Anekdoten und Histörchen

Geschichten aus der Einleitung, die nicht verloren gehen sollen.

Als Erin­ne­rung für uns und als klei­ne Link­samm­lung auf für uns wich­ti­ge Er­eig­nis­se, Ski­ge­bie­te oder Be­ge­ben­hei­ten die­nen die fol­gen­den Ein­trä­ge. Sie kön­nen na­tur­ge­mäß nicht für im­mer am An­fang der Ski­sei­ten ste­hen.
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20. April 2012, 17:15 Uhr. Wir schnal­len Ski und Snow­board ab. Ei­ne be­ein­dru­cken­de Win­ter­sai­son ist zu En­de. Zer­matt hat wie­der al­les ge­hal­ten, was an­de­re Ski­ge­bie­te zu die­ser Jah­res­zeit nur ver­spre­chen kön­nen: Über ei­nen hal­b­en Me­ter Pul­ver­schnee auf Trift­ji, al­so 1000 Hö­hen­me­ter Ski­rou­te kom­plett na­tur­be­las­sen! Da­zu bes­tens prä­pa­rier­te, lee­re Pis­ten, kal­te Tem­pe­ra­tu­ren und Schnee­ver­hält­nis­se wie sonst nicht im tiefs­ten Win­ter. An ei­nem ver­schnei­ten Nach­mit­tag um 16:30 Uhr fah­re ich mut­ter­see­len al­lein in der Sun­neg­ga nach oben. Die Ski­fah­rer, die ins Tal wol­len, star­ren mich an, als ent­stie­ge ich ei­nem Raum­schiff und nicht ei­ner Stand­seil­bahn. Ich fah­re wei­ter hoch zum Blau­herd und dann in schwe­rem Schnee zu­rück ins Tal. Ta­ge zu­vor saß ich be­reits in na­he­zu lee­ren Gon­deln zum Klein Mat­ter­horn, was mir erst­mals ei­ne recht ge­naue Ver­mes­sung der Lift­spur ( KML) er­mög­lich­te.
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Mei­ne Frau steht beim Bä­cker und die Kun­din vor ihr be­klagt sich bit­ter­lich bei der Ver­käu­fe­rin dar­über, dass man we­gen des Wet­ters an die­sem Tag nicht hät­te Ski fah­ren kön­nen: «Im­mer­hin kann man im Ort bum­meln!» Nun, das kann man im­mer tun. Aus ge­ge­be­nem An­lass wer­fen wir nach dem Abend­es­sen ei­nen Blick auf die feh­ler­be­rei­nig­ten Er­geb­nis­se der GPS-Emp­fän­ger, die 55 bzw. 60 Pis­ten­ki­lo­me­ter an­ge­ben. Zer­matt muss al­so noch ein wei­te­res Ski­ge­biet ha­ben, das wir nicht ken­nen.
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Wie­der hat Zer­matt (fast) al­les ge­toppt, was wir an klei­nen aber fei­nen High­lights er­lebt ha­ben, so die Cha­va­net­te (Mur Suis­se) von Avo­r­iaz und die Ab­fahrt durch das Vallée Blan­che von Cha­mo­nix. Ins­be­son­de­re die ge­führ­te Tour über die Glet­scher des Mont Blanc stell­te al­les in den Schat­ten, was wir bis da­hin bei Ta­ge in den Al­pen ge­fah­ren und er­lebt hat­ten, auch wenn sie an die wirk­lich groß­ar­ti­ge Voll­mon­d­ab­fahrt an der Dia­vo­lez­za, Glü­na Plai­na, nicht ganz her­an reich­te. Und Ro­te Na­se- Gant nach Neuschnee, un­ver­spurt, war mit Ab­stand das Schwers­te, was ich mit Ski­ern je­mals ge­fah­ren bin. Dass man in Zer­matt an ei­nem ein­zi­gen Ski­tag 100 Pis­ten­ki­lo­me­ter fah­ren kann, ha­ben wir auch schon be­wie­sen.
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32 gran­dio­se, traum­haft schö­ne Ski­ta­ge - und kein ein­zi­ger in Ös­ter­reich, das war die Sai­son 08/09. Die We­stal­pen bie­ten mit den 3 Vallées, Val d'Isè­re, 4 Vallées, Grin­del­wald und Zer­matt ge­nü­gend Ab­wechs­lung für fünf Ski­wo­chen. Ein ein­zi­ger Tag ist so, dass ich vor lau­ter Schnee die Zahn­rad­bahn an der Sta­ti­on Ei­ger­glet­scher kaum noch er­ken­nen kann. Am Abend wird mich ei­ner der Gäs­te auf der Berg­hüt­te Grin­del­wald­blick fra­gen: «Wie war der Tag?» Und ich ant­wor­te wahr­heits­ge­mäß, auch wenn er das viel­leicht so nicht hö­ren will: «Es war ei­ner der schöns­ten Ski­ta­ge der letz­ten 10 Jah­re!»
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Ich ha­be im­mer noch den kes­sen Spruch un­se­rers Ski­leh­rers Hans W. Mayer vom Ski-Club Bin­gen im Ohr:  «Ein Ski­fah­rer, der den Schnee liebt, strei­chelt ihn mit sei­nen Ski­ern und stampft nicht dar­auf her­um und tritt oder zer­schnei­det ihn!». Nun, so­weit die Theo­rie!
    Mitt­ler­wei­le hat die Ver­gan­gen­heit et­was Mys­ti­sches, die Sa­ge von Ku­ros, dem Gott der Pis­ten, der zu­ver­läs­sig für gu­tes Ski­wet­ter sorgt und der An­fän­gern Flü­gel ver­leiht, hält dies für die Nach­welt fest. Wa­ren die Fo­to­ap­pa­ra­te 1994 noch ana­log, so be­glei­ten uns heu­te di­gi­ta­le Ka­me­ras wie die klei­ne Ko­dak DX7590 und die un­gleich schwe­re­re aber auch viel bes­se­re Spie­gel­re­flex Sony Al­pha 100 auf un­se­ren Streif­zü­gen durch die Ski­ge­bie­te. De­ren ho­he Auf­lö­sung lässt den Schnee auf den Bil­dern glän­zen und die Ver­wack­lungs­kom­pen­sa­ti­on er­mög­licht auch un­ter schwie­ri­gen Be­din­gun­gen be­ste­chend schar­fe Bil­der. Da­zu tra­gen wir GPS Emp­fän­ger am Ruck­sack und er­mit­teln so Pis­ten­län­gen aus­ge­wähl­ter Ski­ge­bie­te, die wir gra­fisch in­ter­ak­tiv aus­wer­ten, in Lis­ten­form dar­stel­len und für Goo­gle EarthTM ver­füg­bar ma­chen. Und na­tür­lich er­zäh­len wir auch Ge­schich­ten von Ne­bel­ta­gen und Son­nen­brän­den, von Gäs­ten und Gast­ge­bern, von aus­ge­fal­le­nen Pis­ten und Ski­rou­ten, von Kin­dern auf Ski­ern und Vä­tern auf Snow­boards - nicht sel­ten un­ter star­ken Schmer­zen zu­sam­men ge­tra­gen in 42 Ski­ge­bie­ten und al­len Re­gio­nen der Al­pen, von den Trois Vallées im Wes­ten bis Bad Klein­kirch­heim im Os­ten.

Der ers­te Ski­tag ...

... präg­te vie­le Jah­re die Ein­lei­tung die­ser Ski­sei­ten. So schwer er war, so sehr ist er His­to­rie. Spä­tes­tens mit dem He­li­ko­pter­flug zum Mon­te Ro­sa am 15.3.2013  hat ei­ne neue Zeit­rech­nung be­gon­nen. Heu­te gilt es, mit dem Snow­board Tem­po 100 zu schla­gen und 84 Pis­ten­ki­lo­me­ter zu über­tref­fen so­wie den Lift­plan bis in die letz­te Ecke ab­zu­fah­ren und das ge­sam­te Ski­ge­biet mit­tels GPS zu ver­mes­sen. Wenn man dann noch sys­te­ma­tisch die Feh­ler in den auf­ge­zeich­ne­ten GPS-Tracks be­rei­nigt, be­kommt man ei­nen sehr gu­ten Ein­druck da­von, was man an ei­nem Tag fährt, wie die Bei­spie­le Zer­matt, Sankt An­ton/Lech/Zürs, Grin­del­wald, Les Arcs/ la Plagne und 3 Vallées zei­gen. Dass die Ta­bel­len bei un­se­rer Art der Auf­mes­sung oft deut­lich we­ni­ger Pis­ten­ki­lo­me­ter aus­wei­sen als die An­ga­ben der Lift­be­trei­ber, ist halt so. Wei­te­re Aspek­te er­läu­tert die Prä­am­bel.