramm «links ab­bie­gen, dann rechts ab­bie­gen» säu­selt, ob­gleich nur ein un­be­deu­ten­der Weg die Tras­se kreuzt. Gera­de­aus führt so an ech­ten Kreu­zun­gen im­mer wie­der zu Miss­ver­ständ­nis­sen.

    Die meis­ten Rei­se­r­ad­ler dürf­ten ih­re Na­vi­ga­ti­on aber we­gen des Strom­ver­brauchs oh­ne­hin über den Fahr­rad­com­pu­ter lau­fen las­sen. Ich be­nut­ze ei­nen Forums­la­der, der ab Ge­schwin­dig­kei­ten um 14 km/h hin­rei­chend Strom lie­fert, um Ko­moot bei ein­ge­schal­te­tem Bild­schirm dau­er­haft zu be­trei­ben. Al­ler­dings hat sich die Op­ti­on be­währt, an neu­ral­gi­schen Punk­ten den Bild­schirm vor­über­ge­hend auf­zu­we­cken. Da­mit bleibt dann noch ge­nug Ener­gie, um den Puf­fer­ak­ku auf­zu­la­den.

    Pla­nen mit Graph­Hop­per

    Der Ver­such, von Goo­gle-Maps TM ei­ne Fahr­rad­rou­te von Bonn nach Gi­bral­tar pla­nen zu las­sen, schei­tert schon im An­satz. Ko­moot kann das und Graph­Hop­per auch. Al­ler­dings mitt­ler­wei­le mit Ein­schrän­kun­gen. Graph­Hop­per hat sich auf die Be­rech­nung der op­ti­ma­len Rou­te zwi­schen meh­re­ren Or­ten spe­zia­li­siert, ein Op­ti­mie­rungs­pro­blem. An­ders als noch vor zwei Jah­ren ist die Rou­ten­be­rech­nung für Fahr­rä­der mit zwei Op­tio­nen ver­se­hen. Art des Fahr­rads (Rad, Renn­rad, MTB) und «Mehr Rad­we­ge». Die ers­te Op­ti­on zeigt be­reits meh­re­re Schwä­chen. So führt der ers­te Ver­such nach Mar­seil­le und per Schiff zum Ziel. Kri­tik­wür­di­ge De­tails fin­det man am Eu­ro­vélo 3 bei Thi­mis­ter, wo Orts­durch­fahr­ten und Ne­ben­stra­ßen der groß­ar­ti­gen Ei­sen­bahn­tras­se vor­ge­zo­gen wer­den. Die zwei­te Op­ti­on führt zu ei­ner Zeit­über­schrei­tung bei der Be­rech­nung, so­dass man sie of­fen­sicht­lich nur auf kür­ze­ren Ab­schnit­ten ein­set­zen kann.

    ...

    Da­ten zu­sam­men­füh­ren

    Um die GPX-Datei­en der Por­ta­le sinn­voll nut­zen zu kön­nen, muss man die Da­tei­en auf­tren­nen und zu neu­en Da­tei­en kom­bi­nie­ren kön­nen. Das ma­che ich mit Gina (GNavigia), weil ich das Pro­gramm je­der­zeit an mei­ne Be­dürf­nis­se an­pas­sen kann. Ich kann da­mit die Dar­stel­lung von Tracks in Strich­stär­ke und Far­be be­ein­flus­sen, was es er­laubt, al­ter­na­ti­ve Rou­ten im sel­ben Pla­nungs­pro­jekt über­sicht­lich dar­zu­stel­len. Zu­dem kann ich sie ein­zeln ein- und aus­blen­den.

    Das Pro­gramm kennt «Ob­jek­te», die Tracks zu­sam­men­fas­sen und die­se wie ei­nen ein­zel­nen Track dar­stel­len kön­nen. Tracks und Ob­jek­te kön­nen als GPX-Datei ex­por­tiert wer­den, u. a. auch mit den im Hö­hen­pro­fil auf­tre­ten­den Weg­punk­ten. Der Kar­ten­hin­ter­grund stammt von deut­schen Ser­vern (Bun­des­amt für Kar­to­gra­fie und Geo­dä­sie), aber auch OSM-Daten und WMS-Ser­ver sind kon­fi­gu­rier­bar. Goo­gle und Bing blei­ben au­ßen vor.

    Nach ge­ta­ner Tat gilt es meist, zu gro­ße Da­tei­en zu ver­klei­nern. Für die Auf­zeich­nung mag ein klei­ner Punktab­stand sinn­voll sein, ins­be­son­de­re wenn man im Nach­hin­ein die Steil­heit ei­ner Stei­gung be­rech­nen will. Für die Na­vi­ga­ti­on sind aber nur Punk­te nö­tig, die den Stre­cken­ver­lauf ein­deu­tig ap­pro­xi­mie­ren. Für die­sen Zweck hat sich der Al­go­rith­mus von Dou­glas/Peu­ker durch­ge­setzt, der ur­sprüng­lich für kar­to­gra­fi­sche Zwe­cke ent­wi­ckelt wur­de. Gina kann die­se Form der Da­ten­re­duk­ti­on um­set­zen. Ers­te Test­läu­fe mit ei­nem ma­xi­ma­len Ab­stand von nur 10 m zei­gen, dass sich be­reits et­wa ¾ der Da­ten­men­ge ein­spa­ren lässt, oh­ne die Knick­punk­te zu un­ter­schla­gen.

    Ana­lo­ge Hö­hen­pro­fi­le. Weg­punkt­lis­ten.