Grindelwald/Wengen/Mürren
Skifahren im Berner Oberland
Ich hatte mir zunächst vorgenommen, die alte Geschichte über Grindelwald, Wengen und Mürren
nur ein wenig aufzuhübschen, nachdem wir den Winterurlaub 2025 fast ohne neue Bilder beendet
hatten. Aber bei der Sichtung der alten Fotos, viele noch mit einer analogen Olympus OM-2
und einer Sony Alpha gemacht, sind mir einige aufgefallen, die das Skigebiet besonders gut
charakterisieren. Dazu kommt die neue «V-Bahn» und erstmals eine
Vermessung des gerade in Modernisierung befindlichen
Schilthorngebiets. Also werfe ich (fast) alles Alte über Bord und schreibe eine komplett neue Version.
Wer aus Bonn anreist, muss zahllose langweilige Kilometer hinter sich bringen, wenn er Ski
fahren will. Bis Val d'Isère sind es 900, bis Mottaret 860. Da kommt es sehr gelegen, dass
Grindelwald nur 620 Kilometer entfernt ist. Das Gebiet firmiert unter der Bezeichnung
«Jungfrau - Top of Europe», sperriger Marketing-Sprech, ähnlich überflüssig wie genderneutrale
Sprache. Ich fasse das Gebiet unter der Bezeichnung zusammen, unter der es landläufig bekannt ist:
Grindelwald. Wir sind hier auch nicht zum Vergnügen, sondern zum Skifahren, weshalb wir
bei gutem Wetter gerade nicht zum Jungfraujoch hochfahren. Das ist was für Touristen oder alte Leute.
Grindelwald ist ein abwechslungsreiches Skigebiet mit drei Sektionen, von denen man zwei direkt
von Grindelwald aus erreicht: Männlichen und First. Die dritte Sektion,
Mürren/Schilthorn, ist von den anderen beiden durch das Tal von Lauterbrunnen
getrennt. Der dritte Ort im Bunde, Wengen, Austragungsort der Lauberhornabfahrt, liegt
hoch oben am Berg, erschlossen nur durch Zahnradbahnen, eine von Lauterbrunnen, eine von
Grindelwald aus. Ein Ort von internationalem Renomee.
Nach unseren Vermessungen sind Schilthorn und First in etwa gleich groß. Zusammen steuern sie
mit 70 km aber nur gut 40% zur Gesamtzahl der Pistenkilometer
bei. Das Herz des Skigebiets ist Männlichen. Wer an «Grindelwald» denkt, denkt zunächst an
diesen Teil der Domäne. Hier trifft man auf die längste Abfahrt, die es in die Spitzengruppe
der längsten Abfahrten
geschafft hat, die wir aufgezeichnet haben. Hier liegt die Kleine Scheidegg und man fährt in des
Wortes wahrstem Sinne unter der Eigernordwand, der mit 1800 m höchsten Felswand der Alpen.
Über 70 tote Bergsteiger sind verbürgt, darunter 6, die die Erstbegehung versucht hatten. Zwei
Bergsteiger gelten noch heute als vermisst.