Skifahren im Sauerland
Vorwort
Ich sitze in der Notaufnahme des Petrus Krankenhauses, Bonn. Dass ich mir in einem der einfachsten Skigebiete überhaupt eine Verletzung am Knie zuziehen muss, ist tragisch aber auch irgendwie egal. Auf einer Eisplatte muss man nicht wegrutschen, es kann aber überall passieren. Auch in Winterberg. Andere brechen sich vor der Haustür die Knochen, ohne Eis.
Ich tröste mich damit, dass es erst gegen Ende des zweiten Tages auf einer der beiden schweren Pisten des Gebiets passiert ist. Ich hatte drei Tage vorgesehen, zunächst schien die Reise ins Sauerland damit gelaufen.
Am Morgen des dritten Tages stehe ich um 6 Uhr auf, frühstücke mit viel Kaffee, belade humpelnd und unter Schmerzen den VW-Bus und mache mich auf den Weg. Ich fahre an der Franziskus Apotheke vorbei, die um 8 Uhr öffnet, kaufe zwei elastische Binden, die augenscheinlich nicht die Qualität haben, wie ich sie von Frankreich her kenne, sowie eine Packung Schmerztabletten, die ich aber im Laufe des Tages nicht anrühren werde.
Noch vor der Apotheke bandagiere ich das Knie, falls es Ärger mit der Bandage geben sollte. Je mehr ich auf dem kurzen Weg zur und in der Apotheke laufe, desto besser fühlt sich das Knie an. Ich fahre dann also doch nach Willingen, dem Ziel dieses dritten Tages.
Ich habe keine Probleme beim Autofahren, komme pünktlich zum Start
der Lifte in Willingen an und finde glücklicherweise einen Parkplatz nahe der Talstation
der Gondel. Da ich bereits eine Liftkarte habe, werde ich ausprobieren, ob Skifahren geht,
was durchaus hin und wieder möglich ist, wenn man nicht mehr laufen kann.
Tatsächlich ist der Weg zur Talstation der schwerste des Tages. Die 8er Umlaufgondel bringt mich an diesem wunderschönen Morgen auf den Ettelsberg. Nach zwei Tagen im Nebel, der an meinem Missgeschick keinen Anteil hatte, sehe ich zum ersten Mal die Sonne.
Ich verlasse die Bahn (auch das Ein- und Aussteigen tut weh) und steuere zunächst die Talstation an. Das funktioniert besser als gedacht, sodass ich bei der zweiten Runde bereits mein eigentliches Anliegen verfolgen kann, die Vermessung des Skigebiets.
Aber beginnen wir chronologisch mit den Tagen in Winterberg.