Ski und Snowboard Service
«Jetzt helfe ich mir selbst!»

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Man könnte nun auf die Idee kommen, den Service selbst zu machen, zumal man dann immer erstklassiges
Material fährt. Insbesondere sind scharfe Kanten eine Art Lebensversicherung auf der Piste. Doch
bevor man sich in den Keller begibt und die Feile auspackt, gibt es Grundlegendes zu bedenken. Denn
schlecht ausgeführter Service ruiniert die Qualität des Materials.Die Minimalausrüstung für einen Service besteht aus Schmirgelpapier verschiedener Körnungsstufen (P200/P80), Belagkerzen, hier angelehnt an einen Handschleifer, eine kleine Drahtbürste zum Reinigen des Schleifers, ein Spachtel zum Auffangen von tropfendem Belag, eine Gesichtsmaske zum Schutz gegen giftige Dämpfe, Strichhölzer, Wachs und ein altes Bügeleisen, das danach garantiert nicht mehr zum Bügeln zu gebrauchen ist, sowie ein Gegenstand mit scharfer Kante zum Abschieben des überstehenden Belags. Dazu benötigt man eine Art Werkbank, die insbesondere für Snowboards üppig dimensioniert sein sollte. Wegen der hohen mechanischen Kräfte beim Kantenschleifen sollte die Konstruktion äußerst robust sein. Ski und Snowboard müssen so eingespannt werden können, dass der Kantenschleifer, der 4 bis 5 cm auf der Belagfläche aufliegt, nicht behindert wird.
Der Belag wird mittels Belagkerzen repariert, die deswegen so heißen, weil sie angezündet werden und das abtropfende Material in die Kerben fließt. Man verarbeitet diesen Stoff zweckmäßig mit einem Mundschutz und niemals in geschlossenen Räumen. Der Belag tropft sehr gleichmäßig und bei entsprechender Übung fließend von der Kerze ab und legt sich in einer dicken Schicht auf den Originalbelag. Mit einem scharfen Gegenstand, der so beschaffen ist, dass er den Originalbelag nicht beschädigt, schält man die überstehende Reparaturschicht ab. Zuletzt schleift man mittels Schmirgelpapier mit unterschiedlich starker Körnung von rauh bis fein die Fläche wieder glatt. Die Qualität dieser Arbeit erreicht die eines professionellen Services, dessen Künste an tiefen Löchern direkt an der Kante auch nur einen Skiurlaub lang halten.


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Beim Wachsen hat man als Amateur die Wahl zwischen «hart und kalt» und «warm und weich»; gemeint
ist die Schneebeschaffenheit. Wer 13 Skitage fährt ist gut beraten, eine Art Reisebügeleisen
zu erwerben, weil Nachwachsen wichtiger ist als die Wachsart. Zudem soll man, sagen die Leut', das
Bügeleisen auf «Seide» einstellen. Ich stelle es so ein, dass das Wachs gerade zu dampfen beginnt,
was etwa eine Stufe höher der Fall ist. Dabei verteilt sich das Wachs auch wesentlich besser und kann
sparsamer eingesetzt werden. Diese Einstellung erlaubt (und erfordert!) ein zügiges Arbeiten,
damit das Bügeleisen den Belag nicht aufweicht. Wer das Eisen auf der Fläche stehen lässt, ruiniert
den Ski! Das ist so wie bei den Hemden.*
Ein Wort zu den Preisen: Die Grundausstattung der hier beschriebenen Skipflege kostet etwa
100 Euro, je nach Hersteller und ohne Werkbank. Der Service kostet pro Snowboard/Paar Ski etwa 2 bis
3 Euro, die sich zu etwa gleichen Teilen auf Feile, Belagkerzen, Wachs und Schmirgelpapier verteilen,
dazu Energiekosten. Je nach Grad der Beschädigungen beträgt die Arbeitszeit 1 bis 3 Stunden. Bei
entsprechender Übung geht es natürlich auch schneller.