Reiseberichte Kurzübersicht

Sie treffen hier auf eine Homepage von fast 1500 Bildschirmseiten, bezogen auf 1200er Auflösung. Durch die strenge Gliederung in Einzelseiten ist es fast unmöglich, dass Suchmaschinen erkennen können, welche Begriffe zusammen gehören. Nehmen wir an, Sie wollen einen Zusammenhang zwischen einer Bergtour und einer Radtour herstellen, dann haben wir für Sie vielleicht genau den richtigen Text. Aber verstreut über viele Seiten kapitulieren die Suchmaschinen. Das gilt umso mehr, je kürzer die Seiten sind. Und genau darauf will ich der Übersichtlichkeit halber nicht verzichten. Warum sollten Sie riesige Seiten laden, wenn Sie schon nach zwei Zeilen wissen, dass Sie das, was wir schreiben, nicht lesen wollen.

Diese Seite dient zugleich dem Verlinken der Geschichten. Wir werden auf dieser Seite die Gelegenheit nutzen, die für Suchmaschinen relevanten Stichwörter zusammen zu tragen, damit diejenigen, die bestimmte Wortkombinationen auf den unzähligen Einzelseiten nicht finden, von hier aus auf diese Seiten weitergeleitet werden. Daher werden wir hier auch Schreibweisen benutzen, die aus der Zeit der alten Rechtschreibung stammen, dieser antiquierten Zeit, der die Leser der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heute noch nachtrauern; deren Abfragekünsten waren die Suchmaschinen früher nicht gewachsen. Man muss halt nur alles so lange falsch machen, bis andere glauben, sie würden falsch liegen. Heute gilt das so nicht mehr, daher schreibe ich aktuelle Texte wieder nah an der neuen Rechtschreibung.

Aber mehr als das: Aus den als Geschichte zusammengefassten Stichwortseiten können Sie bereits einige Highlights entnehmen, so wie wir sie empfunden haben. Und manchmal kann man in Kommentare auch mehr Herz legen, als in die auf Beschreibung ausgelegten Reiseberichte ...

Ski und Snowboard fahren

Ich habe das Ski fahren gewiss nicht erfunden, aber ich habe mich auch nicht davor gedrückt. Heute habe ich die 15 Jahre Vorsprung meiner Frau aufgeholt, mache den Ski-Service selbst, pflege und repariere den Belag, schleife die Kanten «so scharf wie Pamela Anderson» und wachse die Skier auf «Ankleben», damit wir auch auf steilen Pisten Schuss fahren können. Der Satz meines Sportlehrers, ausgesprochen bei einem Treffen im Rahmen eines Jubiläums: «Dass Du Snowboard fährst, glaube ich erst, wenn ich ein Video sehe!», hallt zwar noch nach, hat aber weitere 15 Jahre später komplett an Dramatik verloren. Mit der Technik von heute könnte ich der Aufforderung nachkommen, aber ich stehe nun mal am liebsten hinter der Kamera und nicht davor.

Ein wesentlicher Aspekt unserer Reisen ist die Vermessung von Skigebieten. Wir gehen der Frage nach, wie stark die Angaben der Betreiber zu Pistenlängen und Gesamtkilometerzahl von der Realität abweichen. Wir nutzen dazu GNavigia/Gina, selbst geschrieben und als Download verfügbar, damit wir diese Fragen auch zweifelsfrei und belegbar beantworten können. Als GPS-Empfänger dienen uns zurzeit zwei Holux GPSport 245, die als reine Aufzeichengeräte ein einzigartiges Preis/Genauigkeits-Verhältnis haben, sowie hin und wieder auch einmal ein Garmin. Zur Georeferenzierung von Bildern machen wir ein Foto von der Sekundenanzeige des GPS-Empfängers.

Ich habe die Schier bereits nach der sechsten Skiwoche in die Ecke gestellt, nicht aus Frust sondern aus Freude am Fahren. Denn das Snowboard vermittelt einen unglaublich engen Kontakt zur Piste, kommt denen entgegen, die gerne «mit dem Schnee tanzen» und nicht so gerne rasen; das überlassen wir Mario Matt, in dessen Haus in Flirsch am Arlberg wir schon zu Gast waren, und seinen Zeitgenossen. Und so bin ich in mehr als 20 Wintern zu einem alternden Snowboardfahrer geworden, nicht so eloquent wie manch anderer Fahrer, der mit seinem Alter kokettiert, halt einfach gereift - und schnell genug, um mit schnellen Fahrern mitzuhalten. Tempo 77 in Grindelwald sind elektronisch gemessen und somit verbürgt, wurden Anfang 2007 auf knapp 80 verbessert und einen Monat später in Zermatt getoppt: Heute gilt es für mich, Tempo 100 zu schlagen. Eine Geschwindigkeit, die ich seit meinem Umstieg zurück auf Ski bisher noch nicht wieder gefahren bin.

Wer spät beginnt, konsequent fährt und dann die ersten Erfolge spürt, der entwickelt ein Gefühl für die Schönheit und Großartigkeit schwerer Skigebiete. So wie andere Zeitgenossen Briefmarken sammeln, so sammeln wir Skigebiete. Das hat uns auf zum Teil abenteuerlichen Anreisen in entlegene Gebiete geführt, nach Frankreich, in die Schweiz, Österreich und schließlich auch nach Italien, in die landschaftlich wunderschönen Dolomiten, wo man auf meist einfachen Pisten lange Abfahrten genießen kann, sofern man darauf achtet, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Leider fahren die Italiener Schi, wie sie Auto fahren. Dabei ist das Snowboard ein willkommenes Ziel für die Jäger der weißen Pracht. Die blauen Pisten am Kronplatz sind ein Synonym für diese Jagd. Das Gebiet wurde viele Jahre lang, weil ich mich wie die Sucher selbst einmal verschrieben hatte, munter unter «Kornplatz» gefunden!

Die Bindung des Boards habe ich aber in anderen Gegenden zerlegt, auf dem Stockhorn in Zermatt nach der Mittagspause oder auf der Talabfahrt in Gaschurn. Und auch der Belag ist nicht mehr sicher, wenn wir die präparierten Pisten verlassen und ausweichen auf die wirklich traumhaften Abfahrten von Zermatt, Sankt Anton, Verbier, l'Alpe d'Huez oder Val d'Isère. Und während der durchschnittliche Skifahrer auf dem Gletscher am Matterhorn fährt, treffen sich die Enthusiasten um «Silberpfeil» auf der Buckelpiste «Triftji». Was mit der Frage: «Fährst Du auch Ski?», die ich verneinen musste, einmal so harmlos begann, hat sich zu einer - auch für mich kaum glaublichen - Sammlung von Skigebieten ausgewachsen.

Ich hatte im Januar 1994 meinen ersten Skitag in der Sportwelt Amadé. Damals war es mit über 300 Pistenkilometern eines der größten Skigebiete der Alpen. Wer einmal die Skischaukel zwischen Flachau und Alpendorf gefahren ist, lernt die Weite des Gebietes kennen. Flying Mozart, Six Pack und Achter Jet heißen die Lifte hier. Und obgleich man sich auf Höhen unter 2000 m bewegt, gibt es dennoch meist reichlich Schnee. Bekannt sind der Sonnenhang von Zauchensee und die FIS Damenabfahrt. Für meinen Geschmack ist das Gebiet aber zu sehr zersplittert und was soll ich mit (heute) 900 Pistenkilometern, wenn ich nicht zusammenhängend fahren kann. Ich war nur noch einmal für einen einzigen Tag dort.

Die 3 Vallées sind mit weitem Abstand das größte zusammenhängende Skigebiet der Alpen. Wer sein Auto in Mottaret abstellt, 1800 m hoch, und dann eine Woche lang Sonne bei Tag und Neuschnee in der Nacht hat, dazu mittlerweile 600 km präparierte Pisten verteilt über die Täler von Courchevel, Méribel und Belleville, der ahnt, dass er es hier mit einer anderen Dimension des Skifahrens zu tun hat: «Dem Traum vom Ski fahren». Breite Pisten von schier endloser Länge, präpariert von unzähligen Pistenraupen, dazu die größten Beförderungsanlagen der Alpen, die pro Stunde dreimal so viele Schifahrer transportieren können wie die Bergbahnen von Klosters/Davos. Von der Cîme der Caron bietet sich zudem ein fantastischer Ausblick auf die Barre des Ecrins. In französischen Skigebieten findet man Orte mit klingenden Namen, die oft falsch ausgesprochen werden. Ein typisches Beispiel ist Val Thorens, dessen Nasallaut zu dunkel gesprochen wird und auf dem Berg mit offenem «e» intoniert wird.
   2013 besuche ich die 3 Vallées wieder mit Ski statt Snowboard und komme am längsten Tag auf 84 Pistenkilometer, 72 im Schnitt an 6 Tagen. Es gibt nicht viele Gebiete, wo man so weite Tagestouren fahren kann. Dass man dabei nicht eine einzige Piste doppelt fährt, erübrigt sich zu erwähnen.

Verbier ist der zentrale Ort in den 4 Vallées, hoch gelegen und, wenn auch nicht unbedingt über Weihnachten, schneesicher bis ins Frühjahr. Das Geld wird um Ostern verdient, nur die Franzosen haben größere Unterschiede im Preis. Dafür ist der Skipass für Familien besonders günstig. Die Namen gehören zum französischen Teil der Schweiz: Col de Gentianes, Lac des Vaux, Attelas, Mont Fort und Mont Gélé. In der Bäckerei in Verbier sprach damals niemand deutsch. Auch ohne die GPS-Daten ausgewertet zu haben, kann ich sagen, dass das Gebiet niemals auf 400 tatsächlich nutzbare Pistenkilometern kommt, aber das ist auch unerheblich. Denn das, was übrig bleibt, ist von so hohem Niveau, dass andere Gebiete nicht in die Nähe der Qualität der Quatres Vallées kommen, überdies ist das Gebiet extrem zusammenhängend befahrbar. Unsere zweite Reise geht 14 Jahre nach der ersten aus Kostengründen nach Nendaz. Allein die Rückfahrt abends lässt das Herz geübter Skifahrer höher schlagen!

Ein Skigebiet von großem Reiz ist l'Alpe d'Huez, häufige Bergankunft der Tour de France. Mit den Abfahrten Le Tunnel und Glacier de Sarenne kann der Ort sowohl in Punkto Schwierigkeit als auch Länge mit den schwersten und längsten Pisten der Alpen mithalten. Die Pistenlänge der Sarenne wird mit 16 km angegeben. Eine Farce. Der Pic Blanc ist zwar ein Berg von eher geringem optischem Reiz, war aber damals, 1997, der einzige Ausgangspunkt für diese Touren. Heute, 16 Jahre später, gibt es eine weitere Verbindung zum Gletscher namens Marmottes III.

Die Tore zur Sonne, die Portes du Soleil, sind immer verschlossen. Meine Frau kennt das Gebiet nur bei schlechtem Wetter. Auch 2012 ist das nicht besser. Diesmal wohnen wir in Châtel und nicht im Hauptort Avoriaz. In Paris mögen sie «Avoriaz» sagen, so wie man «gaz de france» ja auch mit «s» spricht.  Radio Avoriaz dagegen sagt «Avoria». Ich habe aber auch schon in weniger versierten Zeitungen wie dem Bonner General-Anzeiger genau das Gegenteil gelesen. Wie dem auch sei, wer Radio Avoriaz bereits einmal in seinem Zimmer gehört hat, der weiß um die Unterschiede. Wer sich für das einzigartige, grenzüberschreitende Gebiet der Portes du Soleil interessiert, der findet bei uns eine Reisebeschreibung und einen Stimmungsbericht. Berühmt ist die Piste Chavanette, die als eine der steilsten Pisten der Alpen gilt. Beeindruckend der Einstieg, lang (aber auch endlos breit) die Abfahrt. Ein Skigebiet für alle Arten von Skifahrern mit viel Fun für Könner. Dazu gibt es eine beeindruckende Nachtaufnahme.

Chamonix ist einer der klingensten Namen des Alpinen Skisports. Zwar werden die FIS-Rennen in les Houches gefahren und die besten Pisten liegen um Argentière, aber Chamonix selbst ist der Talort für den Mont Blanc und Ausgangspunkt für die überaus großartige, 19 km lange Abfahrt durch das Vallée Blanche. Von der Aiguille du Midi fährt man über Gletscher bis hinunter ins Tal, 2800 Höhenmeter mit einem Zwischenaufstieg von 100 Metern. Nirgendwo in Europa geht es weiter bergab. Chamonix, diese kleine aber beeindruckende Stadt in den Bergen mit viel Flair, hat es meiner Frau und mir so richtig angetan. Bleibt man im Tal, dann ist der schönste Teil des Skigebiets Grands Montets.

Wir hatten in einem viel zu warmen Frühjahr vor 16 Jahren von l'Alpe d'Huez aus Les Deux Alpes für einen einzigen Tag besucht. Das erschien mir immer schon zu wenig, zumal der Gletscher auf 3500 m hinauf reicht. Im Rahmen der Skisafari 2013, die das Zeug hat, zu einer Legende zu werden, besuchen mein Sohn und ich noch einmal das Gebiet, das vom Ort in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Von der Bergseite, die sich Vallée Blanche nennt, hat man einen schönen Blick auf den Glacier de Sarenne, der zum Skigebiet von l'Alpe d'Huez gehört. Hier sind die Pisten eher einfach, aber es gibt auch eine sehr schöne Buckelpiste zum Üben. Die andere Talseite ist zunächst sehr steil und wird dann zum Gletscher hin flacher mit vielen schönen und schweren Pisten in den Sektoren Diable und Fée. Beim Abendessen erzählen uns offenbar einheimische Gastwirte, dass eine Liftverbindung mit l'Alpe d'Huez angedacht sei. Mit einem 6-Tage-Skipass kann man sich zudem einmal von einer Pistenraupe in Richtung la Grave schleppen lassen.

«Der Skipass Dolomiti Superski gilt soweit das Auge reicht!», antworte ich, wenn ich nach der Dimension im Schifahren in den Dolomiten gefragt werde. Und tatsächlich kann man 1220 Pistenkilometer und 450 Aufstiegshilfen nutzen, von Cavalese im Westen, wo ein amerikanischer Kampfpilot die Gondel vom Himmel geschnitten hat, bis zu den Drei Zinnen im Osten, von Bruneck im Norden bis San Martino di Castrozza im Süden. Aber weit mehr als die technischen Daten beeindruckt unbestreitbar die landschaftliche Größe dieses üppig erschlossenen Skigebiets, geprägt von blauem Himmel, braunem Fels und weißem Schnee. Hier haben im ersten Weltkrieg die großen Schlachten stattgefunden, hier soll das «Lametta» seinen Urspung gefeiert und gigantische Mengen Sprengstoff große Teile der Bergspitzen «abgetragen» haben. Lagazuoi und Col di Lana sind Synonyme für diesen Irrsinn, der sich noch heute in Tunnelsystemen manifestiert, die die Berge durchlöchern wie einen schweizer Käse. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat im Frühjahr 2004 diesem Kampf eine Story gewidmet, kurz nach unserer Rückkehr aus den Bergen.

Jean Claude Killy hat seinen Namen einem einzigartigen Skigebiet geliehen, das sich als «l'espace killy» selbst als eines der schönsten Skigebiete der Alpen bezeichnet. Besser bekannt ist es unter den Namen Val d'Isère und Lac de Tignes. Mit 300 km präparierten Pisten in großen Höhen und einem gewaltigen Angebot an Liftanlagen sowie einem beeindruckenden Panorama ist es nicht ganz falsch, dass es sich «le plus bel espace de ski du monde» nennt. Die Piste Face Olympique de Bellevarde ist steil und aufregend, großartig die Abfahrt von der Grande Motte, insgesamt fehlt dem Gebiet aber die Einzigartigkeit von Zermatt. Zudem betreibt das Gebiet noch immer eine Standseilbahn, die baugleich ist mit der Unglücksbahn von Kaprun, was die Streckenführung angeht. Nach dem Unfall hat man hier die Bahn total umgebaut und die brennbaren Teile weitgehend entfernt. Da aber auch Aluminium bereits bei relativ geringen Temperaturen brennt, muss man hoffen, dass die Maßnahmen nicht ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen müssen. Zudem liegen mit den 3 Vallées und Paradiski zwei allmächtige Konkurrenten gleich nebenan.

Frankreich besitzt viele Orte aus der Retorte: Flaine ist so ein Betonklotz. Und wie der Ort, so die Bezeichnung der längsten, zentralen Stehgondel: Téléphérique. Ein Gattungsbegriff. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Blick auf den Mont Blanc, nur durch das Tal von Chamonix getrennt. Die Pisten sind mir nicht in Erinnerung geblieben, aber es gibt einige um 900 Höhenmeter Abfahrt. Wohnen muss man nicht im Zentrum, Samoëns tut es auch. Ich werde Flaine nie vergessen. An einem Tag, an dem alle Lifte geschlossen waren, begann ich dort, Snowboard fahren zu üben.

Darum ist es am Rhein so schön: Flims/Laax ist dem geneigten Skifreund ein Begriff. Verstreut und doch sehr zusammenhängend über mehr als 140 Quadratkilometer um den Crap Sogn Gion gruppiert sich diese Landschaft zwischen Vorab und Cassonsgrat. Mittlerweile hat man von Laax nach Plaun eine großen Umlaufseilbahn geschaffen, die das Gebiet verändert hat. Vier Stunden im Stau bei der Rückfahrt auf schweizer Autobahnen, die bei Unfällen oft eine Totalsperrung verpasst bekommen, und ein netter Tag mit dem Skiclub der Leica Geosystems erinnern uns an unseren vorletzten Besuch dort, im Dezember 2001. Doch das Gebiet ist so übel nicht, daher fahren wir 2012 über Fastnacht dort noch einmal 5 Tage. Wir brauchen frisches Bildmaterial, wollen am Cassonsgrat fahren und zum ersten Mal sehen wir Steinböcke in freier Wildbahn.

«Das kleine Skigebiet Flumserberg, umweit von Zürich gelegen, ist eher etwas für Familien und Anfänger. Nach Neuschnee kann man zwar auch hier einige interessante Abfahrten machen, aber die Auswahl ist stark begrenzt. Bei nur 50 Pistenkilometern der unteren Schwierigkeitsgrade ist das auch nicht weiter verwunderlich. Zudem ist das Gebiet bei gutem Wetter schnell überlaufen.» Für diesen Kommentar bin ich von schweizer Skifahrern bereits abgestraft worden. Aber ich stehe dazu! Die Luftseilbahn vom Bahnhof ins Skigebiet ist mittlerweile durch eine Umlaufgondel ersetzt worden.

Galibier-Thabor ist als Skigebiet für französische Verhältnisse eher klein geraten. Aber seine sanft geneigten Hänge lassen erahnen, dass hier bei Neuschnee keine Langeweile aufkommen wird. Seine freundlichen Bewohner, seine südliche Lage und seine Skischaukel über drei Bergrücken trösten ein wenig über die fehlende Größe hinweg. Und es ist ein recht günstiges Gebiet in einer Zeit, in der andere Gebiete Hauptsaison haben und entweder unerschwinglich teuer oder überlaufen sind. Frankreich einmal ganz anders.

La Grave fällt aus der Rolle. Welche Rolle? Es ist mehr eine Idee als ein Skigebiet. Es hat keine Pisten, wenn man die einzige präparierte Piste auf 3200 m Höhe einmal ausklammert. Es ist ein schweres Skigebiet, in dem man ganz ausgefallene Tourenabfahrten machen kann. Die Gondel sieht aus, als wäre sie von Charles de Gaulle persönlich in Auftrag gegeben worden. Sie ist im Rang einer Luftseilbahn zu sehen. Wir haben unsere Eindrücke auf einer einzigen Seite untergebracht. Mehr als zwei Abfahrten waren nicht drin.

Bei Tempo 77,00 schnappt die Radarfalle zu; fast hätte es mir das Snowboard unter den Füßen zerrissen. Damit bin ich nur ganze drei Stundenkilometer langsamer als die Geschwindigkeitsbegrenzung auf schweizer Landstraßen. Wann kommt man schon mal dazu, im Schuss die Geschwindigkeit zu messen? Grindelwald bietet aber noch mehr. Sein Wahrzeichen, die berüchtigte Eigernordwand liegt zwar immer im Schatten, aber dennoch bietet sich dem Skifahrer bei gutem Wetter ein einmaliges Panorama, das keinen Vergleich zu scheuen braucht. Mit der rassigen Lauberhornabfahrt verfügt das Gebiet zudem über eine Rennpiste, die man live erleben kann. Zahlreiche Fahrten lassen uns sagen, dass wir das Gebiet ganz gut kennen. Eine Besonderheit waren unsere Urlaube im Berggasthaus Grindelwaldblick auf über 2000 Meter Höhe.

Für unseren Bericht über den Hintertuxer Gletscher haben wir zwei Freikarten geschenkt bekommen. Im Rahmen einer Reise von Gletscher zu Gletscher, die uns u.a. nach Hintertux führt, wird uns schon bei der Quartiersuche angekündigt, dass dies der schönste Gletscher Österreichs sei - und so zeigt sich dieser dann auch von seiner allerbesten Seite. Den Einer-Sessel gibt es heute nicht mehr.

Ischgl/Samnaun gilt als das größte, zusammenhängende Après-Ski-Gebiet der Welt. Aber immer wieder werde ich Zeuge von Unfällen oder werde selbst angefahren. Mir geht die Sauferei in diesem Skigebiet auf den Nerv. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Gebiet ist viel, viel besser als das mittlere Fahrvermögen seiner Kunden. Großen Höhen, exzelllenten Beförderungsanlagen und anspruchsvollen Pisten stehen Skifahrer gegenüber, die dem hohen Niveau des Gebiets oft nicht gewachsen sind. Wo heiße Girls auf den Balkons der Hütten für mehr Umsatz strippen und wo die Bierfahnen zuverlässiger wehen als die Nationalflagge Österreichs, geht «Sex sells» über alles. 2013 statte ich dem Gebiet noch einmal für zwei Tage einen Besuch ab, aus vermessungstechnischen Gründen. Natürlich ist die Abfahrt Eleven nicht 11 km lang und 200 Pistenkilometer kann ich auch nicht ermitteln. Zweimal werde ich angefahren, das reicht.

Skiurlaub in Bad Kleinkirchheim: Unter den großen Skigebieten der Alpen wird man dieses wohl vergeblich suchen. Und hätten wir den Aufenthalt vor Ort nicht bei einer Tombola gewonnen, dann wären wir sicherlich nicht 900 km gefahren, um in Kärnten Skiurlaub zu machen. Diesen Winterurlaub, in dessen Verlauf Lafontaine der SPD den Rücken kehrt, 40 Menschen im Tunnel des Mont Blanc verbrennen und die Nato in Bosnien eingreift, werden wir im Gegensatz zum Skigebiet nicht so schnell vergessen.

Klosters/Davos: Im Teilgebiet Davos, genau genommen auf Strela, habe ich mir vom Liftpersonal eine unverschämte Bemerkung anhören müssen: «Bringen Sie sich eine Schaufel mit und präparieren Sie die Liftspur doch selbst!». Aber die Direktion der Davoser Bergbahnen hat sich nicht nur mit zwei Freikarten entschuldigt, die wir auf Grund eines beruflich bedingten Aufenthalts in Heerbrugg auch tatsächlich zu einem weiteren Besuch nutzen konnten. Ich nehme ihnen auch ab, dass sie sich über das Verhalten ihres Mitarbeiters geärgert haben. Strela ist mittlerweile aus dem Verbund der Bergbahnen ausgeschieden. Trotzdem haut mich das Skigebiet nicht vom Sockel und meine Zwerge auch nicht. Laufstrecken für Snowboarder an zentralen Streckenabschnitten trüben die Freude. Und das Jacobshorn ist etwas für die Anfänger auf dem Board und nichts für alte Hasen.

Kitzbühel ist ebenso bekannt wie veraltet, zumindest 2006, als ich zuletzt dort war. Mein Satz, gerichtet an die Dame an der Kasse, als ich das Kartenpfand zurückhole: «Benutzen Sie den einen oder anderen Euro zur Modernisiserung ihrer Anlagen!» wurde nicht gerne gehört. Die spektakuläre 3S, die keinen dümmeren Namen tragen könnte, ist technisch ein Highlight, eine echte Télépherique débrayable, so wie sie Franzosen, die diesen Ausdruck geprägt haben, wohl gerne gebaut hätten. Daher versteht ein Ingenieur die Bezeichnung sehr wohl. Aber hätten Sie das so verstanden? Wie dem auch sei. 2015 fahren wir noch einmal hin, weil das Gebiet zusammen mit dem Wilden Kaiser das größte österreichische Skigebiet darstellt. Nirgendwo konnten wir (zusammenhängend) bisher mehr fahren! Ein spannender Urlaub, der mich mit dem Gebiet versöhnt.

Lech am Arlberg: Ich hätte es wissen müssen, als mir Felix Wälti erzählte, dass er schon mit Marc Girardelli zum Ski fahren gewesen sei: «Der fährt wie auf Schienen!». Unsere Kinder haben Felix ins Herz geschlossen und ein Kompliment aus seinem Mund zählt doppelt und dreifach. Abseits der Pisten ist er ein Ass, darauf ohnehin - und wenn man außerhalb der Winterferien/Schulferien vor Weihnachten pralle Sonne bei Temperaturen um -10°C erlebt und den Arlberg so, wie er am Besten ist, als großes Tiefschneerevier, dann geht ein Traum in Erfüllung. Auch wenn Lech, verglichen mit Sankt Anton, eher etwas für «Weicheier» ist: Mit der nicht präparierbaren Tourenabfahrt Tannegg besitzt das Gebiet ein echtes Kleinod. Hinzu kommen weitere anspruchsvolle Skirouten vom Zugerberg.

Wenn man den Angaben im ADAC-SkiAtlas trauen darf, dann besitzt Lenzerheide eines der anspruchsvollsten Skigebiete der Alpen. Aber hier darf man ihm nicht trauen. Denn nicht eine einzige Piste im ganzen Gebiet bleibt als besonders ausgefallen in Erinnerung. Dass man sich dennoch mit dem Gebiet anfreunden kann, liegt daran, dass sich das Ski fahren an den Hängen eines schönen Hochtals abspielt. Die Übersichtlichkeit des Gebietes, die langen und breiten Pisten und die wunderbare Fernsicht vom Rothorn sind Attraktionen für Familien und Genussskifahrer. Mittlerweile soll die Beltrametti-Piste eine echte Herausforderung darstellen und ein Schweizer hat mir bestätigt, dass die Farben der Pisten im Skiatlas vertauscht wurden.

Es hat drei Jahre gedauert, bevor Sankt Moritz in diesen Text aufgenommen wurde. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Denn diese Reise, unsere «Agenda 2010», ist noch aus heutiger Sicht eine der schönsten und die mit Abstand erlebnisreichste aller Zeiten mit festem Quartier. Wir buchen last minute, wohnen extrem preiswert, gut und zentral in St. Moritz Bad, haben relativ gutes Wetter, starten morgens mit der ersten Gondel um 7:45 Uhr, treffen in der Signalbahn auf Maria Riesch, die mir ein Foto erlaubt und die später die Damenabfahrt gewinnen wird, frühstücken gegen 10 Uhr auf Piz Nair und können am späten Nachmittag die Hahnensee Route nach Hause zurück nehmen. Wir fahren die Morteratsch Gletscherabfahrt und die Nachtabfahrt auf beleuchteter Piste am Corvatsch und essen auf Muottas Muragl zu Abend. Aber ein Event übertrifft alles, was ich zuvor und auch danach in Skigebieten erlebt habe, die Mondscheinabfahrt an der Diavoleza, Glüna Plaina. 900 Höhenmeter in der Nacht im steten Turn-around der Luftseilbahn. Ich schaffe fünf Fahrten, dreimal mit Skiern und zweimal mit dem Snowboard. Nichts, auch nicht Heli-Skiing am Monte Rosa oder das Vallée Blanche von Chamonix hat mich in all den Wintern so fasziniert, wie diese eine Nacht.

Oberstdorf ist das nächstgelegene, ernst zu nehmende Skigebiet von Bonn aus gesehen, 565 km oder fünf Stunden entfernt. Das Skigebiet weist 44 Pistenkilometer auf, die auch dann nicht mehr werden, wenn man sie in Metern angibt. Für zwei bis drei Tage ist es abwechslungsreich genug, und blutige Anfänger begegnen echten Herausforderungen. Deutschland - eine Servicewüste? Ja, gerade hier. In jedem anderen Skigebiet wäre Samstags vor neun Uhr geöffnet. Nur hier nicht.

Paradiski ist ein Kunstwort, an dem Sie nicht vorbeilesen sollten! Auch wenn es albern klingt, bezeichnet es den «paradiesischen» Zusammenschluss der Skigebiete von Les Arcs und la Plagne. Und das führt zu dem vielleicht spannensten Skigebiet, das es für Genussskifahrer gibt, wenn man von den in einer anderen Liga spielenden 3 Vallées einmal absieht. Les Arcs ist bekannt für seine Hochgeschwindigkeitspiste, die man nicht betreten wird. Dort kann und darf man keinen Bogen fahren! Bei 100% Gefälle. Aber wirklich großartig sind die Pisten, die meist über 2000 m Höhe liegen und dann nach Villaroger doch noch 2000 Höhenmeter Abfahrt ermöglichen von der mit großartiger Aussicht ausgestatteten Aiguille Rouge. Es ist nach der Talabfahrt an der Argentière von Chamonix die zweitkürzeste Piste mit einem solchen Höhenunterschied, die wir kennen.
    La Plagne ist dagegen das Gebiet mit den klassischen Genusspisten, einem eher langweiligen Gletscher aber auch mit einer traumhaft langen Abfahrt nach Champagny en Vanoise. Die Bauweise in Plagne ist gewöhnungsbedürftig, der Ort ein Synonym für Bettenburgen in den Bergen. Aber man lernt dazu. Belle Plagne ist durchaus akzeptabel und dazu gut gelegen, um das Gesamtskigebiet abzufahren. Wer nur einen einzigen Tag im jeweils anderen Gebiet fahren will, kann auf den günstigeren Skipass Découverte zurückgreifen. Aber einmal muss man mit dem unvergleichlichen Vanoise Express die Seiten wechseln.

Unsere Kinder haben uns ein Skigebiet voraus, und zwar das an der Grenze zwischen Österreich und Italien, am Reschenpass. Eine Fahrt der Jahrgangsstufe 11 ist Ausgangspunkt für die kurze Geschichte über die Reise an sich und das Skigebiet von Nauders und Pfunds im Besonderen. Auf der zweiten Reise entsteht eine GPS-Aufzeichnung dessen, was die Schüler fahren dürfen. Das sieht auf den ersten Blick eher mau aus, deshalb gibt es hier auch keine Auswertung der Daten.

Saalbach-Hinterglemm-Leogang nennt sich ein weiteres großes Après-Skigebiet der Österreicher, im Salzburger Land gelegen. Wegen seiner Lage in Ost-West-Richtung verfügt es über zwei gegensätzliche Talseiten. Während die Sonne tagsüber die Südhänge auf dem Nordkamm in ein Sulzschneerevier verwandelt, bleiben die Nordhänge des Südkamms weitgehend intakt. Hier liegen die schwersten Abfahrten des Gebiets, die steil sind und es in sich haben. Natürlich geben die Betreiber die längste Abfahrt des Gebiets zu lang an, aber insgesamt passen die Zahlen, und die 2016 um Fieberbrunn erweiterte, ausgedehnte Skischaukel, die leider keine Höhen über 2500 m erschließt, bietet eine abwechslungsreiche Arena. Angenehm fällt auf, dass in Saalbach die Sauferei auf den Pisten nicht zum guten Ton gehört und Jonny Walker erst kommt, wenn der Tag geht. Dann geht es aber «mächtig zur Sache».

Die Entdeckung des Jahres 1999, Saas Fee, haben wir bisher nicht wieder besucht. Eingeschlossen von 4000 m hohen Bergen und eindrucksvollen Gletschern liegt dieser Ort auf 1600 m Höhe, hat wegen seiner guten Gastronomie und seiner alten Heustadl, die mitten im Ort stehen und die noch immer ein gewisses Flair verbreiten, einen untadeligen Ruf, aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht so recht. Wenn ein Ort teuerer ist als Zermatt aber das Skigebiet deutlich langweiliger, dann ist das nicht in Ordnung. Parken muss man in einem futuristischen Parkhaus. Wer sich die Etage nicht merkt, ist verloren.

St. Anton am Arlberg: Kaum ein Ort in Österreich ist so teuer wie Sankt Anton. Dieser wenig aufregende Weiler bietet aber auch eines der schönsten, schwersten und traditionsreichsten Skigebiete der Alpen. Wer einmal das Mattunkar gefahren ist, der muss neidlos zugeben, dass nur wenige Gebiete über eine so spannende Abfahrt verfügen, oder sollte ich sagen: «Skiroute»? Wem das nicht reicht, der fährt am Schindlergrat «links raus». Dort warten traumhaft schöne und steile Nebenstrecken, die wir in Anlehnung an unseren damaligen Begleiter Felix die «Wältischen Normalwege» nennen. Wer preiswert wohnen und maßlos Skifahren will, der wählt einen der etwas abseits liegenden Orte wie Schnann oder Flirsch und nimmt den kostenlosen Skibus. In jenem Winter, als Lawinen Galtür und Avolène zerstörten, habe ich am 2. Mai den denkbar schönsten Saisonabschluss gefeiert: Drei Tage bei stets besser werdendem Wetter und schließlich 23½°C im Schatten, dazu Sulzschnee so hoch wie die Brandung bei Lacanau, Snowboardherz, was willst Du mehr? Viele weitere Fahrten vertiefen das Verhältnis zu diesem äußerst anspruchsvollen Skigebiet, wo wir 2012 am eigenen Leibe eine Bergrettung per Hubschrauber erleben. Der Satz meines Sohnes: «Du musst Dir nur anschauen, wie das Verhältnis von ABS-Rucksäcken zwischen Ischgl und St. Anton ist!», sagt alles. Zudem wird meine Frau vor Ort bestens medizinisch betreut, woran auch der ADAC mit seiner Auslandsreisekrankenversicherung seinen Anteil haben mag.

Wer ein viel beworbenes Familenskigebiet sucht, auf Pistenkilometer nicht verzichten will und mautfrei anreisen möchte, der ist gut beraten, seinen Blick auf Serfaus-Fiss-Ladis zu richten. Dass Kinder ab dem vollendeteten 15. Lebensjahr bereits die volle Gebühr für den Skipass bezahlen, machte den Skipass  damals, als wir für einen Tag dort waren, teuerer als den von Zermatt. Und wie weit bleibt das Gebiet hinter Zermatt zurück! Wegen der übelen Preisstaffel für Familien und den langweiligen Pisten, die nichts Neues bieten, habe ich das Skigebiet folglich für mich aus der Liste der wieder zu besuchenden Ziele gestrichen.

Gaschurn, Partenen, Gortipol und Schruns sind die Orte, von denen aus man die Silvretta Nova erkundet, vielleicht das ultimative Gebiet für den gemäßigt anspruchsvollen Skifahrer. Hier gibt es eine der steilsten präparierten Pisten, aber auch die größte Hütte und die heftigste Sternbar der Alpen. Dazu moderate Preise verglichen mit anderen Orten. Zumindest war das vor der Euro-Umstellung so. Mittlerweile habe ich etwas Abstand zu dem Gebiet gewonnen, vor allen nach der Einrichtung zweier sinnloser Liftanlagen, die keine weiteren Pisten erschließen. Nach wie vor bleibt die Silvretta Nova aber ein gastronomisches Skigebiet.

Auf dem Stubaier Gletscher macht man nicht Sommerski, sondern man fährt dort gegen Ende November, weil die klassischen Skigebiete noch keinen Schnee haben. Sommerski ist und bleibt ein Privileg derer, die immer Alles wollen und dabei auch den Ruin der Natur in Kauf nehmen. Kein Skifahren erfordert so weite Anreisen über grüne Wiesen wie diese Art von Skisport.

Das Weiße Hochland ist dem geneigten Skifahrer, der gerne die Schweiz aufsucht, sicherlich ein Begriff: Les Diablerets, Wispile und Wasserngrat sind ein Begriff, so wie Gstaad für den Wintersport der Schönen und Reichen. Vielleicht kennt jemand außerhalb des Binger Skiclubs Namen wie Zweisimmen oder Saanenmöser. Wie man ohne jede schwarze Piste mehr als 250 Pistenkilometer präpariert, verrät der Schweizer in dem einfachsten aller Skigebiete. Der Satz von Hans Meyer: «Je bekannter das Skigebiet, desto einfacher die Pisten» gilt hier nicht so ganz, denn sooo bekannt ist das Gebiet wahrlich auch wieder nicht. Nach einem Aufenthalt dort mit einigen fremdverschuldeten Unfällen innerhalb unserer Reisegruppe ist es für mich auch das gefährlichste der Schweiz.

Über Zermatt, Klein Matterhorn, Stockhorn, die Buckelpiste Triftji und das einzigartige Panorama mit Matterhorn ist bereits fast alles gesagt. Aber Zermatt ist mehr als das. Es ist ein Skigebiet mit extrem schönen, schweren und abwechslungsreichen Pisten. Von der Chill-Out Area am Klein Matterhorn bis zu den äußerst schwierigen Abfahren am Schwarzsee, allen voran die untere Aroleid, kann das Gebiet unendlich lange und dann wieder sehr schwere Pisten auf engstem Raum abbilden. Unser Aufruf: «Rettet das Stockhorn!» ist nicht ungehört verhallt. Ein Schlepplift ersetzt die alte Gondel und erlaubt es heute, das Stockhorn mehrmals direkt zu fahren und nicht mehr wie früher über Hohtälli. Ohne Stockhorn fehlt dem Gebiet das Besondere, das Herausragende. Versierte Fahrer zieht es beim besten Willen nicht auf den Gletscher, es sei denn, man will die Pisten dort als «kilomètre lancé» nutzen, wofür sie am frühen Morgen bestens geeignet sind. Zermatt bietet ein weiteres, echtes Highlight, das man sich einmal im Leben gönnen sollte, einen Flug mit Air Zermatt zum Monte Rosa.

Rad fahren, Fahrrad fahren, Fahrradtouren

Allein auf einer längeren Reise, abends vielleicht an einem einsamen Bergsee, über einer Klippe am Meer, ein Seegelboot unten auf dem Wasser, dann stellt sich die Frage, womit man sich beschäftigt. Ein Hobby während des Hobbies? Reisen mit großer körperlicher Anstrengung erlaubt in der Regel keinen Besuch in der Diskothek, von der zur Verfügung stehenden Kleidung wollen wir mal ganz absehen. Und so bietet es sich geradezu an, ein Fahrtenbuch zu führen. Zwar erzählt es nur selten spannende Geschichten, aber manchmal findet man darin auch die Stimmung einer ganz bestimmten Zeit wieder. Mehr als 70000 km habe ich seit Beginn der Aufzeichnungen dokumentiert. Und die Berichte, die ich hier schreibe, wären ohne das Fahrtenbuch und sein präzises Erinnerungsvermögen undenkbar.

Die Radtour zum Nordkapp, gefahren im Sommer 1984, sollte mit 5800 km die längste meiner Radtouren werden, durch Deutschland, Schweden, Norwegen und Finnland führen und genau zwei Monate dauern. Ein Fahrrad mit Stahlfelgen und 10-Gang Schaltung, schwer bepackt, ein ständiger Kampf gegen Wind, Wetter, ein klammes Budget und mittelmäßiges Material, so sehe ich diese Reise heute. Die Fotos dieser Tour hat Andrea Caranti auf den « Trento Bike Pages» einmal als «stunning photo collection» bezeichnet, ein Urteil, dem ich mich als kritischer Betrachter meiner eigenen Bilder anschließen muss. So sind die von vielen Bildern gestützten Erinnerungen an eine einzigartige Fahrradtour unter dem ewigen Licht des Nordens und durch dessen grandiose Landschaften ein Höhepunkt geworden, den keine andere Tour mehr zu toppen im Stande war. Und es gab tolle Touren, so eine nicht ausführlich dokumentierte Fahrt von Bonn nach Paris, die mit über 400 Kilometern an den ersten beiden Tagen begann.

Durch Mittelgebirge und Alpen zum Stilfser Joch zu fahren, ist eine ungewöhnliche Variante, um eine berühmte Passstraße zu besuchen. Im Sommer 1985 ist es dann so weit: Die Fahrt beginnt in Bonn und endet dort wieder. Sie wird die schnellste meiner Radtouren und bringt mich an 19 Tagen im Durchschnitt jeden Tag 125 km weit. Sie führt mich durch die deutschen Mittelgebirge zu Vogelsberg und Rhön, durch den Bayrischen Wald über Lengries nach Seefeld, über den Reschenpass nach Prad und zum Stilfser Joch. Von dort fahre ich über Ofenpass und Flüela nach Davos, über Zürich in den Schwarzwald, über Colmar durch die Vogesen und über Dahn und Bingen zurück nach Bonn. Diese Reise, die mit Hilfe des deutschen Jugendherbergswerks (also von Jugendherberge zu Jugendherberge) geschieht, kann am Ende mit Tagestouren zwischen 50 und 225 km aufwarten. Der härteste Tag aber wird von Lengries zum Reschenpass führen und mit 180 km und 2000 Höhenmetern in die Geschichte eingehen. Da wird der Aufstieg zum Stilfser Joch eher zur Randnotiz.

Die erste Radtour in den französischen Alpen war ein Traum. Im Herbst 1987 fahre ich mit meiner ersten Frau bei bestem Wetter die ganz großen Namen der Tour de France: Col de la Croix de Fer, Col du Galibier, Col d'Izoard, Col de Vars, Restefond/la Bonette (mit 2802 m der wohl höchste Alpenpass, höher als der Col de l'Isèran und der Col Agnel), Col de la Couillole und Col d'Allos heißen die Eckpunkte dieser Reise. Zwar kommen wir an 8 Tagen gerade einmal 660 km weit, aber dabei überwinden wir mehr als 14000 Höhenmeter.

Die zweite Radtour in den französischen Alpen folgt fünf Jahre nach der ersten Reise, im Herbst 1992: Rad fahren und Bergwandern auf einer Tour? Nun, vom Pré de Madame Carle lassen sich zwei sehr schöne Hütten im Gebiet der Barre des Écrins erreichen. Und so machen wir uns mit Fahrradtaschen und in Turnschuhen auf den Weg über den Gletscher. Diese Reise, auf die mich Jörg Eigemann begleitet, hat etwas Archaisches und Existentielles an sich. Wenn wir nicht Bergsteigen, dann quälen wir uns über Schotterstraßen hinauf zum Col du Grand Parpaillon, der von einem dunklen Tunnel gekrönt wird. Dazu krönen wir die Tour am Ende mit einer Umrundung des Grand Canyon du Verdon, immerhin 2000 Höhenmeter und 110 km.

Der Rhein zwischen Koblenz und Bingen liegt mir besonders am Herzen, weil ich den Fluss in diesem Abschnitt als besonders aufregend erlebt habe; von den ersten Fahrten mit der deutschen Bundesbahn durch das Rheintal nach Österreich, über mehrere Radtouren durch das Tal bis zu den Fahrten zu meiner späteren Frau nach Bingen, bei der es die Bahn auf einer Strecke von einer Stunde und fünfzehn Minuten schon auf dreieinhalb Stunden Verspätung gebracht hat. Seinen besonderen Reiz entwickelt das Tal aber für Radfahrer, denn am linken Ufer wird fast die gesamte Strecke als Radweg über den Leinpfad geführt, seit eingen Jahren auch dort, wo der Rhein besonders eng ist, an der Loreley. Am letzten Sonntag im Juni werden überdies zwischen Koblenz und Bingen/Rüdesheim beide Rheinseiten für den Autoverkehr gesperrt, was bei gutem Wetter ein gigantisches Volksfest nach sich zieht, das unter dem Namen «Tal total» bekannt geworden ist. Und da die Streckenführung mangels Steigungen besonders einfach ist, verwundet es nicht, dass auch Kinder hier ihre erste Radtour mit eigenem Gepäcktransport versuchen. Von dieser allerersten mehrtägigen Tour durch das landschaftlich reizvolle Rheintal erzählt einer der Reiseberichte.

Die letzte Mehrtagestour liegt nun auch schon wieder fast 10 Jahre zurück. Sie führte als Dreiergruppe von Bonn über Düsseldorf nach le Tréport am Ärmelkanal. Übernachtungen im Zelt, Abendessen in Restaus am Wegesrand.

Neben den zuvor angesprochenen Radtouren finden sich in einer Übersicht auch die weniger spektakulären, u.a. 1400 km mit Zelt und Kindern durch Schweden. Die schönsten Reisen haben mich aber in die Alpen geführt. Das liegt im wesentlichen darin begründet, dass ich als Radler nur einen wirklichen Feind kenne: den Gegenwind. Im Gegensatz zu Bergen endet der Gegenwind nie. Im Gebirge hingegen fährt man im Windschatten der Berge, wenn der Wind von vorne kommt und erfährt Hilfe, wenn er im Rücken weht. Folgerichtig findet man unter den Etappenzielen oder -höhepunkten so bekannte Namen wie Simplon, Maloja oder Albula, aber auch fast unbekannte wie die Vogelkoje auf Sylt,  Domodossola, Visp oder Dornach, das Zentrum der Antroposophen.

Wandern, Bergwandern, Bergtouren

Wer an Bergwandern denkt, denkt zumeist an die Alpen. Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer Berge in Europa, die es zu erklimmen lohnt. Hiervon handeln die ersten beiden Geschichten:

Mit einer Rucksackreise durch Schottland, die auch unter dem Thema Reisen ganz gut aufgehoben wäre, beginnt die Folge der Reiseberichte, die allesamt durch viele Fotos dokumentiert werden. Aber während dieses sechswöchigen Aufenthalts mache ich eine ausgedehnte Wanderung in Northumberland, im schottischen Hochland und auf der Isle of Skye. Ich verbringe viele Nächte in Jugendherbergen und in einem für schottische Regengüsse eher unpassenden Zelt. Daher findet sich dieser Reisebericht unter den Wanderungen wieder, mit passenden Landschaftsfotos. Auch die Besuche auf den vorgelagerten Inselgruppen, den Hebriden und den Orkneys mit einem Bericht vom Hummerfang sollen nicht zu kurz kommen.

Climbing Ben Nevis ist eine zweisprachige Geschichte. Man verzeihe mir mein Englisch. Dennoch ist der Reisebericht sicherlich interressant für die, die sich «von hinten» an den höchsten Berg Schottlands heran machen wollen. Welcher Wanderer hat nicht schon davon geträumt, einmal diesen Berg zu besteigen. Immerhin hat man es hier (in Fuß) mit einem 4000er zu tun. In einem guten Sommer ist das ein ungewöhnliches und gänzlich ungefährliches Unterfangen, selbst auf einer Route, die nicht in den Reiseführern steht. Bei Regen können die Wege über nasse, steile Wiesen zu einer tödlichen Falle werden. Und Winterbesteigungen des Berges enden immer wieder mit einem Desaster. Außer Ben Nevis gibt es aber noch andere lohnende Ziele, so der Ben Lui, der sehr malerisch gelegen ist und bei gutem Wetter als ein traumhafter Aussichtsberg gilt. Die Besteigung ist weglos und sollte wie alle anderen Touren auch, nur in Begleitung erfolgen, da sonst der Schäfer die sterblichen Überreste vielleicht erst im nächsten Frühjahr findet, wenn man nicht spurlos im schottischen Hochmoor versinkt.

Um Strategien zur Suchmaschinenoptimierung zu testen, hat die Computerzeitschrift c't die « Hommingberger Gepardenforelle» erfunden, und damit einen Begriff geschaffen, der es all jenen Gestalten, die hart am windigen Zeitgeist vorbeisegeln, ermöglicht, Internetseiten auf Trefferquoten hin zu optimieren (SEO - search engine optimization). Ich habe den Anlass benutzt, all jene Begebenheiten, die ich auf Reisen in Schottland erlebt habe und nirgendwo sonst passend unterbringen konnte, auf den Seiten über diese virtuelle Forelle aufzuführen - wohl wissend, dass damit kein SEO-Wettbewerb zu gewinnen ist. Wer will, kann die Geschichte auch von hinten lesen, also auf der Seite beginnen, die all das noch einmal etwas genauer erläutert.

Die Besteigung der Ötztaler Wildspitze ist sicherlich ein herausragendes Erlebnis gewesen. Dieser Berg ist nicht nur der mit wenigen Metern Abstand zweithöchste Berg der österreichischen Alpen, er ist auch besonders schön. Wer einmal das Glück hatte, bei strahlendem Sonnenschein, Temperaturen um +15°C und völliger Windstille auf eine so große Höhe ohne Seilbahn vorzudringen, der genießt! Insbesondere die Bilder auf den Gletschern vermitteln eine eigene Stimmung. Sie sind oft zu extremen Zeiten entstanden, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass vor der Einführung der Sommerzeit Aufstehen gegen vier Uhr morgens völlig normal war (bei einem solchen Vorhaben).

Reise, Reisen, Urlaub, Sommerurlaub

Unsere Sommerurlaube haben uns nach Großbritannien, Italien und vor allem nach Frankreich geführt, wobei Frankreich durch seine landschaftliche Großartigkeit überzeugen kann. Die tiefe Schlucht bei Castellane, Grand Canyon du Verdon, ist die herausragende Sehenswürdigkeit des Landes; man umrundet sie auf 110 Kilometer Nebenstraßen und überwindet dabei bis zu 2000 Höhenmeter. Besonders mit dem Fahrrad ist das eine herausfordernde Tour. Unvergessen bleibt auch der Blick (oder, wer es mag, der Sprung) von der Pont de l'Artuby. Am Ende der Sommerferien ist der Besuch im Süden des Landes besonders reizvoll, weil der große Andrang vorüber ist, die Touristen nach und nach die Campingplätze verlassen und Ruhe einkehrt. Dabei liegen so viele sehenswerte Orte am Wegesrand: Le Pont du Gard, Cirque de Navecelles, Gorges du Tarn und Aigues-Mortes, ein heute verlandeter Kreuzfahrerhafen.

«Mit dem VW-Bus durch Frankreich» ist eine lose Sammlung von Reiseberichten über Erlebnisse mit einer Art Wohnmobil. Obgleich nicht ausgebaut, kann so ein VW-Bus durchaus ein sehr angenehmes Reisegefährt sein. Ein Aufstelldach bietet das Minimum an Reisekomfort. Für alle Frankreichfreunde gibt es eine Übersicht über die Reisen in Frankreich, die Sommer- und Winterurlaube, Busreisen, Wanderungen und Radtouren umfassen. Unsere letzte Reise hat uns nach vielen Jahren an den Strand von Saint Tropez geführt, sowie auf dem Hin- und Rückweg durch die malerische Provence bei Vaison-la-Romaine; einen freien Vormittag nutze ich zusammen mit meinem Sohn, um den Mont Ventoux mit dem Rad zu erklimmen, Startzeit 5:45 Uhr.

Wer unternimmt allen Ernstes im Winter eine Wanderung durch die Schluchten des Tarn? Diese Winterreise nach Südfrankreich, die nun auch schon viele Jahre zurück liegt, hat mir eine ganz besondere Sicht auf Frankreich vermittel. Eine alte Kodak Retina Reflex III dient als Kamera, ein billiges Zelt als Unterkunft und ein Bundeswehrschlafsack muss Temperaturen unter -10°C trotzen. Erst mit der Ankuft an der Küste wärmen die Sonnenstrahlen wieder. Unvergessen bleibt der Abstieg von den Höhen hinab nach Monaco, der Blick auf Nizza und die Palmen am Wegesrand lassen echte Urlaubsstimmung aufkommen. Der Einmarsch der Russen in Afghanistan fällt in diese Zeit - wir lesen davon in einer französischen Zeitung.

Man kann seinen Urlaub total auf Entspannung ausrichten, also am Strand abliegen bis die Haut verschrumpelt, oder auch auf «volle action», z. B. wandern mit Rucksack bis die Sohlen brennen oder Rad fahren bis Reifen und Bremsen qualmen. Man kann das auch lassen. Wenn man auf dem Weg die eine oder andere körperliche Betätigung einschiebt, hat das einen stressfreien Aktivurlaub-Touch. So unternehmen wir auf unserer Reise durch Südwestfrankreich eine Kanufahrt auf der Ardèche, erobern zu Fuß Carcassonne, fahren mit dem Rad hinauf zum Hospiz de France, besuchen St. Jean-de-Luz und Biarritz, essen zu Abend am Tisch der Brüder Ibarboure und entspannen auf einem der schönsten Campingplätze der Region, dem Pavillion Royale in Bidart. Mit meinem Tourenrad erklimme ich den Col de Peyresourde, den Aspin und schließlich den Col du Tourmalet, wobei mir in der Abfahrt fast ein Pferd zum Verhängnis wird.

Kann man einen Sommerurlaub so legen, dass man die einzigen drei Wochen des Jahres erwischt, die kühl und regnerisch sind? Kann man die einzige totale Sonnenfinsternis in 100 Jahren um 5 Minuten verpassen? Mein reisebegleitendes Tiefdruckgebiet sorgt wie immer für die passende Szenerie. Auch wenn man die Sonne nicht verschwinden sieht, erlebt man die nächtliche Dunkelheit im Kernschatten von Laon doch hautnah. Unser Ziel ist die Bretagne, das Land der Hinkelsteine, wobei wir die Normandie nicht streifen und der Leser somit die gewohnten Bilder vom Gezeitenkraftwerk von Saint Malo oder dem Mont Saint Michel auf einer anderen Internetseite suchen muss. Dafür erleben wir Perros-Guirec bei gutem Wetter mit einer entsprechenden Ausbeute an Photos. Der Leuchtturm ist einzigartig. Und wenn man bei strömendem Regen auf dem Weg zur Dusche dann noch Bekannte aus dem Schiurlaub trifft, weil man die Duschmarke vergessen hat und umkehren muss, kann das durchaus mit dem Schicksal versöhnen.

Die Besonderheiten der Bretagne, dieses so ganz andere Frankreich, das eher an Flandern erinnert, wo man Cîdre trinkt statt Wein und doch zu jeder Mahlzeit auch ein Menü mit Austern als Vorspeise gehört, haben uns dazu angeregt, noch zweimal hierhin zu fahren. Die erste Reise führt uns an die großartigen Strände von Carnac, die zweite weiter nach Norden. Dabei machen wir einen Rundumschlag mit einem Besuch in Concarneau, in Bénodet mit seinem sehr speziellen FKK-Strand, in der Schwesterstadt von Remscheid, Quimper, sowie in Saint Malo. Wir bummeln durch die Altstadt, trinken Cîdre in einem Restau auf der Stadtmauer und wohnen auf dem Campingplatz an der Corniche d'Alet. Der Bus kann stehen bleiben und auch die Räder braucht man nicht für einen Besuch im Zentrum der Ville Close. Wir verabschieden uns aus dieser mit historischen Gebäuden schwangeren Region mit einem Abstecher zum Mont Saint Michel, der für wenige aber ausreichend lange Minuten im Licht der Sonne erstrahlt.

Südfrankreich ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel sondern auch die am meisten frequentierte Seite unserer Homepage. Grand Canyon du Verdon ist hier das Schlagwort. Mit dem Sentier Martel verfügt die Schlucht zudem über einen großartigen Wanderweg. Der Canyon ist der mit weitem Abstand eindrucksvollste in einem Land, das reich an Schluchten ist. Der Süden steht für Wein, savoir vivre und eine berühmte Küste. Aber auch für Ortschaften wie Roussillon, Moustier-Ste-Marie, Apt, Grasse und Saint-Tropez. Dazu gibt es im Landesinneren Seen wie der Lac de St. Croix oder der von Serre-Ponçon. Unterwegs gibt es aber noch mehr zu entdecken...

Es ist die vielleicht entspannteste Reise, die wir jemals nach Frankreich unternommen haben. Es ist eine Reise ohne große Highlights, ohne die großen Bilder und die berühmten Namen. Aber es wird dann doch ein Erlebnis, vielleicht weil der Strand der Ile d'Oléron auch dann schön ist, wenn man nicht fotografiert, weil Chambord eben Chambord und Lascaux halt Lascaux ist. Und die Wälder des Périgord sind so gut wie seine Pasteten. Auch wenn wir aus der «Sendung mit der Maus», die kurz nach unserem Urlaub im Département 17 der Aufzucht der Miesmuscheln einen ausführlichen Bericht widmet, mehr über die Meerestiere lernen als vor Ort, so verbringen wir doch dehr schöne Tage auf der Insel. Eine gut 70 Kilometer lange Fahrt mit dem Rad über den Nordteil der Insel rundet den Aufenthalt ab. Danach folgen eine Fischauktion in Royan und, auf abenteuerlichen Pfaden, eine Radtour durch die «Landes».

Wer Freunde in der Nähe von Paris hat, etwa eine Zugstunde entfernt, die zudem ein sehr uriges Gästezimmer auf dem Land vermieten, kann auch schon mal ein langes Wochenende dort verbringen, und so nutzen wir das Finale der Tour de France 2005 zu einem Besuch, zu dem wir uns dann auch ein paar Stunden an die Straße stellen. Die Organisation der Siegerehrung ist ein Armutszeugnis. Wer was sehen will, der hockt sich zu Hause vor den Fernseher! Dafür haben wir Vinokurow ausreißen sehen und zudem die Frage geklärt, warum bei diesem Radrennen 189 Fahrräder 1000 Motorfahrzeugen gegenüber stehen. Dass man schon als Amateur auf Doping zurückgreifen muss, um am Ende Profi werden zu können, ist ein offenes Geheimnis. Auch nach mehr als 120.000 km auf dem Tourenrad werde ich kein Freund der Straßenrennen.

Eine Überleitung zu finden zwischen Frankreich und Spanien ist nicht so einfach, aber ich will es mit der Brücke von Millau versuchen, eines der kühnsten Bauwerke aller Zeiten. Der Wagen gleitet 275 m über der Talsohle dahin und man ahnt nichts von der gewaltigen Höhe, in der man sich hier befindet. Wir überqueren das Viadukt auf dem Weg nach Dénia, übernachten im Ort und frühstücken auf einem Hügel gegenüber, den ich am Abend zuvor zu Fuß ausgesucht hatte. Eine Kodak DX 7590 mit knapp 400 mm KB-äquivalent nimmt von dort, über 5 km entfernt, den Pfeiler P2 auf, der in der Höhe den Eiffelturm um gut 45 m überragt. Von Millau aus fahren wir weiter nach Barcelona, wo wir einen Stopp einlegen und mit speziellen Buslinien die Stadt erkunden. Da es Oktober ist, haben wir an Sehenswürdigkeiten auch keine Probleme mit dem Einlass.

Gardasee, Cinque Terre und Toskana sind die Regionen einer nun schon lange zurückliegenden Reise nach Italien. Lazise, Pisa, Siena und Florenz die Orte, die diese Reise streift. Orte, die immer für außergewöhnliche Fotos gut sind. Aber es ist vielmehr das «Erlebnis Italien», wie man es sich vorstellt, durchaus kontrovers und manchmal auch nervig, das diesen Urlaub prägt. Aber am Ende dieser Fahrt, die uns den Schmutz großstadtnaher Strände ebenso erleben lässt wie die einzigartige Landschaft der Cinque Terre oder die Überfahrt über den Apeninn, die Uffizien in Florenz oder die gefährliche Schieflage des berühmten Turms von Pisa, werden wir mehr wissen über Norditalien. Diese Fahrt, die mit einem Abstecher nach Rothenburg ob der Tauber und einem Kupplungsschaden am VW-Bus sowie dem daraus resultierenden Zwangsaufenthalt am Bodensee beginnt, hält zuletzt dann doch zahlreiche positive Überraschungen parat.

Es ist nicht Jedermanns Sache, eine Städtetour zu unternehmen, aber die Reise nach Dresden wird allen, die dabei waren in Erinnerung bleiben. Eine eloquente Reiseleiterin vor Ort, traumhaftes Wetter und eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, deren heutiger Glanz die historische Leistung des Aufbaus Ost im rechten Licht erscheinen lässt, sind die Eckpunkte dieser Fahrt.

Last but not least gibt es noch eine Geschichte, die ich nie geschrieben habe, weil mir zu den Bildern die Worte (sprich: das Tagebuch) fehlen. Es war eine turbulente Reise voller Seltsamkeiten, «gesponsert» von Interrail, deren erster Teil nach Norwegen führte. Von diesem Teil der Reise gibt es Fotos, von analogen Unterlagen gescannt. Motive sind die Mitternachtssonne bei Bodø, ein Gletscher am Rande der Oslo-Bergen-Bahn und die damalige Jugendherberge im Hafen von Stockholm, eine Dreimastbark.